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London: Bürgermeister blockiert Palantir-Deal mit Polizei

epa12826141 Mayor of London Sadiq Khan speaks at the 'Open Iftar' Ramadan dinner event at Trafalgar Square in London, Britain, 16 March 2026. Iftar is a meal with which Muslims break their f ...
Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan.Bild: keystone

Bürgermeister blockiert Palantir-Deal von Londoner Polizei

Nach einer Blockade von Londons Stadtregierung muss die Polizei der britischen Hauptstadt einen Millionen-Deal mit Palantir kippen. Im Raum stehen auch ethische Bedenken.
21.05.2026, 21:3022.05.2026, 06:15

Ein 50 Millionen Pfund schwerer Deal zwischen dem US-Technologieunternehmen Palantir und der Londoner Metropolitan Police ist nach einem Veto des Londoner Bürgermeisters Sadiq Khan ins Wasser gefallen. Umgerechnet sind das mehr als 57 Millionen Euro.

Das Büro des Bürgermeisters für den Bereich Polizei und Kriminalität (MOPAC) erklärte britischen Medien zufolge, Palantir sei der einzige Anbieter gewesen, den die Met Police ernsthaft in Betracht gezogen habe. Die Polizei habe keine Beschaffungsstrategie zur Genehmigung vorgelegt, was einen «klaren und schwerwiegenden Verstoss» gegen die Verfahrensregeln darstelle.

Bürgermeister äussert ethische Bedenken

Sowohl die Polizei als auch Palantir kritisierten die Entscheidung. Die Met Police müsse sich modernisieren und dafür die bestmögliche Technologie nutzen, sagte ein Sprecher der Met Police laut der BBC.

Bürgermeister Sadiq Khan ist nach Angaben eines Sprechers der Ansicht, die Londoner Bevölkerung wolle nur öffentliche Gelder für Unternehmen, «die die Werte der Stadt teilen», doch das derzeitige Vergaberecht lasse dies nicht zu, heisst es bei der BBC. Demnach dürfen ethische Bedenken keinen Einfluss auf die Ablehnung eines Deals haben. Khan wolle dies «zu gegebener Zeit bei der Regierung zur Sprache bringen».

Unternehmen umstritten

Palantir ist auf die Auswertung grosser Datenmengen spezialisiert und liefert unter anderem Software, mit der Geheimdienst- und Militärinformationen analysiert werden.

Angesichts der Spannungen im transatlantischen Verhältnis wächst unter IT-Fachleuten die Sorge, dass politischer Druck eines Tages auch durch gesperrte Zugänge zu Daten, Datenabfluss oder eine Fernabschaltung von US-Software ausgeübt werden könnte.

(sda/dpa)

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