So viel verdienen Lehrpersonen 2026 in der Schweiz
Das Schuljahr 2026/27 hat in einigen Kantonen bereits begonnen – und es mangelt immer noch an Lehrpersonen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Pädagogische Hochschulen erleben einen Boom. Die Anmeldezahlen für das Herbstsemester 2026 sind an vielen PHs so hoch wie noch nie.
Dr. Beat A. Schwendimann, Leiter Pädagogik des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer (LCH), erklärt sich die Zahlen anhand mehrerer Faktoren: Die Hochschulen haben ihre Studienmodelle modernisiert. Daraus entstanden neue Teilzeitmodelle, die vor allem für Quereinsteigende attraktiv seien. «Der Lehrberuf bietet zudem eine hohe Arbeitsplatzsicherheit und eine sinnstiftende Aufgabe», ergänzt Schwendimann.
Aufgrund des akuten Personalmangels wurde die Ausbildung an der PH in den letzten Jahren auch gezielt beworben. Dies entlaste zwar den Stellenmarkt für das kommende Schuljahr, die strukturellen Probleme löse es aber nicht. «Der Mangel an Lehrpersonen bleibt bestehen», stellt Schwendimann klar.
Ob Lehrpersonen lange im Beruf verbleiben, hängt zu grossen Teilen von den Arbeitsbedingungen und der Berufszufriedenheit ab, wie eine Studie aus dem Jahr 2024 zeigt. Ein wichtiger Faktor ist dabei natürlich der Lohn: Punktuelle Gehaltserhöhungen in gewissen Kantonen sind gemäss Schwendimann aber nur ein Teil der Lösung der tiefer liegenden Probleme ungenügender Rahmenbedingungen.
Ein fairer Anfangslohn sei aber wichtig, um gegenüber der Privatwirtschaft konkurrenzfähig zu sein und um qualifizierte Lehr- und Fachpersonen langfristig im Beruf zu halten.
Die grossen Lohnunterschiede zwischen den Kantonen bei gleicher Qualifikation sieht der LCH aber kritisch: «Die Qualität des Unterrichts darf nicht von der Finanzkraft eines Kantons abhängen», mahnt Schwendimann.
Der Lohn bleibt auch in Zukunft ein wichtiger Aspekt: Prognosen des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigen, dass bis zum Jahr 2032 das Angebot an neuen Lehrpersonen den Bedarf in fast allen Regionen decken könnte. Der LCH befürchtet, dass diese demografische Entwicklung auf Kantonsebene dazu führen könnte, dass Bildungsbudgets kleiner werden und Lohnanpassungen ausbleiben.
Wie viel Lehrpersonen in den verschiedenen Kantonen verdienen und wie gross die Unterschiede wirklich sind, zeigen die nachfolgenden Karten.
Da ihre Entschädigung in Lohnklassen strukturiert ist, lassen sich die Löhne der Lehrpersonen im Gegensatz zu anderen Branchen besser miteinander vergleichen – auch wenn es davon Abweichungen gibt (siehe Infobox).
Löhne im Kindergarten
Auf Kindergartenstufe gibt es für Lehrpersonen in Genf und Zürich deutlich am meisten: rund 100'000 Franken. Das sind mindestens 15'000 Franken mehr als in allen anderen Kantonen.
Allerdings kommen die Lehrpersonen, die allein eine Klasse führen, im Kanton Zürich oft nur auf einen offiziellen Beschäftigungsgrad von 90 Prozent. Am wenigsten verdienen mit 70'349 Franken Kindergarten-Angestellte im Kanton Neuenburg.
Im Vorjahr war der Kanton Graubünden noch das Schlusslicht. Mit 16'718 Franken mehr machen die Bündner aber einen gewaltigen Sprung im Jahreslohn.
Auch die Kindergartenlehrpersonen in den Kantonen Schwyz und Glarus erhalten mit 8754 bzw. 2440 Franken eine saftige Lohnerhöhung.
- Schweizer Durchschnittsanfangslohn: 81'902 Franken (+1214 Franken gegenüber 2025)
Angegeben ist jeweils der Jahreslohn für ein Vollpensum einschliesslich des 13. Monatslohns. Obwohl in den Kantonen genaue Einteilungen nach Lohnklassen bestehen (Ausbildung, Stufe und Dienstjahre), kann das tatsächliche Salär abweichen. Im Kanton Waadt beispielsweise werden manchmal auch Erfahrungen in vorherigen Berufen angerechnet. Die angegebenen Maximallöhne sind teils theoretischer Natur und ohne Zusatzämter und Höchstqualifikation nicht zu erreichen.
Zudem sind in den letzten Jahren verschiedene Kantone vom Lohnsystem mit festem Stufenanstieg abgekommen. Das grenzt die Vergleichbarkeit der Daten ein, wie die Macher der Studie schreiben. Weitere Informationen gibt es hier.
Löhne auf Primarstufe
Auf der Primarstufe liegt ebenfalls der Kanton Genf vorne. Hier erhielten Primarlehrer und -lehrerinnen im Gegensatz zu vielen anderen Kantonen aber 2026 keine Lohnerhöhung.
Das Schlusslicht auf der Primarstufe ist Obwalden, wo die Schulen gleiche Löhne wie im Kindergarten bezahlen.
Über die grösste Lohnerhöhung dürfen sich 2026 Lehrpersonen in Schwyz und Graubünden freuen. In Schwyz gibt es eine Lohnerhöhung von jährlich 8754 Franken, in Graubünden 4134 Franken.
- Schweizer Durchschnittsanfangslohn: 83'301 Franken (+765 Franken gegenüber 2025)
Löhne auf Sekundarstufe
Die dritte Kategorie – und zum dritten Mal schwingt Genf obenaus: Lehrerinnen und Lehrer verdienen dort im ersten Jahr knapp 110'000 Franken. Den Spitzenplatz holte sich Genf 2023 von Zürich zurück, weil die Genfer die Anfangslöhne vor drei Jahren um über 11'000 Franken anhoben.
Schlusslicht bleibt Obwalden, obwohl es in diesem Jahr eine Lohnerhöhung von 520 Franken auf dieser Stufe gab. Lehrpersonen im Kanton Schwyz verdienen in diesem Jahr über 10'000 Franken mehr als im Vorjahr.
Auf der Stufe der Sekundarschule gab es in 12 von 26 Kantonen eine Lohnerhöhung von über 200 Franken pro Jahr. In Schwyz gab es die saftigste, dann folgt Graubünden mit jährlich 4305 Franken mehr als im Vorjahr.
- Schweizer Durchschnittsanfangslohn: 96'107 Franken (+830 Franken gegenüber 2025)
Löhne am Gymnasium
Bei den Lehrpersonen am Obergymnasium verdienen diejenigen im Kanton Zug am meisten. Genf liegt hier für einmal nur auf Rang 7.
Die Lohnerhöhungen auf Gymnasialstufe halten sich im Vergleich zu den anderen Stufen in Grenzen: Für Lehrpersonen im Kanton Jura gibt es 1128 Franken mehr als im Vorjahr. Es ist die schweizweit grösste Lohnanpassung.
- Schweizer Durchschnittsanfangslohn: 107'458 Franken (+210 Franken gegenüber 2025)
Löhne an Berufsfachschulen
Blicken wir auch noch auf die Löhne der Lehrerinnen und Lehrer an Berufsfach- und Berufsmaturitätsschulen. Keine Angaben gibt es hierzu in den Westschweizer Kantonen Neuenburg und Waadt. In der Deutschschweiz gibt es keine Angaben zu Appenzell Innerrhoden, weil dort keine entsprechenden Schulen existieren.
Der Vergleich ist auf dieser Stufe schwieriger, weil es teilweise mehr Abstufungen als in der Auswertung gibt (siehe auch Infobox unten).
Auch erfolgt die Zuweisung zu den Lohnklassen zum Teil nicht nach der Ausbildung, sondern nach der Art der Schule, an der unterrichtet wird (z. B. kaufmännische Berufsschulen vs. gewerblich-industrielle Berufsschulen). Diese Unterschiede in den Lohnsystemen schränken die Vergleichbarkeit der erhobenen Daten ein.»
Den besten Anfangslohn erhalten Lehrpersonen mit Diplom der Eidgenössischen Hochschule für Bildung (EHB) an Berufsfachschulen im Kanton Zug. Mit der Lohnerhöhung von 6907 Franken überholen die Zentralschweizer den Kanton Zürich, der nun auf Rang 2 liegt.
Dahinter folgen die Kantone Graubünden und Uri. Am unteren Ende der Rangliste steht mit grossem Abstand der Kanton Tessin.
- Schweizer Durchschnittsanfangslohn: 103'222 Franken (+477 Franken gegenüber 2025, ohne AI, NE und VD – JU wurde ebenfalls nicht berücksichtigt, weil für 2025 keine Daten existieren.)
Löhne an Berufsmaturitätsschulen
Was für die Berufsfachschulen gilt, trifft auch für die Berufsmaturitätsschulen zu: Ein Vergleich ist hier schwieriger (siehe auch Infobox).
An der Spitze gibt es aber keine Änderung: Zug liegt rund 3000 Franken vor Zürich.
- Schweizer Durchschnittsanfangslohn: 107'361 Franken (+182 Franken gegenüber 2025, ohne AI, NE und VD – JU wurde ebenfalls nicht berücksichtigt, weil für 2025 keine Daten existieren.)
