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Wo Männer in der Schweiz nach wie vor deutlich mehr verdienen als Frauen

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Trotz gleichem Profil: Frauen verdienen monatlich 640 Franken weniger als Männer. Bild: E+

Wo der unerklärte Lohnunterschied zwischen Mann und Frau in der Schweiz am grössten ist

Frauen verdienen in der Schweiz noch immer weniger als Männer – doch die Lücke schrumpft Jahr für Jahr. Diese Grafiken zeigen, wie Branche, Firmengrösse oder Zivilstand die Lohnungleichheit beeinflussen.
02.09.2026, 04:5702.09.2026, 04:57

Der Trend zu kleineren Lohnunterschieden zwischen Frauen und Männern geht weiter. Neue Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigen jedoch: Frauen verdienten 2024 in der Schweiz immer noch 15,7 Prozent weniger als Männer.

Die Unterschiede verkleinerten sich über die Jahre stetig. So verdienten Frauen 2022 noch 16,2 Prozent weniger als Männer. 2020 waren es 18 Prozent.

Grosse Teile der Unterschiede bleiben unerklärt

Etwas mehr als die Hälfte dieser Differenz zwischen Frauen und Männern sei laut BFS auf strukturelle Faktoren zurückzuführen: also das Bildungsniveau, die Anzahl Dienstjahre oder ob die Person eine Führungsfunktion ausübt.

Die knappe andere Hälfte der Lohnunterschiede bleibe hingegen unerklärt. Eine Frau, die dasselbe strukturelle Profil hat wie ein Mann, verdiente 2024 im Schnitt 6,5 Prozent weniger. Das sind 640 Franken brutto pro Monat.

Zum ersten Mal seit 2014 geht der unerklärte Anteil der Unterschiede wieder leicht zurück. Bis 2022 stieg der Anteil kontinuierlich bis auf 48,2 Prozent, nun liegt er bei 46,9 Prozent.

So beeinflusst etwa das Alter den unerklärten Lohnunterschied. Bei Frauen unter 30 lag er 2024 bei 2,2 Prozent, bei Frauen über 50 bei 8,3 Prozent. Auch der Zivilstand spielt eine Rolle: Bei Ledigen lag die unerklärte Differenz bei 2,7 Prozent, bei Verheirateten bei 8,1 Prozent.

Das BFS betont: Solche Merkmale beschreiben Lohnunterschiede, dürfen sie laut Gleichstellungsgesetz aber nicht rechtfertigen.

Unternehmensgrösse und Hierarchiestufe spielen eine wichtige Rolle

Bei kleinen Unternehmen fällt der unerklärte Lohnunterschied besonders stark aus: Firmen mit weniger als 20 Mitarbeitenden wiesen 2024 eine unerklärte Differenz von 8,6 Prozent auf. Bei Unternehmen mit mindestens 1000 Arbeitnehmenden sank sie auf 5,8 Prozent.

Auch die Hierarchiestufe im Unternehmen spielt eine Rolle: Je höher die Position, desto höher der durchschnittliche Lohnunterschied. Frauen ohne Führungsfunktion verdienten 6,1 Prozent weniger als Männer in derselben Position, Frauen im oberen Kader sogar 12,4 Prozent weniger.

Gewaltige Differenzen im privaten Sektor

Generell waren die Lohnunterschiede 2024 im privaten Sektor grösser als im öffentlichen Sektor. So verdienten Frauen in der Privatwirtschaft durchschnittlich 6,5 Prozent weniger als Männer in derselben Position. Beim Bund, bei den Kantonen und bei den Gemeinden lag die Differenz bei 5,9 Prozent.

Die unerklärte Lohndifferenz im privaten Sektor bedeutet konkret 644 Franken, die eine Frau 2024 durchschnittlich weniger verdiente. Je nach Branche variiert das aber stark: So verdiente eine Frau im Gastgewerbe monatlich 191 Franken weniger als ein Mann mit denselben Merkmalen. Im Detailhandel betrug der Unterschied 606 Franken, in der Maschinenindustrie 829 Franken und im Kredit- und Versicherungsgewerbe 1506 Franken.

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