Digital
EU

Datenschützer stoppen Facebooks neues Dating-Feature für Europa

Bild
bild: unsplash / Kev Costello

Datenschützer stoppen Facebooks neues Dating-Feature für Europa

13.02.2020, 06:5413.02.2020, 06:56

Facebook hat den Start seiner Dating-Funktion in Europa nach dem Einschreiten der irischen Datenschutzbehörde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die Datenschützer erklärten, sie seien besorgt gewesen, dass das Online-Netzwerk sie erst Anfang des Monats über Pläne informiert habe, die Flirt-Plattform am 13. Februar nach Europa zu bringen. Deshalb habe die Behörde am vergangenen Montag eine «Inspektion» bei Facebook in Dublin durchgeführt und Unterlagen eingesammelt.

Facebook teilte dazu am Mittwoch mit, man habe an starken Datenschutz-Massnahmen für die Funktion sowie der Einschätzung zur Datenerhebung gearbeitet und diese nach Aufforderung mit der irischen Behörde geteilt. Einen Tag zuvor hatte Facebook lediglich erklärt, man nehme sich «noch etwas mehr Zeit, um das Produkt für Europa vorzubereiten» – ohne dabei die Kontroverse mit den Datenschützern zu erwähnen.

Die irische Datenschutzbehörde ist in der Europäischen Union federführend für Facebook zuständig, weil Facebook in Dublin seinen Europa-Sitz hat.

Was ist das für ein neues Facebook-Features?

Bei Facebooks Flirt-Funktion können Nutzer im Alter über 18 Jahren ein separates Dating-Profil anlegen. Facebook schlägt dann potenzielle Partner vor – auf Grundlage seines Wissens über Interessen und Aktivitäten der Nutzer.

Facebook-Freunde sind davon ausgenommen – ausser man kennzeichnet sie im Dating-Profil als «heimlichen Schwarm». Davon erfahren die Nutzer dann nur, wenn es eine gegenseitige Übereinstimmung gibt. Um die Flirt-Funktion sicher zu gestalten, können zwischen den Dating-Profilen keine Fotos, Weblinks, Videos oder Zahlungen verschickt werden, betonte Facebook zum US-Start der Funktion im vergangenen September. Jeder könne einen anderen Nutzer blockieren oder melden. Facebook gibt Nutzern zugleich die Möglichkeit, Inhalte aus der konzerneigenen Fotoplattform Instagram einzubinden.

Die Pläne für eine Dating-Funktion hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg erstmals im Frühjahr 2018 vorgestellt.

Quellen:

(dsc/sda/awp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
«Hate Speech» bei Facebook – was toleriert wird, und was nicht
1 / 27
«Hate Speech» bei Facebook – was toleriert wird, und was nicht
Dürfen Facebook-Nutzer «Asylanten raus» fordern und Flüchtlinge als «faule Räuber und Diebe» bezeichnen, «die unser Land überschwemmen»? Die Antwort lautet ...
quelle: epa/epa / koca sulejmanovic
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Zu viel am Handy? Dr. Watson weiss, woran du leidest
Video: watson
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
E-Autos in der Schweiz: Zwei Hersteller fahren allen davon
Elektroautos werden in der Schweiz beliebter und chinesische Automarken erobern rasch Marktanteile. Doch in zahlreichen europäischen Ländern vollzieht sich der Wandel zur E-Mobilität weit schneller.
Im Juli kamen fast 5000 neue E-Autos auf Schweizer Strassen. Das sind 26 Prozent aller neu zugelassenen Personenwagen. Seit Anfang Jahr ist ebenfalls fast jede vierte Neuzulassung ein Stromer, ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Nach einem Tesla-Zwischenhoch im Juni dominierte im Juli erneut Skoda die E-Auto-Neuzulassungen in der Schweiz; dahinter lieferten sich BMW, Mercedes, Volvo und VW ein enges Rennen um die Podestplätze. Der chinesische E-Auto-Gigant BYD rückte auf Rang 6 vor und liess bekannte Namen wie Audi und Renault hinter sich.
Zur Story