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Nach Hitzesommer: Der Bundesrat will mit 56 Massnahmen reagieren

Nach Hitzesommer: Der Bundesrat will mit 56 Massnahmen reagieren

28.10.2026, 15:5128.10.2026, 15:51

Der Bundesrat reagiert auf den Hitzesommer 2026. Er hat am Mittwoch eine Strategie und einen Aktionsplan zur Anpassung der Schweiz an den Klimawandel verabschiedet. Zudem beschloss er zusätzliche Massnahmen gegen Hitze und Trockenheit.

People are sitting on a bench in the shade in Milan Park during a heat wave in Lausanne, Switzerland, Tuesday, June 23, 2026. A heat wave is hitting Switzerland and is expected to last at least until  ...
Zwei Frauen schützen sich im Schatten vor der sommerlichen Hitze.Bild: keystone

Die vom Bundesrat genehmigte Strategie und der Aktionsplan legen laut einer Bundesratsmitteilung die Ziele und Prioritäten für die Anpassung an den Klimawandel auf Bundesebene fest. Sie umfassen 30 Handlungsfelder und 56 Massnahmen für 2026 bis 2031.

Die Strategie basiert auf der Klimarisikoanalyse 2025 des Bundesamts für Umwelt (BAFU) sowie Klimaszenarien von Meteoschweiz und der ETH Zürich. Im Zentrum stehen der Schutz der Bevölkerung vor Hitze und das Wassermanagement bei Trockenheit.

BAG soll Kompetenzzentrum aufbauen

Bereits Ende August beschloss der Bundesrat punktuelle Massnahmen im Kampf gegen Hitze und Trockenheit. So gab Bundesrat Albert Rösti damals etwa bekannt, die Landesregierung beantrage dem Parlament die Aufstockung eines Kredits für den gestressten Schweizer Wald um 17,5 Millionen Franken.

Auch würden die Mittel für Betriebshilfen zugunsten von Bäuerinnen und Bauern in diesem Jahr einmalig um 54 Millionen Franken aufgestockt. Dies, damit die Landwirte mit zinslosen Krediten durch die Trockenheit verursachte Liquiditätsengpässe überbrücken könnten.

Nun hat der Bundesrat auch beschlossen, dass das Bundesamt für Gesundheit BAG ein Kompetenzzentrum zum Schutz der Bevölkerung vor hitze- und klimabedingten Gesundheitsrisiken aufbauen soll. Dieses soll die Koordination zwischen den beteiligten Akteuren sicherstellen und ein Gesundheitsmonitoring zur Wirksamkeit von Anpassungsmassnahmen einrichten.

In diesem Rahmen soll auch die Erfassung von hitzebedingten Todesfällen und Spitaleintritten weiterentwickelt werden. Zusätzlich wird ein risikobasiertes Konzept zur Überwachung von Kühltürmen und anderen Wasseranlagen mit Legionellenrisiko entwickelt.

Weiter will der Bund die Sozialpartner zu einer Aussprache einladen, um einen Konsens über die Einführung von Mindestanforderungen zum Gesundheitsschutz in der Baubranche zu erzielen. Dies, nachdem an Rundtischgesprächen zu Bauarbeiten bei Hitze keine Einigung erzielt werden konnte.

Zur Stärkung der Tiergesundheit und der Lebensmittelsicherheit hat der Bundesrat zudem beschlossen, zusätzliche Forschungsvorhaben im Tätigkeitsfeld des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) zu finanzieren.

Und die seit 2025 betriebene Trockenheitsplattform des Bundes soll so weiterentwickelt werden, dass Auswirkungen auf einzelne Sektoren der Wirtschaft sichtbar werden. Zudem soll Meteoschweiz neue nationale Hitzekarten und Extremszenarien entwickeln.

Die für die Trockenheitsplattform notwendigen Mittel belaufen sich auf 2,1 Millionen Franken. Sie sollen mit der nächsten Finanzplanungsperiode für das Jahr 2029 beantragt werden. Die Kosten für die zusätzlichen Aufgaben im Innendepartement belaufen sich ab 2027 auf 4,4 Millionen Franken und ab 2030 auf 3 Millionen jährlich.

Entscheide nach zweiter Analyse

Die Entscheide des Bundesrats fielen, nachdem sich die Landesregierung nach August zum zweiten Mal mit der Thematik Hitze und Trockenheit auseinandersetzte. Schon als Bundesrat Albert Rösti Ende August vor die Medien trat, kündigte er an, die Landesregierung werde bis Ende Oktober eine neue Lageanalyse vornehmen und allenfalls weitere Massnahmen treffen.

Wie schon der Auftritt von Rösti im August stiessen bei den Grünen auch die neuen Aussagen des Bundesrats auf Kritik. In einer Mitteilung vom Mittwoch forderten sie, das Problem an der Wurzel zu packen: Der Ausstieg aus den fossilen Energien brauche einen ambitionierten und klaren Fahrplan. Umweltminister Rösti mache «mutlose Pflästerlipolitik».

Die Schweiz erlebte im laufenden Jahr einen Sommer mit Rekordtemperaturen und einer grossen Trockenheit. Schlagzeilen machte auch ein Legionellen-Ausbruch im August in Basel, der ein Todesopfer zur Folge hatte. Weitere 28 Menschen erkrankten. Zwei Nasskühltürme auf dem Gebäude des Manor-Hauptsitzes waren die Quelle des Ausbruchs, wie sich zeigte. (dab/sda)

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