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Du machst jetzt gerade Balkan-Ferien? 7 Infos, die du jetzt zur Quarantäne wissen musst

Seit heute ist ein Grossteil der Balkanländer auf der Risikoliste des Bundes. Für sie gilt die Quarantänepflicht ab heute.
23.07.2020, 14:4124.07.2020, 08:55

Welche Staaten gelten als Risikoland?

Seit dem Donnerstag stehen 42 Länder (europäische Länder fettgedruckt) auf der Liste des Bundesamtes für Gesundheit, für die eine Quarantänepflicht gilt: Neu hinzugekommen sind Bosnien und Herzegowina, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Kasachstan, Kirgisistan, Luxemburg, die Malediven, Mexiko, Montenegro, die Palästinensergebiete, Suriname, Swasiland und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Bereits seit dem 6. Juli befinden sich auf der Liste: Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Bahrain, Bolivien, Brasilien, Cabo Verde, Chile, Dominikanische Republik, Honduras, Irak, Israel, Katar, Kolumbien, Kosovo, Moldawien, Nordmazedonien, Oman, Panama, Peru, Russland, Saudi-Arabien, Serbien, Südafrika, Turks- und Caicos-Inseln, USA (inklusive Puerto Rico und US Virgin Islands). Seit dem Donnerstag nicht mehr auf der Liste sind Schweden und Weissrussland.

Kann ich getrost nach Kroatien oder Italien reisen?

Ein Dubrovnik-Urlaub ist möglich, auch wenn die Autobahn dorthin über einen kleinen bosnischen Abschnitt führt.
Ein Dubrovnik-Urlaub ist möglich, auch wenn die Autobahn dorthin über einen kleinen bosnischen Abschnitt führt.
Bild: EPA

Jein. Zwar hat Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga Anfang Juli gesagt, dass die Liste der Risikogebiete nur einmal im Monat aktualisiert werden sollte. Der Bundesrat hat aber die Möglichkeit, die Liste häufiger bzw. «laufend» abzuändern.

Was klar ist, sind die Kriterien, wann ein Gebiet oder ein Staat auf die Risikoländer-Liste kommt. Es muss mindestens eine der drei Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Die Zahl der Neuinfektionen pro 100'000 Personen beträgt im betreffenden Staat oder Gebiet in den letzten 14 Tagen mehr als 60.
  • Die verfügbaren Informationen aus dem betreffenden Staat oder Gebiet erlauben keine verlässliche Einschätzung der Risikolage und es bestehen Hinweise auf ein erhöhtes Übertragungsrisiko im betreffenden Staat oder Gebiet.
  • In den letzten vier Wochen sind wiederholt infizierte Personen in die Schweiz eingereist, die sich im betreffenden Staat oder Gebiet aufgehalten haben.

Davon sind beliebte Sommerferien-Destinationen wie Italien oder Kroatien weit entfernt, wie eine Berechnung von SRF zeigt. Es müsste ein grosser Sprung in der Infiziertenzahl gemeldet werden, damit eines dieser Länder überraschend in den nächsten Tagen zum «Risikoland» wird.

Was passiert, wenn ich jetzt im Kosovo oder Bosnien bin?

Nach anfänglicher Verwirrung präzisierte das BAG die Erklärung dazu folgendermassen: «Wenn die veränderte Länderliste bei der Rückkehr aus den Ferien noch nicht in Kraft getreten ist, gibt es keine rückwirkende Quarantänepflicht.»

Sprich: Wer am 22. Juli aus Bosnien zurückgekehrt ist, der muss nicht in die Quarantäne. Wer jetzt auf einmal sich in einem Risikoland befindet, der muss in Quarantäne – selbst wenn Bosnien und Co. beim Abflug noch nicht auf der Liste standen.

Was bedeutet Quarantäne?

Lüften ja, rausgehen nein: So sieht es aus, wenn Studierende in Koblenz (D) Quarantäne machen.
Lüften ja, rausgehen nein: So sieht es aus, wenn Studierende in Koblenz (D) Quarantäne machen.
Bild: DPA

Die Quarantänepflicht gilt strikt. So ist es gemäss Angaben des Bundesamtes für Gesundheit verboten, gelegentlich hinauszugehen, spazieren zu gehen, frische Luft zu schnappen oder Besorgungen zu machen. Der physische Kontakt zu anderen Personen soll so verhindert werden.

Bei Familien oder Wohngemeinschaften wird es ein bisschen komplizierter: Wer in Quarantäne ist, muss sich in einem Zimmer einschliessen. Die Gemeinschaftsräume darf man betreten, es gelten aber strikte Abstands- und Hygieneempfehlungen. Die Quarantäne wird nach zehn Tagen in Absprache mit den kantonalen Behörden aufgehoben.

Wie wird die Quarantäne kontrolliert?

Eine systematische Kontrolle an den Landesgrenzen gibt es nicht. Die Zollbehörden, die Airlines und Busreiseunternehmen informieren jedoch die Einreisenden über die Quarantäne-Bestimmungen. Zudem werden Passagierlisten an das BAG weitergeleitet, die wiederum den Kantonsbehörden die Daten zur Verfügung stellen.

Wer sich nicht innerhalb von 48 Stunden nach der Einreise bei den kantonalen Behörden meldet, riskiert eine Busse. Das gilt auch für jene Risikoländer-Besucherinnen und -Besucher, die sich nicht an die Quarantäne halten. Die Busse wird wegen der Übertretung des Epidemiengesetzes ausgesprochen und beträgt gemäss Angaben des BAG zwischen 5000 und 10'000 Franken.

Bei wem muss ich mich melden?

Wer in einem Risikoland war, muss sich innerhalb von 48 Stunden bei den Behörden des Wohnkantons melden.

Darf ich durch Österreich durchreisen?

Grundsätzlich schon.

Wer aus den roten Ländern via Österreich in die Schweiz reisen will, muss das Durchreise-Formular ausfüllen.
Wer aus den roten Ländern via Österreich in die Schweiz reisen will, muss das Durchreise-Formular ausfüllen.
screenshot

Eine Ausnahme gilt für die Länder, für die es in Österreich eine Reisewarnung gibt. Und hier wird es kompliziert: Österreich erfasst einige Länder als Risikoland, für die es in der Schweiz keine Quarantänepflicht gilt.

Wer aus Bosnien-Herzegowina, Serbien, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, Albanien, Türkei, Bulgarien, Rumänien oder der Ukraine via Österreich in die Schweiz fährt, muss ein Formular zur Ein- und Durchreise (Durchreise-Formular) ausgefüllt dabei haben. Die Durchreise wird dann erlaubt, sofern man keinen Zwischenstopp einlegt.

Der österreichische Automobil-, Motorrad- und Touringclub (ÖAMTC) konnte auf Anfrage nicht sagen, was die Konsequenzen sind, wenn man das Formular nicht dabei hat. Er warnt jedoch, dass die Grenzkontrollen intensiviert wurden.

Welche Länder kommen auf die Risikoländer-Liste?

Die Kriterien sind klar (siehe oben) – wie sich die Zahlen der Länder in den nächsten Tagen entwickeln werden, ist aber unklar. Eine Prognose ist deshalb nicht möglich.

Nahe an den Risikoländer-Kriterien sind derzeit Singapur, Rumänien, Bulgarien, Schweden, Andorra, Albanien, Portugal und Iran. Sie haben in den letzten zwei Wochen über 40 Infektionen pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gemeldet.

(pit)

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