DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Feuersbrünste wüten in Mittelmeerländern: Weiter höchste Brandgefahr

05.08.2021, 06:4705.08.2021, 14:12

In Italien, Griechenland und der Türkei verwandeln verheerende Brände Urlaubsregionen in verkohlte Landschaften. Auf der griechischen Halbinsel Peloponnes näherten sich die Flammen in der Nacht zum Donnerstag dem Dorf Olympia und der berühmten antiken Stätte, wo vor den Spielen stets das olympische Feuer entzündet wird.

In vielen Gegenden am Mittelmeer wird auch für die kommende Woche höchste Brandgefahr vorausgesagt, Experten zufolge ist auch in den kommenden Tagen schon mit schweren Feuerschäden zu rechnen.

Die Feuer nähern sich Olympia (im Vordergrund).
Die Feuer nähern sich Olympia (im Vordergrund).
Bild: keystone

Innerhalb von acht Stunden seien rund um Olympia sieben Brände ausgebrochen, sagte der Chef des griechischen Zivildienstes am Mittwochabend. Zahlreiche Feuerwehrleute kämpften gegen die Brände an, die griechische Kulturministerin hat ein Krisenlager im Museum des Unesco-Welterbes aufgeschlagen. Bulldozer zogen Gräben entlang des Geländes, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.

Landesweit seien innerhalb von 24 Stunden 161 Brände ausgebrochen, hiess es am Mittwochabend vom Zivilschutz. Ein Feuer im Norden Athens konnte zunächst weitgehend eingedämmt werden, auch dank nachlassender Winde. Die Stadt stand jedoch unter einer Rauchglocke. Die Intensität der Brände in Griechenland habe inzwischen das übliche Mass der Sommermonate überschritten, sagte Mark Parrington vom europäischen Copernicus-Klimawandeldienst der Deutschen Presse-Agentur.

100'000 Hektar Land verbrannt

In der Türkei sei die Lage noch aussergewöhnlicher. Seit Beginn der Datenerfassung 2003 seien dort keine derart intensiven Feuer beobachtet worden, sagte Parrington. Nach offiziellen Angaben bekämpfte die Feuerwehr in der Türkei bisher über 160 Brände, von denen ein Grossteil gelöscht worden sei. Doch Grossbrände in den Provinzen Antalya und Mugla können seit Tagen nicht unter Kontrolle gebracht werden.

Am Mittwoch griffen die Flammen in Milas (Mugla) zudem auf ein Kohlekraftwerk über. Der Bürgermeister von Milas, Muhammet Tokat, twitterte am Abend, die Flammen hätten das Kraftwerk erfasst. Das Werk würde evakuiert. Türkischen Medien zufolge war explosives Material zuvor weggeschafft worden.

Am Dienstag standen die Flammen kurz vor dem Kohlekraftwerk im türkischen Miglas. Mittlerweile haben sie es erreicht.
Am Dienstag standen die Flammen kurz vor dem Kohlekraftwerk im türkischen Miglas. Mittlerweile haben sie es erreicht.
Bild: keystone

Laut Doganay Tolunay, Forstingenieur an der Istanbul-Universität, fielen bisher schätzungsweise mehr als 100'000 Hektar Land den Feuern zum Opfer. Allein in Mugla wurden bisher 2000 Häuser beschädigt, 16'000 Menschen mussten dem Innenministerium zufolge ihre Unterkünfte verlassen. In Antalya schätze man den Schaden noch deutlich höher. Bisher starben acht Menschen durch die Brände.

Feuer auch auf dem Balkan

Auch bei Waldbränden in Albanien und im Kosovo kamen zwei Menschen ums Leben, in Bulgarien starben zwei Forstarbeiter bei Löschversuchen an der Grenze zu Griechenland. Auch in Italien kämpfte die Feuerwehr weiter gegen Flammen, etwa auf Sizilien in der Provinz Palermo. Dort wüten seit Tagen heftige Waldbrände. Feuerwehrkräfte aus anderen Teilen Italiens kamen zur Unterstützung. Die Zivilschutzbehörde der beliebten Urlaubsinsel sagte für Donnerstag wieder die höchste Brandrisikostufe für den Norden und Osten voraus. Die Temperaturen dürften dort mancherorts erneut über 40 Grad liegen.

Der Landwirtschaftsverband Coldiretti sprach am Mittwoch von einem Millionenschaden für Umwelt, Tourismusbranche und andere Wirtschaftszweige. Die Zahl grosser Brände sei in diesem Sommer verglichen mit den Vorjahren sehr stark gestiegen. Besonders betroffen seien die grossen Inseln Sizilien und Sardinien sowie viele süditalienische Regionen. Tausende Hektar Wald und Landwirtschaftsfläche seien verbrannt und viele Tiere den Flammen zum Opfer gefallen. Bei sengender Hitze und Trockenheit trieben zuletzt immer wieder kräftige Winde die Flammen an.

In Italien ist Brandstiftung oft ein Grund für derartige Feuer. Die Polizei nahm in den vergangenen Tagen immer wieder Verdächtige fest. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die Welt brennt – so krass sieht die Nasa-Feuerkarte aus und das steckt dahinter

Griechenland brennt, Kalifornien brennt, der Amazonas brennt – das zeigt eine Karte der Nasa. Neu ist allerdings nicht die Häufigkeit der Feuer, sondern das Ausmass der Zerstörung, die sie verursachen.

Die Bilder aus der Türkei, Griechenland und Italien sind apokalyptisch. Dunkle Rauchschwaden verdecken ganze Landstriche, Feuerstürme zerstören innert Sekunden das Hab und Gut Tausender. Viele müssen ihre Häuser verlassen, ohne zu wissen, ob sie je zurückkehren können. Trotz intensiver Löscharbeiten und der Unterstützung von Rettungskräften aus dem Ausland lodern die Brände weiter und lassen sich nur schwer eindämmen.

Doch nicht nur am Mittelmeer brennt es. Wie die Situation in anderen Teilen …

Artikel lesen
Link zum Artikel