Schweiz
Luftfahrt

Luftverkehr: SBB übernehmen von Swiss Zubringerflüge von Genf nach Zürich

Zug oder Flugzeug? Swiss-Passagiere können auf der Strecke von Genf nach Zürich ihr bevorzugtes Verkehrsmittel neu selbst wählen.
Zug oder Flugzeug? Swiss-Passagiere können auf der Strecke von Genf nach Zürich ihr bevorzugtes Verkehrsmittel neu selbst wählen. bild: keystone/montage watson

Zug statt Flug: SBB übernehmen für die Swiss «Flüge» von Genf nach Zürich

18.08.2020, 11:4018.08.2020, 12:29

Der Wind hat gedreht. Noch letzten Oktober war es für die Swiss «kein Thema», sogenannte «Flugzüge» zwischen Genf und Zürich anzubieten. Diese bringen Passagiere mit der SBB aus der Westschweiz nach Zürich, wo sie für ihren Weiterflug auf Swiss-Maschinen umsteigen können. Das Zugbillett ist im Flugpreis inbegriffen.

Nun geht es plötzlich schnell. Per sofort führt die Swiss täglich zehn Zugverbindungen von Genf nach Zürich mit der SBB im Codeshare. «Ziel ist es, die Westschweiz auch durch die Corona-bedingten Änderungen im Flugplan weiterhin optimal mit dem Drehkreuz am Flughafen Zürich zu verbinden», teilt die Swiss am Dienstag mit.

Im Flugplan sieht dies dann so aus:

Bild
dpts.org/twitter

Denn aufgrund der Corona-Krise hat die Swiss die Anzahl Flugverbindungen zwischen Genf und Zürich massiv zusammengestrichen. Vor der Pandemie bot die Swiss 56 wöchentliche von Genf nach Zürich an. «Derzeit sind es 18 und ab September dann 21», sagt Swiss-Sprecherin Karin Müller zu watson.

Inlandflüge wegen Klimadebatte unter Druck

Wegen der Klima-Debatte sind Inlandflüge in der Schweiz schon länger unter Druck geraten. Insbesondere die Strecke Genf – Zürich. 2018 flogen jeden Tag im Schnitt 867 Menschen auf dieser Route. Pro Jahr waren es zwischen den beiden Schweizer Metropolen über 600'000 Flugpassagiere.

Welche Rolle spielte die Umweltfrage bei dem Entscheid der Swiss? «Mit dem Angebot kommen wir auch dem steigenden Bedürfnis unserer Gäste nach flexibler Kombinierbarkeit der beiden Verkehrsträger nach», lässt sich Swiss-Chef Thomas Klür in der Mitteilung zitieren.

Klar ist: Steigt schon nur ein Bruchteil der Genfer Passagiere vom Flugzeug-Zubringer auf die Bahn um, könnten tausende Kilogramm CO2 eingespart werden. Laut dem Klimarechner von Myclimate stösst ein einzelner Passagier auf dem Retourflug Genf – Zürich – Genf über 200 Kilogramm Kohlendioxid aus.

Den Flugzug gibt es seit letztem Oktober für Passagiere aus dem Tessin. Ebenso für Swiss-Passagiere aus Basel, die via Kloten in die weite Welt reisen.

(amü)

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