Putins Superyacht «Graceful» erstmals seit 2022 wieder gesichtet
Der russische Machthaber Wladimir Putin wird schon lange mit ausschweifendem Luxus in Verbindung gebracht. Spätestens seit Kremlkritiker Alexei Nawalny mit zahlreichen Enthüllungsvideos die prunkvollen Privatresidenzen des Kriegsherren im Kreml aufgedeckt hatte, weiss nicht nur ganz Russland, sondern auch der Rest der Welt, dass Putin es gern luxuriös liebt.
Zu den teuren Spielzeugen, die sich der 72-Jährige offenbar gönnt, zählt auch eine Superyacht. Die wurde jedoch seit dem Beginn des Ukrainekriegs nicht mehr gesehen. Genauer seit dem 30. August 2022. Damals wurde der Transponder, der den Standort des Schiffes anzeigt, offenbar abgeschaltet.
Nun tauchte die «Graceful» erstmals seit rund vier Jahren wieder auf, wie der Dänische Rundfunk DR berichtet. Ein Rechercheteam des Senders konnte das Schiff im Kattegat, in der Ostsee, ausfindig machen. Dort soll die «Graceful» am Sonntag zwischen der dänischen Insel Jütland und der schwedischen Westküste gekreuzt sein. Begleitet wurde sie offenbar von einem russischen Zerstörer und einem russischen Patrouillenboot, wie das Team Verifier des DR unter Berufung auf die dänische Küstenwache berichtet.
Internationale Sanktionen gegen Putins mutmassliche Yachten
Derzeit befindet sich das Schiff im Skagerrak, also immer noch in der Ostsee, wie auf der Seite marinetraffic.com zu lesen ist. Demnach soll das Ziel der «Graceful» wohl der Hafen von Istanbul, in der Türkei, sein. Bestätigt ist das nicht. Das Schiff ist 82 Meter lang und 20 Meter breit. Laut dem Wirtschaftsmagazin «Forbes» soll die Yacht mehr als 100 Millionen Euro wert sein.
Wie «Business Insider» berichtete, soll die Yacht kurz vor dem Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine am 24. Februar 2022 aus Deutschland in russische Gewässer gebracht worden sein. Demnach wurde das Schiff in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus der deutschen Werft Blohm+Voss in Hamburg geholt, um es vor einer möglichen Beschlagnahmung zu retten. Obwohl das Schiff noch nicht die in der Werft geplanten Instandsetzungsmassnahmen abgeschlossen hatte, beeilte sich die Crew offenbar, die «Graceful» in russisches Hoheitsgebiet zu bringen – die Yacht ist von internationalen Sanktionen betroffen.
Die «Graceful» ist nicht die einzige Luxusyacht, die Putin zugeschrieben wird. Auch die «Scheherazade» und die «Olympia & Nega» sollen vom russischen Autokraten genutzt werden. Eine direkte Eigentümerschaft konnte dem Kremlherrscher allerdings nie nachgewiesen werden, da die kostspieligen Wasserfahrzeuge in Besitz von Tarnfirmen und Strohleuten sein sollen.

