Leben
Konsum

Ikea erweitert Second-Hand-Geschäft – das ist der Stand in der Schweiz

vibrant IKEA store, iconic yellow signage recognizable logo, and Modern commercial architecture, logo global consumer culture, Sweden retail industry, Frankfurt am Main, Germany, September 18, 2023
Ikea testet Direktangebote an Verkäufer über seinen Second-Hand-Marktplatz neu in Grossbritannien, Irland und Deutschland.Bild: iStock Editorial

Ikea baut sein Second-Hand-Geschäft aus – das ist der Stand in der Schweiz

Ikea testet Direktangebote an Verkäufer über seinen Second-Hand-Marktplatz neu in Grossbritannien, Irland und in Kürze auch in Deutschland. Das ist für die Schweiz geplant.
07.10.2026, 16:5907.10.2026, 16:59

Ikea baut den Direktverkauf von Second-Hand-Möbeln in weiteren Ländern aus. Die Ingka Group, der weltweit grösste Ikea-Händler, weitet ihren eigenen Marktplatz auf Grossbritannien und Irland sowie ab dem 14. Oktober auf Deutschland aus, heisst es in einer Pressemitteilung. Dabei verkaufen Konsumentinnen und Konsumenten ihre Ikea-Möbel direkt an andere Privatpersonen.

Das Unternehmen testet gleichzeitig die engere Verknüpfung mit dem bestehenden Buyback-Programm. Dies ermöglicht es Kundinnen und Kunden, qualifizierte gebrauchte Produkte direkt an Ikea zu verkaufen. In Portugal und Spanien sollen Verkäuferinnen und Verkäufer künftig direkt beim Publizieren eines Produkts ein Angebot von Ikea erhalten können. Die Kundschaft kann dann wählen, ob sie das Produkt an einen anderen Interessenten verkaufen oder zu einem Ikea Store bringen möchte, um den Buyback-Prozess abzuschließen.

Neun Märkte

Der Ikea-Secondhand-Marktplatz ist bereits in Spanien, Norwegen, Portugal, Polen, Schweden und Belgien erhältlich. Mit Deutschland sind dann insgesamt neun Märkte Teil des Marktplatzes. Die ersten Markttests begannen im Juni 2024 in Madrid und Oslo.

Ikea testet zusätzlich auch Lieferpartnerschaften, um Käufern und Verkäufern zu helfen, Produkte von einem Haus in ein anderes zu bringen, insbesondere grössere Möbel beim Umzug. Getestet wird dies zurzeit in Portugal und Schweden.

Ikea
Ikea-Produkte machen schätzungsweise 9 Prozent des Second-Hand-Marktes für Wohnmöbel ausBild: Screenshot/Ikea

Im Durchschnitt können gebrauchte Ikea-Produkte, die auf der Plattform aufgeführt sind, 60 Prozent weniger kosten als die neue Möbel.

Für Ikea ist der Marktplatz neben einem zusätzlichen Verkaufskanal auch dazu da, Kundenbeziehungen neu aufzubauen oder wiederzubeleben, denn 25,5 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer sind laut der Ingka Group neue oder reaktivierte Ikea-Family-Mitglieder.

So ist die Lage in der Schweiz

2024 hiess es, die Plattform könne auch bald in die Schweiz kommen. «Auch für uns in der Schweiz ist der Pilotversuch von grossem Interesse – denn wir haben es uns zum Ziel gesetzt, bis 2030 zu einem zirkulären Unternehmen zu werden», meinte Ikea Schweiz auf Anfrage des Blick.

Doch wie ist der Stand nun zwei Jahren später? Auf Anfrage heisst es von Ikea Schweiz:

«Die bisherigen Erfahrungen und das Kundenfeedback sind positiv. Ikea prüft deshalb fortlaufend die Möglichkeiten für weitere Märkte, darunter auch die Schweiz.»
Ikea Schweiz

Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es jedoch noch keinen kommunizierbaren Entscheid zu einer Einführung in der Schweiz.

Das Ziel von Ikea sei es, nachhaltiges Wohnen zugänglicher und erschwinglicher zu machen. Durch den Marktplatz könne die Lebensdauer von Möbeln verlängert werden und Abfall reduziert werden. Dies wird auch ohne Marktplatz zum Teil schon umgesetzt: Bereits seit 2019 kauft Ikea auch in der Schweiz gut erhaltene, gebrauchte Ikea-Möbel zurück, welche das Unternehmen in ihren Filialen oder online wiederverkauft.

2023 handelte es sich dabei um 19’200 Artikel. Seit 2021 hat sich die Zahl mehr als verdoppelt.

Fast Furniture

Mit seinem Secondhand Service versucht Ikea wohl den Problemen, die Fast Furniture verursacht, entgegenzuwirken. Die Herstellung so genannter Fast Furniture, das Äquivalent zu Fast Fashion, braucht riesige Mengen an Holz. Jedes Jahr werden so ganze Waldflächen abgeholzt, vielfach illegal.

Regenwald
Viele Wälder werden für Billigmöbel abgeholzt.Bild: Shutterstock

Fast Furniture enthält zudem oftmals synthetische Fasern, die aus fossilen Brennstoffen hergestellt wird und eine hohe Menge an Energie und Wasser verbraucht. Recycling ist vielfach nicht möglich, da die chemischen Harze und Kunststofflaminate nicht recyclebar und biologisch abbaubar sind. Viele Billigmöbel landen deswegen im Abfall und werden verbrannt, schreibt das SRF. In Europa sind das jährlich alleine 10,78 Millionen Tonnen Möbel.

Um umweltverträglicher zu konsumieren, müssen Produkte länger genutzt werden. Secondhand-Plattformen können dabei helfen. Und da Brockenstuben an zu viel Massenware aus den gängigen Möbelhäusern nicht besonders viel Freude haben, bieten spezialisierte Plattformen eine gute Möglichkeit, auch solche Möbel weiterzugeben und länger zu nutzen.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
So sah IKEA-Werbung aus, bevor sie cool sein wollte ...
1 / 15
So sah IKEA-Werbung aus, bevor sie cool sein wollte ...
IKEA Katalog 1970
Auf Facebook teilenAuf X teilen
IKEA führt eine Stille Stunde ein
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Heidi Klum bringt Tochter Lou zur Paris Fashion Week
Neun Tage lang zeigten Modehäuser wie Chanel oder Valentino ihre Kollektionen für das Jahr 2027. Überrascht hat daneben auch der Auftritt von Heidi Klums 16-jähriger Tochter Lou.
Die Paris Fashion Week fand vom 28. September bis zum 6. Oktober statt. Neun Tage lang drehte sich in der französischen Hauptstadt alles um die Prêt-à-Porter-Kollektionen für Damen für die Frühjahr-/Sommer-Saison 2027. Die Shows der grossen Modehäuser besuchten unter anderem Stars wie Heidi Klum, Pedro Pascal und Rihanna.
Zur Story