Sport
EM 2016

Tänzler Zaza und Bluffer Pellè – Italiens Penalty-Deppen

Andrea Barzagli rauft sich die Haare, Graziano Pellè und Simone Zaza können nicht mehr hinschauen.
Andrea Barzagli rauft sich die Haare, Graziano Pellè und Simone Zaza können nicht mehr hinschauen.Bild: Darren Staples/REUTERS

Tänzler Zaza und Bluffer Pellè – die Deutschen verschiessen drei Elfer, doch Italien hat die grösseren Penalty-Deppen

Elfmeterschiessen im EM-Viertefinal zwischen Deutschland und Italien. Für einmal scheinen die Deutschen in ihrer Paradedisziplin zu patzen, doch Italien kann keinen Profit daraus schlagen. Auch weil sich Simone Zaza und Graziano Pellè bis auf die Knochen blamieren.
03.07.2016, 02:2303.07.2016, 09:40

» Hier gibt's den Matchbericht mit allen Highlights im Video.

Der Mythos lebt! Deutschland kann einfach kein Penaltyschiessen verlieren. Nun ja, so ganz stimmt das natürlich nicht. Das allererste ihrer Geschichte hat die DFB-Elf nämlich verloren, und zwar 1976 im EM-Final gegen die Tschechoslowakei. Seither haben die Deutschen aber bei grossen Turnieren alle gewonnen. Gegen Italien bereits das sechste in Serie.

So leicht wie auch schon war es diesmal allerdings nicht. Erst nach 18 (!) Schützen war die Penalty-Lotterie beendet und erstmals seit 1982 verschoss wieder ein Deutscher in einem Penaltyschiessen einen Elfer. Es blieb nicht bei einem: Nach Thomas Müller scheiterten nämlich auch Mesut Özil und Bastian Schweinsteiger. Und trotzdem reichte es zum Sieg.

Das Penaltyschiessen in der Übersicht:

Bild

Und so hat das ausgesehen:

Das Penaltyschiessen in der Kurzfassung.
streamable

Die Italiener müssen sich an der eigenen Nase nehmen, dass sie Deutschlands Schwäche nicht ausnutzen konnten. Gleich vier «Azzurri» versagten im wichtigsten Moment die Nerven. 

Als Erster versemmelte Simone Zaza, der von Trainer Antonio Conte eigens für die Kurzentscheidung in der 121. Minute eingewechselt wurde. Sein Versuch war kläglich. Nach langem Tänzeln donnerte er den Ball über die Latte. 

Zaza tänzelt ihn drüber. streamable
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Dann folgte Graziano Pellè, der Neuer vor seinem Versuch zu verstehen gab, dass er im Panenka-Stil – also halbhoch in die Mitte – schiessen werde. Der Ball kullerte schliesslich deutlich am linken Pfosten vorbei, aber Neuer wäre ohnehin zur Stelle gewesen. 

Pelle zeigt den Panenka an und verschiesst danach kläglich.streamable

Leonardo Bonucci, der in der regulären Spielzeit per Elfmeter den 1:1 Ausgleich erzielt hatte, kann man dann keinen Vorwurf machen. Seinen Versuch entschärfte Neuer bravourös.

Neuer holt Bonuccis Penalty aus der Ecke.
streamable

Bei Matteo Darmian sieht's dann wieder etwas anders aus. Sein schwach getretener Elfer war ein gefundenes Fressen für Neuer.

Darmian scheitert als Letzter. streamable

Zum grossen Helden wird dann der sonst eher unauffällige Jonas Hector, der als 18. Schütze souverän verwandelt und Deutschland im neunten Anlauf den ersten Sieg gegen Italien bei einem grossen Turnier beschert. Und ganz nebenbei den deutschen Penalty-Mythos aufrecht erhält.

Deutschlands Elfmeterschiessen bei grossen Turnieren

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Deutschlands Elfmeterschiessen bei grossen Turnieren
EM-Viertelfinal 2016 gegen Italien: Deutschland gewinnt 6:5. Thomas Müller, Mesut Özil und Bastian Schweinsteiger verschiessen, bei Italien scheitern Simone Zaza, Graziano Pellè, Leonardo Bonucci und Matteo Darmain. Manuel Neuer hält zweimal.
quelle: epa/mti / tibor illyes
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