USA fürchten Einschleppung von Schraubenwurmfliege

Sie frisst Tiere bei lebendigem Leib – USA fürchten Einschleppung der Schraubenwurmfliege

Lange galt die Schraubenwurmfliege in Mexiko und Mittelamerika als beseitigt. Seit einiger Zeit breitet sich die Fliege, die sich auf eine gruslige Art fortpflanzt, wieder aus – auch die USA sind bedroht.
02.09.2025, 05:1902.09.2025, 06:38

Landwirte in den USA befürchten seit längerem eine Einschleppung der Schraubenwurmfliege aus dem Süden. Die US-Grenze wurde deshalb kürzlich für Rinderimporte aus Mexiko geschlossen.

In Mittelamerika und Mexiko sorgt die Schmeissfliegen-Art vermehrt für Verluste bei Nutztierhaltern. Seit Beginn des Ausbruchs vor etwa zwei Jahren wurden in der Region rund 100'000 erkrankte Nutztiere erfasst, die meisten davon in Panama, wie die regionale Organisation für Agrargesundheit (OIRSA) berichtete. Im US-Nachbarland Mexiko wurden bis August 5000 Fälle bei Tieren gemeldet, was einem Anstieg von 53 Prozent im Vergleich zu Juli entspricht.

Alfredo Chavez, a cattle rancher and livestock technician, shows New World screwworm larvae removed from a cow at his ranch in Cintalapa, Chiapas, Mexico, Wednesday, July 23, 2025, amid an infestation ...
Ein Farmer zeigt eine Larve der Schraubenwurmfliege, die er einem seiner Tiere entfernt hat.Bild: keystone

Die Fliege hat eine gruslige Art, sich fortzupflanzen: Sie legt ihre Eier in Wunden oder in die Schleimhäute von Tieren. Die Nase oder der Darmausgang sind neben offenen Wunden geeignete Ablageplätze. Dort schlüpfen dann die Larven des mit gesamten Namen Neuwelt-Schraubenwurmfliege (lateinisch Cochliomyia hominivorax) heissenden Insekts. Die Maden beginnen sich vom Fleisch ihres Wirts zu ernähren und fressen sich tief ins Gewebe hinein. Der Wirt wird dadurch geschwächt, auch Infektionen, die zum Tode führen können, können verursacht werden.

Hat sich die Made vollgefressen, lässt sie sich aus der Wunde auf den Boden fallen, wo sie sich verpuppt und schliesslich eine neue Fliege schlüpft. Auch Menschen können von der Schraubenwurmfliege befallen werden, allerdings gibt es wesentlich weniger Fälle als beispielsweise bei Rindern.

In Europa gibt es zahlreiche mit den Schraubenwurmfliegen verwandte Schmeissfliegen-Arten, die aber keinen tief ins Fleisch reichenden Befall wie bei Cochliomyia hominivorax verursachen. Und gut zu wissen: Die Art, welche die USA derzeit fürchten, stirbt, wenn es kalt wird. Den Winter in den meisten europäischen Ländern würde sie deshalb nicht überleben.

(sda/dpa/con)

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