Wissen
Klima

Hitze trocknet Europas Böden immer schneller aus

The cracked soil is pictured near the dry Aume river in Saint-Fraigne, southwestern France, Thursday, Aug.14, 2025. (AP Photo/ Yohan Bonnet)
France Extreme Weather Heat
Die anhaltende Hitze und Trockenheit der vergangenen Monate hat laut einer Studie als Folge des Klimawandels die Dürre in Europa weiter verstärkt.Bild: keystone

Studie: Hitze trocknet Europas Böden immer schneller aus

23.07.2026, 05:4123.07.2026, 05:41

Die Dürre in Europa wird immer weiter verstärkt und der ausbleibende Regen ist nicht das einzige Problem. Laut einer Studie der World Weather Attribution (WWA) spielt extreme Hitze eine tragende Rolle.

Die anhaltende Hitze und Trockenheit der vergangenen Monate hat laut einer Studie als Folge des Klimawandels die Dürre in Europa weiter verstärkt. Ausschlaggebend ist nicht allein der Niederschlagsmangel, sondern vor allem die durch Hitze dramatisch gestiegene Verdunstung, wie die Forschungsergebnisse der WWA aufzeigen. Beteiligt daran waren auch Forschende des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

«Trotz höherer Winterniederschläge in weiten Teilen Europas beobachten wir inzwischen bereits im Frühjahr (...) eine verstärkte Tendenz zu ungewöhnlicher Austrocknung der Böden», sagte Dominik Schumacher vom Institut für Atmosphären- und Klimawissenschaften der ETH Zürich. «Das haben wir selbst verursacht: Mit steigenden Temperaturen nimmt der »Durst« der Atmosphäre rasch zu und entzieht Flüssen, Seen, Stauseen und Böden Feuchtigkeit.»

Landwirtschaftliche Bodendürren in Westeuropa sind der Studie zufolge etwa fünfmal wahrscheinlicher geworden als vor der Industrialisierung. In Osteuropa, wo trockene Bedingungen seit sechs Monaten anhalten, sei die Bodendürre etwa elfmal wahrscheinlicher, teilten die Autorinnen und Autoren mit. Niederschlagsdefizite, die früher keine Dürre ausgelöst hätten, würden heute zu Dürrebedingungen führen. In beiden Untersuchungsregionen habe der Klimawandel die Schwere der beobachteten Dürre erhöht.

Risiko steigt bei weiterer Erwärmung

«Am alarmierendsten ist, dass diese Bedingungen bereits bei einer Erwärmung von 1,4 Grad Celsius auftreten», sagte Mariam Zachariah vom Imperial College London. «Sollten die globalen Emissionen die Temperaturen wie prognostiziert auf 2,8 Grad Celsius ansteigen lassen, könnten diese intensiven Verdunstungsbedingungen doppelt so wahrscheinlich werden und Dürren wie diese zu einem regelmässigen Ereignis machen.»

Ohne rasche und entschlossene Emissionsminderungen steuere Europa «auf eine Zukunft zu, in der diese glühend heissen, trockenen Sommer immer wieder auftreten», fügte Zachariah an. Für die Studie hatten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zwölf europäischen Ländern Trends bei Niederschlag, Bodenfeuchte und der potenziellen Evapotranspiration (PET) – ein Mass für den «Durst» der Atmosphäre als Fähigkeit, Feuchtigkeit zu verdunsten – analysiert.

Die Forscherinnen und Forscher verweisen auf greifbare Folgen. Die Dürre belaste die Landwirtschaft erheblich. «Historische Ernteverluste (...) könnten zusammen mit den anhaltenden globalen Konflikten die Lebensmittelpreise erhöhen und Haushalte mit geringem Einkommen überproportional treffen», heisst es.

Genannt wird beispielsweise die niedrigste Maisernte Frankreichs seit 50 Jahren. Viele Länder in Europa hätten bereits Notfallbeschränkungen oder vorübergehende Verbote für nicht notwendige Nutzungen von Trinkwasser eingeführt. Das könne den finanziellen Druck erhöhen, insbesondere für einkommensschwache Haushalte. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Innovativ und tödlich: Der Drohnenkrieg der Ukraine
1 / 18
Innovativ und tödlich: Der Drohnenkrieg der Ukraine

Die Ukraine wehrt sich erfolgreich gegen den Aggressor Russland, dabei spielen Drohnen eine zentrale Rolle. In dieser Bildstrecke geht es um Meilensteine und historische Wendepunkte...

quelle: keystone / alex babenko
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«… das machen Sie ja mit Ihrem Wurstbrot auch!» Timmy-Pressekonferenz wird zur Comedyshow
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
9 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
9
450 Waffen für Hollywood – wie Solothurn in einen CIA-Deal geriet
Die Waffenfabrik Solothurn AG fand sich nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur auf der Schwarzen Liste der Alliierten wieder, sondern wurde auch in einen langwierigen Liquidationsprozess verwickelt. Was sollte mit den eingelagerten Waffen geschehen? Ein verlockendes Angebot kam 1951 unverhofft aus Hollywood.
1951: Die Waffenfabrik Solothurn AG existierte eigentlich nur noch auf dem Papier, als Aktiengesellschaft. Nach einem langen Liquidationsprozess, welcher 1946 eingeleitet wurde, konnte das Fabrikgelände in Zuchwil, im Kanton Solothurn, 1950 an die Gebrüder Sulzer AG aus Winterthur verkauft werden, welche eine Webmaschinenfabrik aufbaute. Die Belegschaft der Waffenfabrik war bis auf einzelne Wenige entlassen worden, für die Aktienpakete fanden sich keine Interessenten und immer noch befanden sich noch grosse Mengen an Waffen und Munition im Besitz der Gesellschaft. Was sollte nun damit geschehen?
Zur Story