Sportgerichtshof CAS erlaubt Russland zurück bei Eishockey-Turnieren – und zwar schon 2027
Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne hat entschieden: Russland muss vom Internationalen Eishockeyverband (IIHF) wieder zu den internationalen Turnieren zugelassen werden. Der Sportgerichtshof hat einen entsprechenden Rekurs des russischen Eishockeyverbands gutgeheissen. Demnach seien die Argumente der IIHF, die den Ausschluss Russlands hauptsächlich auf Sicherheitsbedenken basieren, nicht gut genug.
An folgenden Turnieren ist Russland damit wieder zugelassen:
- U20-WM der Männer (26. Dezember 2026 bis 5. Januar 2027 in Kanada)
- U18-WM der Frauen (8. bis 16. Januar 2027 in Tschechien)
- U18-WM der Männer (22. April bis 2. Mai 2027 in den USA)
- A-WM der Männer (14. bis 30. Mai 2027 in Deutschland)
- A-WM der Frauen (November 2027 in Kanada)
Die IIHF sträubt sich gegen den Entscheid und hat ihre Enttäuschung über das CAS-Urteil ausgedrückt. «Die IIHF ist mit diesem Aspekt des Entscheids nicht einverstanden und hält daran fest, dass ihre Massnahmen notwendig waren, um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten und die Integrität ihrer Wettbewerbe zu schützen», teilte der Weltverband am Freitag mit. Gleichzeitig respektiere man die Autorität des CAS in Lausanne und werde dessen Entscheid umsetzen. Die damit verbundenen Sicherheitsbedenken seien allerdings nicht ausgeräumt.
Full statement on the Court of Arbitration for Sport's decision today on Russian participation in IIHF Championships: https://t.co/dXa7pswROt https://t.co/NIdLQ2I1et
— IIHF (@IIHFHockey) October 30, 2026
Swiss Ice Hockey liess auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA verlauten, den Entscheid des CAS zur Kenntnis genommen zu haben. Die weiteren Schritte zur Umsetzung des Urteils lägen nun in der Zuständigkeit der IIHF. Als einer von 16 teilnehmenden Verbänden an der Weltmeisterschaft werde Swiss Ice Hockey die weiteren Entwicklungen aufmerksam verfolgen und die Entscheide der IIHF abwarten.
Die Rückkehr Russlands hat auch organisatorische Folgen. So könnten russische Teams bereits an den Weltmeisterschaften 2027 in sämtlichen Alters- und Leistungskategorien teilnehmen. Die Vorbereitungen für diese Turniere seien allerdings bereits weit fortgeschritten, schreibt die IIHF.
Eine Änderung der Teilnehmerfelder mache unter anderem Anpassungen an den Wettbewerbsformaten, Spielplänen sowie den Reise- und Unterkunftsplanungen nötig. Auch die Sicherheitsvorkehrungen müssten überprüft werden. Der CAS habe diese praktischen Aspekte nicht berücksichtigt, die sich nicht von heute auf morgen umsetzen liessen. Es ist gut möglich, dass ausgerechnet die Ukraine auch aus sportlicher Sicht die leidtragende Nation ist. Als schlechterer der zwei Aufsteiger (Kasachstan ist der andere) wären die Ukrainer die Mannschaft, die sich nach einer Wiedereinsetzung Russlands wohl wieder in die Division 1A zurückziehen müsste.
Die IIHF will nun prüfen, welche Massnahmen nötig sind und wie viel Zeit die Umsetzung des Entscheids in Anspruch nehmen wird.
Bereits im vergangenen Mai wurde bekannt, dass auch Belarus vor einer Rückkehr an die internationalen Eishockey-Turniere steht. Leidtragende ist dabei die Schweiz. Weil Belarus für die U18-WM in Tschechien wieder zugelassen wurde, wurde der Aufstieg der Schweizer Mannschaft aus der Division 1A annuliert. Von dieser (abu/hkl/sda)
