Wirtschaft
Konsum

Ikea-Preise wegen Familienrabatt in der Kritik

Bund greift ein: Ikea muss 15'000 Preisschilder anpassen

Der Konsumentenschutz kritisiert die aus seiner Sicht irreführenden Preisangaben bei Ikea. Er hat den Fall dem Seco gemeldet. Schon Migros und Coop wurden deswegen kritisiert.
30.04.2026, 09:5330.04.2026, 10:09

Der übliche Preis ist in kleiner Schrift angegeben, der günstigere, gross angeschriebene Preis gilt nur für Ikea-Family-Mitglieder. Das sorge regelmässig für Unklarheiten und Missverständnisse an der Kasse, schreibt der Konsumentenschutz mit Verweis auf «Angestelltenkreise» in einer Mitteilung.

«Kundinnen und Kunden bemerken den tatsächlichen Preis, wenn überhaupt, erst an der Kasse und zahlen Aufpreise von mehreren Hundert Franken. Diese Art von Preisanschrift ist irreführend. Sie verstösst gegen die Regeln der Preisbekanntgabe», wird Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, zitiert.

Ikea Preisschild Konsumentenschutz
Der Normalpreis ist in ganz kleiner Schrift angegeben. Ohne Ikea-Family-Mitgliedschaft kostet der Sessel allerdings 25 Prozent mehr.Bild: Stiftung für Konsumentenschutz

Diese Praxis werde nicht nur in den Einrichtungshäusern, sondern auch online gehandhabt. Der Konsumentenschutz betont, dass gemäss der Preisbekanntgabeverordnung Preise für die Kundschaft nachvollziehbar und unmissverständlich sein müssen. Der Fall wurde deshalb dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gemeldet. Dieses habe angekündigt, bei Ikea zu intervenieren.

Ikea Preisschilder konsumentenschutz
Das online bestellbare Sofa kostet normal 60 Prozent mehr.Bild: Stiftung für Konsumentenschutz

Das sagt Ikea Schweiz

Ikea Schweiz rechtfertigt das Vorgehen. Die kostenlose Ikea-Family-Mitgliedschaft stehe allen offen. Die Preise würden prominent angepriesen, weil es sich um exklusive Angebote handle, teilt das Unternehmen gegenüber SRF mit. Gleichzeitig räumt man ein, dass die Darstellung missverständlich sein könne. Gemeinsam mit dem Seco werde deshalb an einer Lösung gearbeitet. Demnach sollen die Preisschilder von 15'000 Artikeln in zehn Filialen angepasst werden. Auch bei vier Plan-and-Order-Point-Standorten sind Anpassungen geplant.

Migros hat laut Konsumentenschutz noch nicht nachgebessert

Ikea steht mit der Praxis nicht allein da. Erst kürzlich wurde bekannt, dass das Seco Migros und Coop kritisiert hat, weil sie Aktionspreise, die nur für den Kauf von mehreren Packungen gelten, gross hervorheben, während der Preis für Einzelstücke kaum lesbar sei.

Die Migros wurde deshalb aufgefordert, die Preisschilder anzupassen. «Unsere Stichproben zeigen, dass die Migros noch immer irreführende Preisschilder verwendet. Dies und die Seco-Intervention bei Ikea zeigen, dass bei der Einhaltung der Preisbekanntgabeverordnung einiges im Argen liegt», schreibt der Konsumentenschutz. Gleichzeitig ruft er Konsumentinnen und Konsumenten dazu auf, weitere irreführende Preisangaben zu melden. (vro)

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