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Für syrische Flüchtlinge wird die Schweiz auch in Zukunft ein weniger beliebtes Ziel bleiben.
Bild: EPA

Die Zahl der syrischen Asylbewerber in der Schweiz hat sich versechsfacht – trotzdem bleiben wir für sie nur eine Notlösung

Bloss nicht in die Schweiz: Bis Mitte des Jahres haben hierzulande kaum Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan Asylanträge gestellt. Seither steigt die Zahl der Gesuche im europäischen Vergleich plötzlich überproportional an. Warum?

05.11.15, 08:58

Die Flüchtlingskrise hält Europa in Atem, Tag für Tag werden Tausende neue Asylanträge gestellt. In der Schweiz sah die Situation bis Mitte dieses Jahres noch entspannt aus. Während Eritreer im Juni 2199 Anträge stellten, waren es nur 140 Syrer. Die Zahl der syrischen Asylgesuche bewegte sich im Zeitraum Januar bis Juni relativ konstant im Bereich 100 bis 155 pro Monat.

Seitdem hat sich die Zahl der syrischen Asylsuchenden in der Schweiz jedoch versechsfacht. Im Juli stellten 242 Syrer einen Asylantrag, im August waren es schon 401 und im September 913. Auch die Zahl der Asylgesuche von Menschen aus Afghanistan ist gestiegen – wie die folgende Grafik zeigt. Zwar steht Eritrea noch immer klar an der Spitze, dennoch ist der Anstieg an Asylgesuchen von typischen «Balkanroute»-Nationalitäten augenfällig (schwarze und graue Kurve).

Anzahl der neuen Asylgesuche in der Schweiz nach Herkunftsländern:

Quelle: Staatssekretariat für Migration/(grafik: statista

Doch warum kommen erst jetzt vermehrt Syrer und Afghanen in die Schweiz? Lea Wertheimer, Pressesprecherin des Staatssekretariats für Migration, erklärt: «Ob ein Land zu einem Zielland für Flüchtlinge wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die folgenden drei sind wohl die wichtigsten: die geografische Lage, die dortige Asylpolitik und -praxis und die Diaspora.» 

Aus Sicht eines syrischen oder afghanischen Flüchtlings würden alle drei Faktoren für Deutschland – aber gegen die Schweiz sprechen: «Die Schweiz liegt auf der zentralen Mittelmeer-Route, diese wird vor allem von Flüchtlingen aus Afrika genutzt. Deutschland dagegen befindet sich auch auf der Balkanroute, die bekanntlich von Syrern und Afghanen genutzt wird», so Wertheimer.

Ausserdem seien die Flüchtlinge meist gut informiert und wüssten, wie ihre Chancen im jeweiligen Zielland stünden. Sie wüssten Bescheid über die grosszügigere Praxis von Deutschland oder Schweden. Und auch der dritte Punkt, die Diaspora, spricht laut Wertheimer für Deutschland: «Flüchtlinge zieht es dort hin, wo bereits ihre Landsleute leben. Darum kommen Eritreer eher in die Schweiz und Syrer nach Deutschland.»

Eine Prognose ist kaum möglich

Dennoch ist die Zahl der Syrer und Afghanen, die in der Schweiz um Asyl bitten, gestiegen. «Das ist so. Die Konflikte halten an und der Druck auf die Menschen in und um Syrien ist gestiegen», erklärt Wertheimer. Trotzdem sei die Schweiz nach wie vor kein primäres Ziel für Flüchtlinge der Balkanroute.

Wie sich die Zahlen in Zukunft entwickeln werden, ist gemäss Wertheimer schwer einzuschätzen: «Wir registrieren aktuell weniger Asylgesuche von Eritreern. Das liegt aber an den Witterungsverhältnissen – das Mittelmeer wird rauer, die Überfahrt schwieriger.» Diese saisonale Entwicklung beobachte man beim SEM schon seit einigen Jahren.

Ob der Wintereinbruch auch einen Einfluss auf die Migration aus Syrien und Afghanistan haben werde, sei noch ungewiss. Klar ist nur: Durch die deutliche Zunahme der Asylanträge in den vergangenen paar Monaten rangieren die beiden Länder in der Gesamtstatistik 2015 aktuell auf Platz 2 und 3. 

Anzahl der neuen Asylgesuche in der Schweiz (Jan. - Sept. 2015)

Anzahl der neuen Asylgesuche in der Schweiz nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern (Jan. - Sept. 2015)
Quelle: Staatssekretariat für Migration/Grafik: Statista

Syrien: Der vergessene Krieg

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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  • unclegreg 05.11.2015 18:06
    Highlight ist jetzt das das asylchaos?

    sofort die grenzen schliessen!
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  • Angelo C. 05.11.2015 10:34
    Highlight Die Zahl der Asylantragsteller ist in den letzten Monaten auch in der Schweiz stark angestiegen, auch wenn man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass da offiziell nur sehr selektiv und beschwichtigend informiert wird.

    Das Mindeste was wir aber von den Behörden erwarten dürfen, ist die Vermeidung von Zuständen, wie sie im Rahmen dieser sog. Willkommenskultur in Deutschland und Oesterreich auftritt. Sowas führt über kurz oder lang zu Sozialunruhen und einer Überforderung bei der langfristigen Kostenfrage, was finanziell auch Folgen für die Leistungen an eigenen Sozialabhängigen ergibt.
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  • ferox77 05.11.2015 09:31
    Highlight Sollte A. Merkel die Grenze doch noch schliessen, dann macht sie sich noch unglaubwürdiger als ohnehin und löst eine humanitäre Krise aus.
    Wenn A. Merkel aber so weiter macht wie bisher, rebelliert früher oder später ihre Partei/die Bevölkerung. Von den Langzeitfolgen ganz zu schweigen.
    Aber egal was man nun noch macht, in die Katastrophe kommt man ohnehin.
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    • Monti_Gh 05.11.2015 10:56
      Highlight und dann wenn die Grenzen geschlossen sind? Kommen plötzliche keine Flüchtlinge, gell??
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    • herschweizer 05.11.2015 13:12
      Highlight haha
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    • atomschlaf 05.11.2015 18:26
      Highlight @zueri_mg: Die Flüchtlinge reisen ja nicht einfach so durch etliche sichere Länder bis nach Deutschland, sondern weil es dort großzügige Sozialleistungen gibt und vor allem weil Mama Merkel eigenmächtig versprochen hat, dass alle bleiben dürfen.
      Wenn die Asylgesetzgebung wieder eingehalten und die Sozialleistungen reduziert werden, dann wird sich auch der Zustrom reduzieren.
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