Gesundheit
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Kurzsichtigkeit, Smartphone, Frau mit Brille (Symbolbild)

«Generation Smartphone» – oder eher «Generation Maulwurf»? Bild: Shutterstock

Sind wir bald alle kurzsichtig? Mit diesen Tipps kannst du deine Augen schützen



Das «Büroaugen-Syndrom» auf dem Vormarsch

Brennende Augen, Kopfschmerzen und Müdigkeit sind nur einige der Symptome, die viele Menschen täglich über sich ergehen lassen. Oft werden diese dann ganz simpel als leichte Erschöpfungssymptome abgetan. Nur selten machen wir uns Gedanken darüber, wie sich diese Alarmsignale des Körpers auch langfristig auf unsere Gesundheit auswirken. Dabei leiden durch die exzessive Bildschirmnutzung von bis zu zehn Stunden am Tag besonders unsere Augen.

Infografik: Myopie, Kurzsichtigkeit und Digitalisierung

Grafik: Misterspex.ch

Warum ist häufige Naharbeit schädlich?

Das künstliche Bildschirmlicht ist vergleichbar mit dem direkten Starren in eine Lampe. Dass das nicht gut für unsere Augen ist, zeigen jüngste Entwicklungen: Fast die Hälfte aller jungen Schweizer ist bereits kurzsichtig. Besonders betroffen sind Kinder und die sogenannten Digital Natives (25 bis 29 Jahre). So braucht zum Beispiel jedes dritte Schulkind in der Schweiz bereits eine Brille. Kein Wunder, denn schon in jungen Jahren liegt die Nutzung digitaler Endgeräte bei über 98 Prozent. Interessanterweise sind gerade einmal 13,4 Prozent der heute 70- bis 74-Jährigen von diesem Phänomen betroffen.

Infografik: Myopie, Kurzsichtigkeit und Digitalisierung

Grafik: Misterspex.ch

Ein weiterer Beleg für die Entstehung von Kurzsichtigkeit durch Naharbeit liefert ein Blick auf den europäischen Bildungsvergleich. So sind 53 Prozent der europäischen Hochschulabsolventen kurzsichtig. Unter den Menschen ohne Lehre oder Hochschulbildung, die in geringerem Masse Bildschirmarbeit betreiben, sind es lediglich 24 Prozent.

Infografik: Myopie, Kurzsichtigkeit und Digitalisierung

Grafik: Misterspex.ch

Sind wir bald alle kurzsichtig?

Im ostasiatischen Raum ist die Myopie-Entwicklung besonders stark zu spüren – dort sind bereits 90 Prozent der Studenten kurzsichtig. Durch den weltweiten Fortschritt der Digitalisierung und dem immer früheren Einsatz digitaler Endgeräte nimmt auch bei uns der Anteil Kurzsichtiger ungehindert zu. Aktuelle Prognosen besagen, dass weltweit jeder zweite Mensch bis 2050 kurzsichtig sein wird.

Infografik: Myopie, Kurzsichtigkeit und Digitalisierung

Grafik: Misterspex.ch

Infografik: Myopie, Kurzsichtigkeit und Digitalisierung

Grafik: Misterspex.ch

Wie kann ich meine Augen schützen?

Bei häufiger Naharbeit passt sich unser Auge an diese Form der Sehgewohnheit an – in Folge wächst der Augapfel stärker in die Länge. Das Wachstum des Augapfels schwächt die Netzhaut und kann bei der Hälfte der Betroffenen zu irreversiblen Sehbehinderungen führen. Wie können wir unsere Augen davor schützen?

Tipp 1: Palmieren

Unsere Augen brauchen in regelmässigen Abständen eine Pause. Die einfachste Methode, unser Sehorgan zu entspannen, nennt sich «Palmieren». Hierzu schliesst man für zwei bis drei Minuten die Augen und legt dabei seine Hände mit den Handflächen auf die Augen. So werden diese stärker abgedunkelt und der Erholungseffekt durch die Wärme gestärkt.

Tipp 2: Gute Lichtverhältnisse

Während der Bildschirmarbeit sollte der direkte Einfall von künstlichem Licht oder auch Tageslicht vermieden werden. Andernfalls wird das Auge zusätzlich angestrengt. Zudem sollte die Bürobeleuchtung in warmem Licht gehalten werden – als Ausgleich zum kurzwelligen, blau-violetten Bildschirmlicht. Spezielle Brillen oder Apps können bei der richtigen Bürobeleuchtung Abhilfe schaffen.

Tipp 3: Optimierung des Bildschirms

Nimm dir die Zeit, deinen Monitor optimal auf deine Bedürfnisse anzupassen. Die Helligkeit sollte so eingestellt werden, dass die Augen ohne Probleme zwischen Monitor und Umgebung wechseln können. Der Kontrast sollte an die Helligkeit angepasst werden und angenehm für die Augen sein. Zudem sollte die Bildschirmauflösung so hoch wie möglich sein und kleinere Abbildungen, wie zum Beispiel Zahlen in Excel-Tabellen, sollten grundsätzlich vergrössert werden. Bei exzessiver Arbeit am Bildschirm hilft ein zweiter Monitor dabei, alle Daten und Dokumente in optimaler Grösse zu betrachten.

Infografik: Myopie, Kurzsichtigkeit und Digitalisierung

Grafik: Misterspex.ch

Infografik: Myopie, Kurzsichtigkeit und Digitalisierung

Grafik: Misterspex.ch

Weitere Tipps und Infos rund um das Thema findest du hier:
www.misterspex.ch/unsere-augen-im-digitalen-zeitalter

(tom busam, www.pa.ag)

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    Alle Leser-Kommentare
  • c_meier 29.04.2019 09:32
    Highlight Highlight neue Werbekampagne von watson:

    "watson lesen, dann kannst du wieder palmieren...

    news statt blababla" :)
  • Lavamera 29.04.2019 04:07
    Highlight Highlight Ist es nicht auch genetisch? In meiner Familie haben alle eine Brille, ich schon von Kind an und ich habe meine Kindheit noch draussen verbracht.
  • Knallerpse 29.04.2019 00:21
    Highlight Highlight Ist doch kein Problem, wenn wir sowieso nur noch auf den Bildschirm schauen 😒
  • TheOnlyZeus 29.04.2019 00:08
    Highlight Highlight Diese "Horror-Szenarien" musste ich mir schon Anfang Neunziger anhören. Da waren es noch "Vierecksaugen" etc. Irgendwie schön zu sehen, ändern sich gewisse Sachen nicht...
  • Der Tom 28.04.2019 23:48
    Highlight Highlight Ich habe kürzlich gelesen, dass man in China herausgefunden hat, dass schlechte Augen nichts mit dem Bildschirm zu tun haben. Die Probleme entstehen angeblich eher wenn man häufig zu wenig und künstlichem Licht ausgesetzt ist. Also ist genau der Tipp mit im etwas abgedunkeltem Raum arbeiten eher schlecht oder?
  • Gipfeligeist 28.04.2019 21:52
    Highlight Highlight Kann für den Desktop wärmsten f.lux empfehlen, eine (kostenfreie) Software die den Bildschirm der Tageszeit anpasst.

    Bei Handy wäre es sicher sinnvoll, nicht aus 10 cm auf den Bildschirm zu starren...
    • TheOnlyZeus 28.04.2019 23:42
      Highlight Highlight F.Lux ist toll, aber braucht man nicht mehr. Sowohl Windows 10, als auch macOS und so ziemlich alle haben das mittlerweile von Haus aus eingebaut.
  • Sharkdiver 28.04.2019 21:14
    Highlight Highlight Cheffe kommt ins Büro: verdammt was fällt dir ein zu schlafen?
    😴...😯 nein Cheffe ich Palmiere 🙈
    • Schwaflichopf 28.04.2019 21:23
      Highlight Highlight Für so ein Wort gabs als Kind Schelte 😂😂
    • karl_e 29.04.2019 14:54
      Highlight Highlight Für welches Wort gab es Schimpfis? Für "Cheffe"?

«Ich ass krankhaft gesund»: Wenn der Zwang nach gesunder Ernährung krank macht

Nur ausgewählte Lebensmittel, nur bestimmte Hersteller, alles bis aufs letzte Gramm abgewogen. Aus dem Wunsch, sich gesund zu ernähren, wurde bei Nils Binnberg ein Zwang. Er litt jahrelang an Orthorexie.

Auf dem Höhepunkt seiner Suche nach dem perfekten Ernährungsstil wog Nils Binnberg bei einer Grösse von 1.85 Metern noch 68 Kilo und nahm nur noch fünf Lebensmittel zu sich: Räucherlachs, Avocado, Fleisch, Salat und ein paar Nüsse.

Über die Jahre hatte er sich immer strengere Ernährungsregeln auferlegt: alle Produkte mussten bio, gluten- und zuckerfrei sein, mussten leistungssteigernde Eigenschaften haben. Kohlenhydrate ass der damals 37-Jährige schon seit sieben Jahren nicht mehr.

All dies tat …

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