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Copernicus: 2026 reisst fast sicher 1,5-Grad-Marke

Copernicus: 2026 reisst fast sicher 1,5-Grad-Marke

06.11.2026, 11:2706.11.2026, 11:27

Das Jahr 2026 wird nach Angaben des EU-Klimawandeldienstes Copernicus fast sicher die Marke von 1,5 Grad globaler Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit reissen. Dies wäre das zweite Mal nach 2024, wie der Dienst mitteilte – als offiziell gerissen gilt das Ziel erst im mehrjährigen Durchschnitt.

A woman protects herself from the sun with an umbrella while walking along a street as a heat wave reaches the country in Zurich, Switzerland, on Monday, July 29, 2024. (KEYSTONE/Michael Buholzer)
Eine Frau schützt sich mit einem Schirm vor der Sonne.Bild: keystone

Die Weltgemeinschaft wollte die Erderwärmung eigentlich auf 1,5 Grad begrenzen, um die katastrophalsten Folgen der Klimakrise abzuwenden. Höchstwahrscheinlich werde 2026 das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen sein, schätzt Copernicus. Mit einer 20-prozentigen Wahrscheinlichkeit könnte das Jahr sogar den Rekordwert von 2024 übersteigen.

Auch für den Vier-Jahres-Durchschnitt des Zeitraums 2023 bis 2026 erwarten die Experten des Klimawandeldienstes, dass er über 1,5 Grad liegen wird.

Wärmster Oktober bisher

Der vergangene Monat war den Angaben zufolge weltweit der wärmste Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen – mit einer durchschnittlichen weltweiten Oberflächentemperatur, die für den Monat sogar 1,75 Grad über der vorindustriellen Zeit lag. Es war der dritte Monat in Folge, der über der 1,5-Grad-Grenze lag.

«Ein aussergewöhnlich starker El Niño heizt das durch menschliche Aktivitäten bereits erwärmte Klima weiter an, während das Jahr 2026 auf dem besten Weg ist, das zweite Kalenderjahr zu werden, in dem die Erwärmung über 1,5 Grad liegt», erklärte Samantha Burgess vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage.

«Besonders bedeutsam ist, dass auch der Vierjahresdurchschnitt voraussichtlich 1,5 Grad überschreiten wird, was verdeutlicht, wie anhaltend diese Phase globaler Erwärmung geworden ist.»

Die Realität im «Overshoot»-Szenario

Die Vereinten Nationen gehen mittlerweile auch offiziell davon aus, dass das im Pariser Klimaabkommen angestrebte 1,5-Grad-Ziel gerissen wird – das nennt man «Overshoot». Weil dadurch jedoch drastische Klimaextreme und gefährliche Kipppunkte drohen, soll die Überschreitung nach Möglichkeit so kurz und gering wie möglich gehalten werden.

Risiken und Auswirkungen verstärkten sich mit jedem Bruchteil eines Grades und mit jedem Jahr, heisst es in einem Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP von September. (dab/sda/dpa)

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