Sexismus
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Die Laeuferinnen starten zur 5 km Strecke am 31. Schweizer Frauenlauf, am Sonntag, 11. Juni 2017 in Bern. (KEYSTONE/Thomas Delley)

Helvetia rennt – hier am Frauenlauf in Bern. Bild: KEYSTONE

Schweizer Sportlerinnen wollen mehr Mitsprache – das sind ihre 4 Forderungen

Die Kampagne «Helvetia rennt!» will den weiblichen Einfluss in den Schweizer Sportorganisationen vergrössern.

Rainer Sommerhalder / CH media



Am Samstagabend wurde die Website aufgeschaltet: «Helvetia rennt! – Jetzt reden wir mit». Eine breite Bewegung von und für Frauen im Sport. Getragen von der Interessenvertretung «alliance F», der Stimme für Gleichstellung von Frau und Mann in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Angelehnt an die Kampagnen «Helvetia ruft!» mit Forderungen an die Politik und «Helvetia rockt» mit Erwartungen an die Kultur.

Nun richtet sich die Stimme der Frauen also auch an den Schweizer Sport und prangert an erster Stelle die massive Untervertretung in den Entscheidungsgremien der Verbände an. 42 Prozent der Schweizer Teilnehmenden an den Winterspielen 2018 in Südkorea waren Frauen, aber nur 16 Prozent der Trainer und Funktionäre. 36 Prozent der Mitglieder in Schweizer Sportvereinen sind weiblich, aber nur acht Prozent der Präsidien in den Verbänden.

epa06508261 Team Switzerland with flag bearer Dario Cologna during the Opening Ceremony of the PyeongChang 2018 Olympic Games at the Olympic Stadium, Pyeongchang county, South Korea, 09 February 2018.  EPA/VASSIL DONEV

Das Schweizer Team an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Pyeongchang – mit Fahnenträger Dario Cologna. Bild: EPA

Support erhalten die Sportlerinnen von Ständerätin Maya Graf, Co-Präsidentin von «alliance F». Die Baselbieterin sagt: «Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass fairer Sport gleich faire Bedingungen und Förderung von Sportlerinnen beinhaltet.»

Swiss Olympic will Diversität fördern

Oben auf der Website von «Helvetia rennt!» steht die Zahl 0. Sie widerspiegelt die Anzahl Frauen in der Geschäftsleitung von Swiss Olympic. Die langjährige Marathonläuferin Maja Neuenschwander arbeitet als Projektleiterin «Frau und Spitzensport» für ebendiesen Dachverband des Schweizer Sports. Ihr liegt am Herzen, dass «das Umfeld des Sports weiblicher wird», nachdem bei den Aktiven doch vielerorts praktisch Geschlechter-Gleichstand erreicht ist – etwa bei den Teilnehmenden an den Olympischen Spielen von Tokio oder in den Kommissionen des IOC.

Das Projekt «Frau und Spitzensport» investiert in Massnahmen für dieses Sportsystem und sorgt damit quasi für den Nährboden, der den Frauen den Weg zur Gleichstellung ebnet. Roger Schnegg, Direktor von Swiss Olympic, sagt: «Swiss Olympic würde es begrüssen, wenn mehr Frauen in Sport-Führungspositionen stehen würden – ob bei uns oder bei den Verbänden. Wir versuchen, Diversität generell zu fördern.»

Kampagne mit vier konkreten Forderungen

Die Initiantinnen stellen vier konkrete Forderungen: Sie wollen, dass die Entscheidungsgremien von Sportverbänden zu gleichen Teilen aus Frauen und Männern bestehen, dass Kaderstellen öffentlich ausgeschrieben werden. In Sportmedien verlangen sie eine signifikante Erhöhung des Frauenanteils. Zum Zweiten fordert die Kampagne gleichberechtigten Zugang zu Fördergeldern.

Drittens verlangt sie eine Anlaufstelle gegen Missbrauch im Sport. Zu diesem Punkt hat die Sportkommission auf Antrag von Graf im Parlament eine Motion eingereicht, die am 8. Dezember im Ständerat beraten wird.

Zu guter Letzt verlangen die Frauen einen Verzicht auf Sexismus im Sport. Konkret formuliert ist eine Forderung zur Vorgabe von Sportkleidung: Frauen sollen nicht mehr Haut zeigen müssen als Männer.

Support erhält die Idee von Bundesrätin Viola Amherd. Die Sportministerin hat mehrmals selbst Forderungen nach einem höheren Frauenanteil in Sportgremien gestellt. «Ich unterstütze das Projekt ‹Helvetia rennt›. Frauen müssen im Sport gleichberechtigt mitreden und mitgestalten können.»

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