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Brandanschlag auf Moschee in Flums

Zwei Molotow-Cocktails in Vereinslokal geworfen

Anschlag auf
Flumser Moschee: Überwachungsvideo hielt Tat fest

Unbekannte haben in den frühen Morgenstunden einen Anschlag auf den islamisch-albanischen Kulturverein in Flums (SG) verübt. 

maurice thiriet, flums



Die Bar vor dem Gebetsraum des Islamisch-Albanischen Kulturvereins in Flums ist zerstört. Wie Vereinspräsident Arben Sulejmani sagt, hat die Überwachungskamera im Lokal aufgezeichnet, wie ein Mann um etwa 2.30 Uhr morgens die Glasscheibe in der Eingangstür einschlug und zwei Molotow-Cocktails in den Raum warf. 

Erst am frühen Sonntagmorgen bemerkte ein Passant den Brand, den die Feuerwehr in der Folge löschen musste, sagt Sulejmani. Aus dem Morgengebet, das Sulejmani um sieben Uhr beginnen wollte, wurde nichts.  

Schadensumme nicht bekannt

Das Vereinslokal besteht aus einem grösseren Aufenthaltsraum und einem Gebetsraum, der wird auch als Moschee bezeichnet. Zur Identität des oder der Täter gibt es laut Kantonspolizei bislang keine Anhaltspunkte. Die Schadenhöhe könne im Moment nicht beziffert werden.

Wer hat etwas gesehen?

Personen, die Angaben zum Vorfall machen können, sollen sich bei der Kantonspolizei St.Gallen melden, Telefon 058 229 49 49.

Gemeindepräsident zeigt sich überrascht

Der Flumser Gemeindepräsident Christoph Gull zeigte sich ebenfalls sehr überrascht und betonte, dass in der Vergangenheit nichts Negatives vorgefallen sei. Der Verein habe sich aktiv um Kontakte zur Dorfgemeinschaft bemüht. So habe man zum Beispiel im Sommer mit der Kirchgemeinde einen gemeinsamen Anlass durchgeführt.

Interview mit Flumser Gemeindepräsident 1/2

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Der Flumser Gemeindepräsident Christoph Gull  video: youtube/watson

Interview mit Flumser Gemeindepräsident 2/2

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Der Flumser Gemeindepräsident Christoph Gull  video: youtube/watson

«Ich glaube nicht, dass dieser Anschlag einen islamophoben Hintergrund hat.»

Irfan Mulsiji, Imam des Gebetsraums

Irfan Mulsiji, Imam des Gebetsraums, teilt die Einschätzung des Gemeindepräsidenten: «Ich glaube nicht, dass dieser Anschlag einen islamophoben Hintergrund hat. Wir haben mit den Gemeindeeinwohnern und den anderen Konfessionsgemeinschaften ein sehr gutes Verhältnis und zwar schon seit Jahren. Vor einem Monat fand der religiöse Begegnungstag mit katholischen und reformierten Gläubigen statt. Das war ein grosser Erfolg.»

Weniger versöhnlich zeigt sich Nicolas Blancho, Präsident des umstrittenen Islamischen Zentralrats: «Es deutet viel darauf hin, dass die angeheizte Stimmung in den sozialen Medien und in den Kommentarspalten der Medien zu solchen Gewaltakten führt. Das ist besorgniserregend und zu verurteilen.»

Blancho und Illi kamen zusammen mit ihrer Entourage von rund 15 Personen auf Platz und besichtigten den Schaden medienwirksam. Nach rund 20 Minuten verliessen sie Flums wieder.

Reaktion von Nicolas Blancho 1/3

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Nicolas Blancho, Präsident des Islamischen Zentralrats video: youtube/watson

Reaktion von Nicolas Blancho 2/3

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Nicolas Blancho, Präsident des Islamischen Zentralrats video: youtube/watson

Reaktion von Nicolas Blancho 3/3

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Nicolas Blancho, Präsident des Islamischen Zentralrats video: youtube/watson

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22 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Gianni Thommen
07.12.2014 16:19registriert February 2014
Es macht keinen Sinn, den IZRS um eine Stellungsnahme zu bitten. Dieser Rat hat mit dem Islam nichts zu tun und steht für eine überwältigende Mehrheit der Schweizer Muslime nicht stellvertretend. Er gehört isoliert und ignoriert. Er darf keine Plattform bekommen.
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Abel Emini
07.12.2014 20:35registriert April 2014
Der albanische Verein und die Moschee haben nichts mit Nicolas Blancho und dem IZRS zu tun. Ebenso hat die albanische Gemeinschaft in der Schweiz keinen Bezug mit dem IZRS, ich als Albaner distanziere mich ebenso von IZRS. Ich hoffe, dass nicht weiterhin albanische Lokale Opfer des IZRS-Terror gegen die Schweiz werden. Ich möchte niemanden beschuldigen aber glaube fest daran das die IZRS selbst hinter dem Anschlag steht, da die Mehrheit der Albaner moderater sind.
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