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Bild: AP

Trump schiesst sich mit seinen Pressebriefings selbst ins Knie

Seine täglichen Pressekonferenzen gehen inzwischen selbst den Republikanern auf den Keks. Seine Umfragewerte sacken ab.
10.04.2020, 14:0310.04.2020, 14:31

Das «Wall Street Journal» ist – zumindest auf der Meinungsseite – die noblere Ausgabe von Fox News: total Trump-hörig. Doch selbst dort hat man die Schnauze voll von Trumps Pressekonferenzen in Sachen Coronavirus. In einem redaktionellen Kommentar heisst es:

«Sollte sich der Präsident einbilden, diese täglichen Auftritte würden ihm helfen, Joe Biden zu besiegen, dann irrt er sich. In diesen Wahlen geht es nur noch um etwas: Wird es dem Präsidenten gelingen, das Virus zu besiegen und die Wirtschaft wieder auf Vordermann zu bringen?»

Die Mischung aus Prahlerei und Irrtümern, die der Präsident verbreitet, ist selbst für das «Wall Street Journal» deplatziert: «Es geht hier nicht mehr ums Impeachment und Covid-19 ist nicht shifty Schiff», zürnt das Blatt. «Es ist eine einmalige Bedrohung für den amerikanischen way of life.»

Natürlich hat Trump sofort zurückgeschlagen: «Das ‹Wall Street Journal› vergisst zu erwähnen, dass die Ratings für die Pressekonferenzen durch die Decke gehen und dass es die einzige Möglichkeit ist, den Fake News zu entkommen und meine Meinung rüber zu bringen», twittert Trump. «WJS ist Fake News».

Doch das «Wall Street Journal» ist mit seiner Meinung nicht alleine. Selbst die grössten Trump-Fans fürchten, dass sich der Präsident mit seinen Briefings selbst ins Knie schiesst. Dazu gehört unter anderem Trumps Handlanger Lindsey Graham. «Er übertönt seine eigene Botschaft», jammert der Senator aus South Carolina und empfiehlt dem Präsidenten, doch besser nur noch einmal wöchentlich vor die Kameras zu treten.

Andere Republikaner äussern sich in der «New York Times» ähnlich. Tatsächlich zeigen die Umfragewerte, dass Trumps narzisstischen Auftritte ihm schaden. Drei verschiedene Umfragen zeigen, dass er deutlich hinter Biden zurückliegt. Dass ursprüngliche Hoch nach den ersten Pressekonferenzen ist bereits Vergangenheit.

Selbst Trumps Handlanger Lindsey Graham rügt den Präsidenten.
Selbst Trumps Handlanger Lindsey Graham rügt den Präsidenten.
Bild: AP

Auch Mitch McConnell, Führer der Republikaner im Senat, empfiehlt daher Trump, das Mikrofon doch besser seinen Fachkräften wie dem sehr populären Arzt Anthony Fauci zu überlassen.

Das wird kaum geschehen. Trump ist ein pathologischer Narzisst, der keine anderen Götter neben sich duldet. Zudem ärgert es ihn masslos, dass die Gouverneure der Bundesstaaten, allen voran Andrew Cuomo aus New York, für ihre Pressebriefings höchstes Lob ernten. Deshalb legt sich der Präsidentin auch mit Gretchen Whitmer, der beliebten Gouverneurin aus Michigan, an und beschimpft sie als «halbschlau». Das wird ihm nicht nur in einem wichtigen Swingstate Stimmen kosten, es wird ihn bei den Frauen in den Vorstädten noch unbeliebter machen.

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