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Vergleich für VW-Dieselkunden in Deutschland geplatzt – auch Schweizer müssen warten



FILE - In this Oct. 5, 2015 file photo the VW sign of Germany's car company Volkswagen is displayed at the building of a company's retailer in, Berlin, Germany. Diesels bought back by Volkswagen during its emissions-cheating scandal are trickling back into the marketplace after being brought up to emissions standards. Bargain hunters may be intrigued by the high fuel economy and refreshed warranties of these fun-to-drive used diesels. (AP Photo/Markus Schreiber, File)

Bild: AP

Die Verhandlungen über einen Vergleich zu Entschädigungen für Hunderttausende deutscher Dieselkunden sind nach Angaben von Volkswagen geplatzt. Auch in der Schweiz kämpfen Konsumentenschutzorganisationen seit Längerem – bislang vergeblich – um Schadenersatz.

VW sei sich mit dem deutschen Verbraucherzentrale-Bundesverband (vzbz) über die Entschädigungssumme von insgesamt 830 Millionen Euro einig gewesen, sagte ein Konzern-Sprecher am Freitag. Die Vereinbarung sei an hohen Forderungen der Anwälte des Verbandes, die keinen Leistungsnachweis vorlegen wollten, gescheitert. Zuvor hatte die Funke-Mediengruppe darüber berichtet.

Der vzbv vertritt im Verfahren um die Musterfeststellungsklage zahlreiche Dieselfahrer, die Schadenersatz für ihre Fahrzeuge mit zu hohen Abgaswerten verlangen. Der vzbv-Chef Klaus Müller will sich am Mittag (14.00 Uhr) zu den Vergleichsverhandlungen mit VW äussern. Anfang Januar hatten VW und vzbv erklärt, über einen aussergerichtlichen Vergleich zum Musterprozess sprechen zu wollen. Beide Seiten nannten dabei das «gemeinsame Ziel einer pragmatischen Lösung im Sinne der Kunden». Lange hatte VW dies skeptisch gesehen.

Ungleichbehandlung gegenüber US-Kunden

Im September 2015 hatte Volkswagen nach Prüfungen von Behörden und Recherchen von Forschern in den USA Manipulationen an den Abgaswerten von Dieselautos zugegeben. Die Software bestimmter Motoren war so eingestellt, dass im Betrieb auf der Strasse deutlich mehr giftige Stickoxide ausgestossen wurden als in Tests.

Kunden sahen sich nach dem Auffliegen der Abgas-Manipulationen mit zum Teil drastisch erhöhten Emissionen von Volkswagen getäuscht. In vielen Fällen fordern sie Schadenersatz wegen des gesunkenen Wiederverkaufswertes ihrer Fahrzeuge.

Während in den USA betroffene Kunden schon vor drei Jahren mit Milliarden entschädigt wurden, hoffen Konsumenten in Europa bislang aber vergeblich auf Schadenersatz. Eine vergleichbare Wiedergutmachung hierzulande wie die milliardenschweren Zahlungen in den USA lehnt Volkswagen ab und verweist auf eine komplett andere rechtliche Situation. Allein in den USA hat Dieselgate Volkswagen einschliesslich Strafen mehr als 25 Milliarden Euro gekostet.

Verschiedene Klagewege in der Schweiz

In der Schweiz kämpft die Stiftung für Konsumentenschutz weiter darum, eine Schadenersatz-Klage gegen VW und die VW-Generalimporteurin Amag durchzusetzen. Sie will im Namen von 6000 Autobesitzern klagen, die im Zuge des Skandals um gezinkte Abgaswerte geschädigt worden seien. Zuletzt hatte das Handelsgericht Zürich entschieden, nicht auf die Klage einzutreten. Der Konsumentenschutz sei formell nicht berechtigt, im Namen der Autobesitzer zu klagen. Die Stiftung zieht das Urteil nun vor Bundesgericht.

Einen anderen Weg wählte die Westschweizer Konsumentenschutzorganisation FRC. Sie schloss sich einer europäischen Sammelklage an und vertritt auf diesem Weg rund 2000 Kunden. (aeg/sda/awp/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Francis Begbie 15.02.2020 17:41
    Highlight Highlight War letztens am neuen Amag Hauptsitz (in Cham) und wollte mich beraten lassen. Der Seat Typ war extrem arrogant und bei VW nahm man sich nicht mal die Mühe aufzustehen. Als wir uns nach einem Modell erkundigten, meinte man bloss, dass wohl eines auf der oberen Etage stehe.
    Dafür braucht es doch keine Verkäufer mehr. Macht es wie McD und stellt Bestellterminals auf.
  • Meyer Andrej 15.02.2020 12:22
    Highlight Highlight Wenn man früher die AU mehr als vergessen hat, jedoch nachträglich alles in Ordnung war, dann bezahlte man eine hohe Busse. 13 Jahre später fahren Auto‘s in der Gegend herum, die niemals und zu keinster Zeit die Abgaswerte einhielten, trotzdem bekamen sie eine Typengenehmigung. Eigentlich hätte das ASTRA sämtlichen Fahrzeugen die Typengenehmigung entziehen müssen und somit Stilllegung mit Einzug der Schilder. Dazu eine Anklage wegen Betrug. Aber der Konsumentenschutz (Wirtschaftsschutz) ist inexistent.
  • Der Kritiker 14.02.2020 21:18
    Highlight Highlight Und wann klagt die Eidgenossenschaft? Wir Steuerzahler wurden betrogen. Und Ueli schaut zu.
    • Astrogator 15.02.2020 09:17
      Highlight Highlight Ach weisst du, gegen die Wirtschaft klagen.... Arbeitsplätze und so...
    • Der Kritiker 15.02.2020 15:46
      Highlight Highlight Astrogator, ach weisst Du, mal Eier zeigen und nicht immer einen Bückling machen, endlich mal ein richtiger und stolzer Schweizer zu sein... und so...
  • Stefan Balz 14.02.2020 19:18
    Highlight Highlight Wie VW nun die ganz klar betrogenen Kunden behandelt zeigt das wahre Gesicht dieser Mafiaorganisation mit Sitz in Wolfsburg. Ganz cool ist ja zudem dass der Deutsche Staat (oder das Bundesland) da voll mitmacht. Also NIE mehr VW. Danke.
    • Meyer Andrej 15.02.2020 12:29
      Highlight Highlight Ja Niedersachsen ist Hauptaktionär, 2 Mio. Arbeitsplätze und zusätzlich Zulieferer. Die Hersteller profitieren durch sogenannte Aktion, Staatsförderung durch Steuergelder, einfach pervers das Ganze. Die Chefs der Top 4 haben im Bundestag klar kommuniziert Softwarelösung (Verkokung, Lebensdauer, Reparaturen) Hardwarelösung NEIN zahlen wir nicht. Die Politiker sind Marionetten. Wie momentan mit der CDU wer wird Parteivorsitzender, wer Merkel Nachfolger, einzig die Macht interessiert, das Volk und der Auftrag, Nebensache.
  • Citizen321 14.02.2020 16:05
    Highlight Highlight Unglaubliche Sache...
    Meine Rechtsschutzversicherung hat mich auch auf die SKS Klage "abgeschoben". Glaube nicht, dass da irgendwann was Zählbares rausschaut...
  • Tom Scherrer (1) 14.02.2020 14:38
    Highlight Highlight Nie mehr irgendwas aus dem VW- Konzern. Auch kein Stromer. Auch nicht getarnt als Family-, Hippie- oder Hipster-Car.

    Im Alleingang beerdigten sie den bis dahin sehr gut funktionierenden Diesel. Sie entschieden sich, die Öffentlichkeit mit teilweise absurd hohe Schadstoffwerten zu schädigen.

    Und stehen null zu ihrer Verantwortung, stattdessen Juristentricks und Hickhack.

    Kein Porsche, kein VW, Audi, SEAT, ŠKODA, Bentley, Bugatti, Lamborghini, Ducati, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Scania und MAN.

    Und sie wollen via Freihandelsabkommen mit Südamerika ihre Altlasten entsorgen.

    Verbrecherbude.
    • Teslanaut 14.02.2020 16:20
      Highlight Highlight Seit Jahren frage ich mich warum jemand z.B. einen Audi kauft - jedes Modell ist einfach ein überteuerter Skoda. Seit über einem Jahrzehnt keine technischen Neuerungen und dasselbe langweilige Design. Ok, Kirmesblinker und Wahnsinnskühlergrill ausgenommen - der Betrug muss letztlich gekühlt werden. Ob Franzose, Italiener, Schwede (Chinese), Brite, Japaner oder Koreaner - alle sind technisch innovativ, haben Mut in der Formensprache und Design - und der Bünzli kauft VW/Audi inkl. Betrügersoftware und hofft er werde noch für den Schrott entschädigt.
    • Tinu0455 15.02.2020 07:41
      Highlight Highlight Kein Bentley?
      Shit! Gerade sowas wollte ich nächste Woche bestellen ..
    • Meyer Andrej 15.02.2020 12:23
      Highlight Highlight Habe eine andere Marke gewählt, VW ist Tabu.
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