Die schönsten Bilder der Sonnenfinsternis
Es war der grosse Himmelsmoment des Sommers: Am Mittwochabend schob sich der Mond vor die Sonne und sorgte in weiten Teilen Europas für ein seltenes Spektakel. Überall standen Menschen mit Schutzbrillen, Kameras und Smartphones bereit. Auf Bergen, an Küsten, auf Plätzen und vor Sternwarten richteten sie den Blick nach oben.
Auch in der Schweiz war die partielle Sonnenfinsternis gut zu sehen. Besonders gefragt waren erhöhte Aussichtspunkte mit freiem Blick Richtung Westen. Auf der Rigi wollten noch kurz vor dem Höhepunkt zahlreiche Schaulustige auf den Gipfel. Auch auf dem Kronberg in Appenzell Innerrhoden versammelten sich Menschen, um die Finsternis zu beobachten. Dort war bereits am Eingang klar: Schutzbrillen waren keine mehr verfügbar.
In der Schweiz war der Höhepunkt am Abend
Kurz nach 20 Uhr erreichte die Sonnenfinsternis in der Schweiz ihren Höhepunkt. Der Mond verdeckte einen grossen Teil der Sonne, danach bildete sich das Spektakel langsam wieder zurück. Wer keinen geeigneten Schutz hatte, musste allerdings verzichten: Augenärzte warnten eindringlich davor, ohne zertifizierte Schutzbrille direkt in die Sonne zu schauen. Schon wenige Sekunden könnten die Netzhaut dauerhaft schädigen.
Für die Schweiz war es ein aussergewöhnlicher Abend – und einer, der sich so schnell nicht wiederholt. Die nächste ringförmige Sonnenfinsternis in ähnlichem Ausmass wird erst 2075 erwartet, die nächste totale Sonnenfinsternis in der Schweiz sogar erst 2081.
Spanien erlebt den grossen Moment
Während die Finsternis in der Schweiz bereits wieder abklang, begann in Spanien der spektakulärste Teil des Tages. Dort erreichte die totale Sonnenfinsternis kurz vor Sonnenuntergang das Festland. Für wenige Minuten wurde aus dem Abendlicht eine fast unwirkliche Dunkelheit.
Besonders eindrücklich war der Moment, weil die Sonne danach teilweise verfinstert am Horizont unterging – als schmale Sichel. Für Spanien war es ein historisches Ereignis: Auf dem Festland war zuletzt 1905 eine totale Sonnenfinsternis zu sehen gewesen. Entsprechend gross war der Andrang. Auf Mallorca berichteten Bewohnerinnen und Bewohner von ausverkauften Schutzbrillen, gesperrten Strassen und vielen Menschen, die extra wegen der Finsternis angereist waren.
Island wartet fast 600 Jahre
Auch Island wurde zu einem Hotspot für Finsternis-Fans. In Reykjavik war seit 1433 keine totale Sonnenfinsternis mehr zu sehen gewesen. Entsprechend gross war die Vorfreude. In Island versammelten sich Menschen aus Dutzenden Ländern, unter anderem bei einem Finsternis-Festival an einem Wasserfall.
Ganz reibungslos war das Spektakel aber nicht überall. Rund um Island wurden 31 Kreuzfahrtschiffe mit insgesamt etwa 53'000 Passagieren und Besatzungsmitgliedern erwartet – deutlich mehr als sonst im Sommer. Die Rettungskräfte waren an Land und auf dem Wasser in erhöhter Alarmbereitschaft.
Ein Ereignis für Menschen und Tiere
Die Sonnenfinsternis faszinierte nicht nur Menschen. Auch Tiere können auf das plötzlich schwindende Licht reagieren. Vögel verstummen, Haustiere werden unruhig oder ziehen sich zurück. Gerade für Hunde kann aber auch das Verhalten der Menschen stressig sein: Menschenmengen, Jubel und ungewohnte Hektik können belastender sein als die Verdunkelung selbst.
Für viele Beobachterinnen und Beobachter stand trotzdem vor allem das Staunen im Vordergrund. Menschen aus ganz Europa setzten ihre Schutzbrillen auf, hielten Folien vor die Augen, bauten Teleskope auf oder blickten durch Spezialfilter in den Himmel. Manche standen auf Berggipfeln, andere am Strand, andere mitten in der Stadt.
Ein kurzer Moment, der lange bleibt
Am Ende dauerte die totale Finsternis je nach Ort nur wenige Minuten. In Island waren es etwas mehr als zwei Minuten, in Spanien knapp zwei. Und doch genügte diese kurze Zeit, um Millionen Menschen innehalten zu lassen.
Denn eine Sonnenfinsternis ist mehr als ein astronomischer Vorgang. Sie verändert für einen Moment die Stimmung der Welt: Das Licht wird fremd, die Schatten wirken anders, der Alltag hält kurz an.
In der Schweiz ist das Spektakel inzwischen vorbei. In Erinnerung bleiben die Bilder: Menschen mit Schutzbrillen, die gemeinsam in den Himmel schauen – und für ein paar Minuten alle dasselbe sehen wollten. (mke)
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