Digital
Apple

Apple verklagt ChatGPT-Firma OpenAI

FILE - The Apple logo is illuminated at a store in Munich, Germany, April 2, 2026. (AP Photo/Matthias Schrader, File)
Apple Results
Der Klage zufolge kam Apple nach Ermittlungen zu dem Schluss, dass Tan vertrauliche Informationen des iPhone-Konzerns zum Vorteil von OpenAI missbraucht haben solle.Bild: keystone

Vorwurf des Diebstahls von Firmengeheimnissen: Apple verklagt ChatGPT-Firma OpenAI

11.07.2026, 06:0711.07.2026, 06:07

Apple wirft dem ChatGPT-Entwickler OpenAI und zwei ehemaligen Mitarbeitern in einer Klage Diebstahl von Firmengeheimnissen vor. Einer der beiden ist Tang Tan, ein ehemaliger ranghoher Apple-Designer, der heute Hardware-Chef von OpenAI ist.

Ive wird in der Klage nicht erwähnt – wohl aber die unter anderem von ihm und Tan mitgegründete Firma io Products, die OpenAI 2025 für rund 6.5 Milliarden Dollar kaufte. Man habe neben OpenAI auch io verklagt, um zu verhindern, dass über das Unternehmen weiter Apple-Geheimnisse verwendet würden, hiess es in der Klage.

Design-Guru als Türöffner

OpenAI verpflichtete für das Hardware-Projekt auch Jony Ive, den langjährigen Design-Visionär von Apple, der unter anderem massgeblich die Form von iPhones und MacBook-Laptops geprägt hatte. Das dürfte der ChatGPT-Firma geholfen haben, attraktiver für andere Apple-Beschäftigte zu werden. Der Klage zufolge sind inzwischen mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeitende bei OpenAI angestellt.

Tan gehört zu den ranghöchsten Überläufern. Er arbeitete mehr als 20 Jahre bei Apple und verantwortete vor seinem Wechsel das Design des iPhones und der Computer-Uhr Apple Watch.

Apple vermutet Strategie von OpenAI dahinter

Der Klage zufolge kam Apple nach Ermittlungen zu dem Schluss, dass Tan vertrauliche Informationen des iPhone-Konzerns zum Vorteil von OpenAI missbraucht haben solle. Unter anderem habe er Apple-Mitarbeitende aufgefordert, zu Jobinterviews für Arbeitsplätze bei OpenAI Bauteile des Konzerns mitzubringen – darunter Batterien und Gerätegehäuse in verschiedenen Farben.

Apple sieht das als Teil einer «Strategie» von OpenAI, an vertrauliche Informationen des Unternehmens zu kommen. Nach Darstellung von Apple griff die Firma zu «rechtswidrigen Abkürzungen», um das KI-Gerät zu entwickeln, weil dies sich als schwieriger erwiesen habe als angenommen.

Der andere verklagte Ex-Mitarbeiter von Apple, ein ranghoher Ingenieur, soll dem Konzern zufolge über einen mitgenommenen Firmencomputer noch als OpenAI-Beschäftigter auf vertrauliche Daten seines früheren Arbeitgebers zugegriffen haben.

Schatten auf Hardware-Projekt von OpenAI

Ive wird in der Klage nicht erwähnt – wohl aber die unter anderem von ihm und Tan mitgegründete Firma io Products, die OpenAI 2025 für rund 6.5 Milliarden Dollar kaufte. Man habe neben OpenAI auch io verklagt, um zu verhindern, dass über das Unternehmen weiter Apple-Geheimnisse verwendet würden, hiess es in der Klage.

Durch die Zusammenarbeit mit OpenAI war Ive dabei, in direkte Konkurrenz zu seinem einstigen Arbeitgeber zu treten. Nun wirft die Apple-Klage einen Schatten auf das ganze Hardware-Projekt von OpenAI.

Apple und OpenAI sind seit mehreren Jahren Partner bei der Nutzung Künstlicher Intelligenz auf iPhones und anderen Geräten des Konzerns. Apple-Kunden können allgemeine Anfragen, die die hauseigene Sprachassistentin Siri nicht beantworten kann, an ChatGPT weiterreichen lassen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Innovativ und tödlich: Der Drohnenkrieg der Ukraine
1 / 18
Innovativ und tödlich: Der Drohnenkrieg der Ukraine

Die Ukraine wehrt sich erfolgreich gegen den Aggressor Russland, dabei spielen Drohnen eine zentrale Rolle. In dieser Bildstrecke geht es um Meilensteine und historische Wendepunkte...

quelle: keystone / alex babenko
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Schlägereien und lange Schlangen an Tankstellen – Russland fehlt das Benzin
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
15 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Floh Einstein
11.07.2026 06:29registriert Januar 2014
"Hey ChatGPT, hier zwei Meldungen von sda und dpa. Fass diese zu einer zusammen."
230
Melden
Zum Kommentar
15
Angst vor Betrug: Ein Land will die WhatsApp-Nutzernamen nun stoppen
WhatsApp will seine Mitglieder künftig über Nutzernamen miteinander chatten lassen. Das könnte zu mehr Betrug führen, befürchtet ein Land und will die Funktion stoppen.
Indien geht gegen die Einführung von Nutzernamen beim beliebten Messenger WhatsApp vor. Das berichten die BBC und das US-Portal «TechCrunch» übereinstimmend. Demnach befürchtet die indische Regierung eine Zunahme von Betrugsversuchen.
Zur Story