Internationaler Schlag gegen Hackerbande: 16-Jähriger soll Anführer sein
Bei einer internationalen Polizeiaktion ist die Infrastruktur der Ransomware-Gruppe «KillSec» zerschlagen worden. An der Operation waren auch die Schweizer Bundesanwaltschaft und das Bundesamt für Polizei (Fedpol) beteiligt. Drei Personen wurden dabei festgenommen und mehrere Server beschlagnahmt.
Die koordinierte Aktion fand am Mittwoch statt, wie das Fedpol und die Bundesanwaltschaft am Donnerstag mitteilten. Im Rahmen der Operation wurden drei Personen festgenommen sowie Beweismittel und Vermögenswerte beschlagnahmt. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich beim Anführer von KillSec um einen 16-Jährigen handle.
Insgesamt gab es acht Hausdurchsuchungen in Spanien, Griechenland, dem Vereinigten Königreich und Rumänien. Die Behörden stellten dabei mindestens 110 Terabyte an gestohlenen Daten sicher. Zudem wurden fünf Server beschlagnahmt, welche die Gruppe zur Speicherung der Opferdaten verwendete.
Strafverfahren in der Schweiz
Hintergrund des Schweizer Engagements ist ein Strafverfahren, das die Bundesanwaltschaft seit Juli 2025 gegen Unbekannt führt. Es betrifft Ransomware-Angriffe der Gruppe «KillSec» auf mehrere Schweizer Unternehmen zwischen Oktober 2023 und Juni 2025.
Die Gruppe wandte die Methode der «doppelten Erpressung» an. Dabei stahlen die Täter zuerst Daten, verschlüsselten die Server und drohten dann mit der Veröffentlichung der Daten im Darknet, falls kein Lösegeld bezahlt würde.
Die Ermittlungen wurden auf internationaler Ebene von Europol und Eurojust koordiniert. Neben Behörden der Schweiz waren solche aus sieben weiteren Ländern beteiligt. Die Ermittlungen in der Schweiz werden fortgesetzt. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung. (sda)
