Wissen
Tier

Stachelrochen trächtig: Hai könnte ihn befruchtet haben

Stachelrochen stingray
Ein Stachelrochen. (Symbolbild)Bild: Shutterstock

Rochen plötzlich trächtig – Hai unter Verdacht

Ein Stachelrochen in einem Aquarium in North Carolina ist schwanger, obwohl keine männlichen Artgenossen in der Einrichtung leben.
14.02.2024, 10:2514.02.2024, 13:13
Anna-Lena Janzen / t-online
Ein Artikel von
t-online

In einem Aquarium im US-Bundesstaat North Carolina, dem «Aquarium & Shark Lab ECCO» in Hendersonville, gibt es derzeit ein Rätsel aufzuklären.

Das Personal des Aquariums war zunächst besorgt über eine Schwellung, die sich bei Stachelrochen-Weibchen Charlotte im September zeigte und die als mögliche Erkrankung wie Krebs gefürchtet wurde. Doch bei näherer Untersuchung konnte die wahre Ursache per Ultraschall entdeckt werden: Charlotte trächtig – obwohl in der Einrichtung keine männlichen Artgenossen leben.

Forscher sprechen nun von zwei Möglichkeiten, wie es dazu gekommen sein könnte: Zum einen könnte es sich dabei um eine sogenannte Parthenogenese oder Jungfernzeugung handeln – ein äusserst seltener Prozess der eingeschlechtlichen Fortpflanzung. Dabei entstehen die Nachkommen aus einzelnen unbefruchteten Eizellen.

Bissspuren an Charlotte entdeckt

Zum anderen könnte es sein, dass Charlotte sich mit einem der jüngeren männlichen Haie im Becken gepaart hat. Bissspuren an den Flossenrändern von Charlotte scheinen diese Theorie zu unterstützen. Beim Sex beisst sich das Hai-Männchen oft an den Brustflossen des Weibchens fest, um mehr Halt zu haben. Brenda Ramer, Gründerin und Geschäftsführerin des Aquariums erklärte: «Mitte Juli 2023 haben wir zwei einjährige männliche Weissfleck-Bambushaie in dieses Becken gebracht». Man habe nicht daran gedacht, dass es zu einer Paarung kommen könnte.

Die normale Tragzeit von Stachelrochen beträgt typischerweise drei bis vier Monate. In Kürze soll Charlotte voraussichtlich bis zu vier Junge zur Welt bringen. Das Aquariumspersonal und die Forscher sind gleichermassen begeistert. Um Gewissheit zu erlangen, sollen nach der Geburt DNA-Tests durchgeführt werden.

Haie und Rochen sind entgegen äusserlicher Unterschiede eng miteinander verwandt und gehören beide zur Gruppe der Knorpelfische, die sich durch innere Befruchtung fortpflanzen. Wie Wissenschaftler berichten, ähnelt sich auch ihr Paarungsverhalten – demzufolge sei die Möglichkeit einer Paarung zwischen den beiden Fischen nicht ausgeschlossen.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Lasst die Haie leben
1 / 12
Lasst die Haie leben
Lasst die Haie leben! In Australien (hier in Perth) formierte sich 2014 ein Protest gegen einen radikalen Eingriff in das maritime Ökosystem.
quelle: getty images asiapac / paul kane
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Dieser Angler fischt zum ersten Mal im Leben – und zieht das heraus
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
«Als die Welt in einem Meer von Hass ersoff», internier­te die Schweiz die Befreier
Während des Zweiten Weltkriegs landeten 166 havarierte amerikanische Bomber auf Schweizer Äckern. Die Geschichte ihrer mehr als 1500 in den Bergen internierten Besatzungsmitglieder ist heute fast vergessen.
Es war heiss am 17. August 1943. Werner Steffen sass in einem Kirschbaum im bernischen Koppigen und pflückte die reifen Früchte. Vor ihm lag die weite Ebene zwischen Kirchberg und Utzenstorf. Sie hatte schon lange keinen Regen mehr gesehen. Er sah, wie die Bauern Kartoffeln ernteten, und vernahm ein fernes Brummen. Am anderen Ende der Ebene erntete Frau Imhof ihre Stangenbohnen. Das Brummen wurde lauter und als Frau Imhof aufsah, entdeckte sie über Kirchberg ein riesiges Flugzeug. Es verlor dramatisch an Höhe, als es näher kam, und die Bauern auf dem Kartoffelacker vor ihr warfen sich vor Schreck in die Ackerfurchen. Auch Frau Imhof konnte nicht mehr fliehen. Ihr blieb nichts anderes übrig, als den Bohnenkorb über den Kopf zu stülpen und sich auf der Stelle zu ducken.
Zur Story