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Cameron Kasky, a survivor of the mass shooting at Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland, Fla., waves after speaking at the

«Marsch für unsere Leben»: Cameron Kasky, ein Überlebender des Schulmassakers in Florida, winkt den Teilnehmern des Protestmarschs zu. Bild: AP/FR170079 AP

Das junge Amerika geht gegen Waffengewalt an Schulen auf die Strasse



Gut einen Monat nach dem Schulmassaker von Parkland mit 17 Toten ist es in den USA landesweit zu Massenprotesten gegen Waffengewalt gekommen. Allein in Washington versammelten sich am Samstag mehrere Tausend überwiegend junge Leute zu einem «Marsch für unsere Leben».

Insgesamt wurden allein in Washington eine halbe Million Teilnehmer erwartet – das wäre eine der grössten Protestveranstaltungen in der amerikanischen Hauptstadt in der jüngeren Geschichte.

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Massendemo «March for Our Lives» gegen Waffengewalt
quelle: epa/epa / jim lo scalzo
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Grosse Kundgebungen fanden unter anderem auch in Chicago, Boston, Philadelphia, Miami, Minneapolis, Houston, Los Angeles sowie in New York, der Heimatstadt von US-Präsident Donald Trump, statt.

Nach Angaben der Organisatoren sind in den USA und anderen Ländern unter dem Motto #NeverAgain" (Nie wieder) mehr als 800 Protestmärsche geplant.

Protestler vor dem Trump-Tower hielten selbstgemalte Schilder mit Parolen wie «Wenn unsere Führer sich wie Kinder verhalten, müssen Kinder führen» oder «Ich wähle 2020» hoch.

US-Präsident Donald Trump hielt sich weder in Washington noch in New York auf. Er verbrachte das Wochenende auf seinem privaten Luxusanwesen Mar-a-Lago.

Das Weisse Haus veröffentlichte jedoch eine Erklärung, in der es hiess: «Wir applaudieren den vielen mutigen jungen Amerikanern, die heute ihr Verfassungsrecht nach Artikel 1 (Recht auf freie Meinungsäusserung) ausüben. Unsere Kinder zu schützen ist eine Top-Priorität des Präsidenten (...).»

Weiter wurde auf Schritte zur Schulsicherheit hingewiesen, die der Präsident bereits ergriffen habe – die aber nach Ansicht der Protestierenden bei weitem nicht ausreichen. 

19-Jähriger hatte 17 Menschen erschossen

Organisiert wurde die Veranstaltung in der US-Hauptstadt von Schülern der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland in Florida. Dort hatte ein 19-Jähriger am 14. Februar 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen. Seitdem haben überlebende Schüler eine Protestaktion gegen Waffengewalt und für striktere US-Waffengesetze gestartet, die mittlerweile zu einer Bewegung mit landesweiten Protesten geworden ist. Auch viele Eltern schlossen sich an.

In Parkland selber versammelten sich am Samstag ebenfalls Tausende zu einer Kundgebung. «Und das ist erst der Anfang», sagte Adam Buchwald, einer der überlebenden Schüler, vor der Menschenmenge.

Auch in Sydney, Tel Aviv, Berlin und London

Solidaritätskundgebungen wurden auch aus anderen Länder gemeldet, darunter aus Sydney, Tel Aviv, Berlin und London. Sogar in China sollen sich Menschen zu Demonstrationen versammelt haben.

Bei der zentralen Veranstaltung in Washington wollten die Menschen vom Kapitol zum Weissen Haus ziehen. Wegen der grossen Menge, die sich schon am frühen Morgen zu bilden begann, war aber nicht sicher, ob sich dass überhaupt umsetzen lassen würde. «Und wir werden weitermachen, bis unsere Stimmen gehört werden», sagte Schüler David Hogg von der betroffenen High School in Parkland.

Unterstützung von Obama, Clooney, Timberlake

Bei der Demonstration sollten auch Stars wie Miley Cyrus und Ariana Grande auftreten. Schauspieler George Clooney und seine Frau Amal kündigten ihre Teilnahme an. Zudem sicherten sie in einem Brief an Überlebende des Schulmassakers ihre Solidarität zu. «Amal und ich stehen unterstützend und dankend hinter euch. Ihr macht mich wieder stolz auf mein Land», erklärte der 56-Jährige in dem von der britischen Zeitung «The Guardian» veröffentlichten Schreiben.

Auch die Moderatorin Oprah Winfrey und der Regisseur Steven Spielberg stellten sich an die Seite der Schüler. Ihre Teilnahme kündigten auch die Popstars Miley Cyrus, Ariana Grande und Justin Timberlake an.

Der frühere US-Präsident Barack Obama, der sich in seiner Amtszeit erfolglos für strengere Waffengesetze eingesetzt hatte, lobte in einem Brief an die Parkland-Schüler ihre «Ausdauer, Entschlossenheit und Solidarität». Sie hätten dabei geholfen, «das Gewissen der Nation zu wecken». Der frühere US-Präsident Bill Clinton erklärte, das Land müsse den Schülern und ihren Mitstreitern dankbar sein.

Die Schüler fordern unter anderem ein völliges Verbot von Sturmgewehren in den Händen von Zivilisten und eine generelle Heraufsetzung des Alters bei Waffenkäufen auf 21 Jahre.

Trump hatte zwar diesen Monat unter dem Druck der Proteste ein Massnahmenbündel zur Schulsicherheit verkündet, aber praktisch nichts zur Verschärfung der Waffengesetze unternommen.

Regierung stellt Verbote in Aussicht

Offenbar mit Blick auf den Massenprotest stellte die US-Regierung aber ein Verbot von Schnellfeueraufsätzen in Aussicht. Das Justizministerium wolle «Bump Stocks» der Kategorie Maschinengewehre zuordnen, teilte Justizminister Jeff Sessions am Freitag mit. Durch die neue Kategorisierung würden die Vorrichtungen, die eine halbautomatische Waffe zu einer Maschinenpistole mit Dauerfeuer umfunktionierten, de facto verboten.

Einen solchen Aufsatz benutzte im Oktober 2017 Todesschütze Stephen Paddock bei seinem Anschlag auf Konzertbesucher in Las Vegas. Er tötete 58 Menschen, 700 weitere wurden verletzt. Die Öffentlichkeit hat jetzt noch 90 Tage Zeit, sich zum Vorschlag von Sessions zu äussern. Erst dann kann er in Kraft treten. (sda/dpa/afp)

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