Darum färbt sich der Himmel im Herbst so schön
Die Sonne geht unter, und der Himmel leuchtet in den kräftigsten Pink-, Violett- und Orangetönen. Dasselbe Spektakel ereignet sich am nächsten Morgen. Kriegen wir das im Sommer einfach nicht so oft mit? Oder gibt es einen bestimmten Grund, warum Sonnenauf- und -untergänge im Herbst so magisch wirken?
Ein Grund ist schlicht psychologisch: Weil die Sonne später auf- und früher untergeht, verschlafen oder verpassen wir das Naturschauspiel seltener als im Sommer.
Der Rest ist reine Physik. Denn im Herbst steht sie bei Sonnenauf- und -untergang besonders flach über dem Horizont. Ihr Licht muss dann einen längeren Weg durch die Atmosphäre nehmen.
Und hier liegt die Magie – oder eben Physik: Das blaue Licht wird dabei herausgestreut – und übrig bleiben die satten Rot- und Orangetöne.
Die Faustregel ist einfach: Je länger der Weg durch die Atmosphäre ist, desto mehr Blau verschwindet – und desto feuriger leuchtet der Rest.
Dass die Farben im Herbst oft besonders intensiv wirken, hat aber noch einen anderen Grund: die Luft. Nach Wetterwechseln ist die Atmosphäre häufig trockener und weniger dunstig als an feucht-warmen Sommertagen. Das Licht kann dadurch klarer wirken.
Das i-Tüpfelchen sind dann noch hohe, dünne Wolken (sogenannte Cirren). Sie bestehen aus Eiskristallen und schweben in sechs bis zehn Kilometern Höhe. Da sie so hoch liegen, werden sie von der bereits untergegangenen Sonne noch voll von unten angestrahlt. Sie wirken wie eine riesige Leinwand, die das Rot und Violett reflektiert. Klar, dass wir sofort das Handy zücken, um den brennenden Horizont festzuhalten. (cst)
