Schweiz
Zürich

Natalie Rickli: «Impfgegner müssten auf Spitalbehandlung verzichten»

Natalie Rickli: «Impfgegner müssten eigentlich auf eine Spitalbehandlung verzichten»

01.09.2021, 08:2601.09.2021, 12:49

Die Zürcher SVP-Regierungsrätin Natalie Rickli nimmt die Ungeimpften in die Pflicht. «Wer Impfgegner ist, der müsste eigentlich eine Patientenverfügung ausfüllen, worin er bestätigt, dass er im Fall einer Covid-Erkrankung keine Spital- und Intensivbehandlung will», sagt sie gegenüber dem «Tagesanzeiger». Dies sei keine Forderung, «aber ich sage, das wäre konsequent».

Ansprache der Zuercher Regierungsraetin und Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli vor dem Impfmobil in Gossau (ZH) am Samstag, 21.August 2021. Mit mobilen Impfangeboten fuer Gemeinden und Bildungsinsti ...
Natalie Rickli am 21. August vor dem Impfmobil in Gossau (ZH).Bild: keystone

Für die SVP-Politikerin ist der Weg aus der Pandemie klar: «Impfen, impfen, impfen». Dass dies gerade in der SVP nicht alle gern hören, ist bekannt. Rund die Hälfte der SVP Wählerinnen und Wähler hat sich in Umfragen gegen das Impfen ausgesprochen. Trotzdem hat Rickli die Impfkampagne im Kanton Zürich nach den Ferien noch einmal intensiviert.

Für Gemeinden, Bildungsinstitutionen und Vereine wurden Impfmobile bereitgestellt, das Impfzentrum Triemli öffnet in wenigen Tagen wieder die Tore und ab Mitte September fährt ein Impftram durch die Stadt Zürich.

Rickli spricht sich in dem Interview zudem klar für die Zertifikatspflicht aus: «Man sollte den Geimpften keine weiteren Massnahmen mehr aufzwingen. Das Zertifikat ermöglicht es uns, wieder ein fast normales Leben zu führen.» Ungeimpfte, so Rickli, verlängern die Pandemie. «Ihretwegen haben wir Massnahmen, sie belasten das Gesundheitswesen», so Rickli.

Dass das Gesundheitswesen bereits wieder in Nöte gerät, habe die Gesundheitsdirektorin mit eigenen Augen beobachtet. Die Situation in den Spitälern und insbesondere auf den Intensivstationen bezeichnet Rickli als «angespannt».

Nach den Reiserückkehrern steckten sich die Leute gemäss Rickli bereits wieder vermehrt im Inland an. «Der Anteil der Reisenden ist bei den Neuinfektionen von 50 auf etwa 30 Prozent gesunken».

Und längst sind nicht alle alt und vorerkrankt, wie Rickli selber erleben musste. «Ich war dieser Tage im Kantonsspital Winterthur. Da liegen zwei junge Mütter, 22 und 37 Jahre alt, beide ungeimpft. Es kann auch Junge ohne Vorerkrankungen hart treffen. Das ist ein Problem, das alle angeht.» (meg)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
23 Gründe, wieso watsons sich impfen lassen haben
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Datenklau beim Bund könnte Mitarbeitende im Ausland gefährden – Schlagzeilen vom Sonntag
Ein Datenleck bei einem externen Anbieter der Pensionskasse Publica könnte für Bundesangestellte Folgen haben. Zudem sind die Covid-Kontrollen des Bundes abgeschlossen, während ein dänisches AKW-Start-up seinen Hauptsitz nach Zug verlegen will. Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
Der Bund hat nach einem Datenklau bei einem externen Software-Anbieter der Pensionskasse Publica gemäss «SonntagsBlick» hohe Risiken festgestellt. Er geht von erheblichen Schäden und längerfristigen Auswirkungen für gegenwärtige wie pensionierte Beschäftigte des Bundes aus, wie die Zeitung schrieb. Finanzministerin Karin Keller-Sutter habe am Mittwoch eine entsprechende Informationsnotiz in den Bundesrat eingebracht. Besonders betroffen seien die «Sicherheitsorgane des Bundes», hiess es laut «SonntagsBlick» darin. Der Bund warne intern, dass bestimmte Mitarbeitende von Behörden anderer Länder erkannt, vertieft befragt oder im Extremfall festgesetzt werden könnten. Der Staatssekretär für Sicherheitspolitik, Markus Mäder, habe einen geheimen Auftrag erhalten. Das Verteidigungsdepartement wollte sich laut «SonntagsBlick» dazu nicht äussern.
Zur Story