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Mein Freund findet mich attraktiv aber nicht sexy. Was nun?

Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters. 
Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters. Bild:kafi freitag
FragFrauFreitag

Liebe Frau Freitag. Ich bin seit ein paar Monaten wieder in einer Beziehung. Nun hat mir mein Freund gestanden, dass obwohl er mich sehr attraktiv findet, er mein leichtes Übergewicht und schwabbeligen Bauch nicht sexy findet

30.10.2015, 11:2830.10.2015, 11:49

Er weiss, dass es seine eigene Oberflächlichkeit ist und er versucht damit klar zu kommen, weil ich ihm wirklich viel bedeute. Seither bin ich völlig hin- und hergerissen, wie ich damit umgehen soll. Einerseits könnte ich ihn auf den Mond schiessen dafür, andererseits schätze ich seine Ehrlichkeit. Was würdest du tun? Melinda, 30

Liebe Melinda

Als ich Ihre Frage gelesen habe, hat es mir einen Stich ins Herz versetzt. Was Sie mir da schreiben, kenne ich aus eigener Erfahrung gut. Auch ich war mal mit einem Mann zusammen, der meinen Körper nicht wirklich sexy fand. Ich war zu kurvig und zu weich. Es ist kein schönes Gefühl, was Sie mir da beschreiben und was ich selber erlebt habe.

Sie schreiben mir, dass Sie hin- und hergerissen sind, zwischen ihn auf den Mond schiessen und seine Ehrlichkeit schätzen. Auch das kann ich einigermassen nachvollziehen. Aber gleichzeitig muss ich Ihnen sagen, dass Ehrlichkeit masslos überbewertet ist. Ich finde, es ist etwas anderes, ob Ihnen jemand sagt, dass er bevorzugt, wenn Sie kurze Kleider tragen anstatt Jeans, oder Sie ihm besser gefallen mit hochgestecktem Haar, als mit offenem. Das sind Dinge, die man innert kürzester Zeit ändern kann, die nur eine Spielart seines Selbst darstellen, aber nicht die Essenz selber betreffen. Wenn Ihr Freund aber Ihren Körper kritisiert, oder Ihnen sonst wie zu verstehen gibt, dass er Sie nicht so sexy findet, dann ist das eine Kritik auf der Ebene der Identität. Schliesslich sind Sie und Ihr Körper eins. Kritik an Charakterzügen eines Menschen fallen übrigens auch in diese Kategorie. "Du bist zu laut, zu direkt, zu emotional, ...".

Mich kränkt diese Art der Kritik schon, wenn ich nur Ihre Frage lese. Und ich frage mich ehrlich, was ich Ihnen sagen soll. Meiner Meinung nach geht es beim gegenseitigen Begehren nicht um die Form eines Körpers. Nicht um sein Gewicht, seine Wohlgeformtheit oder um einen trainierten Bauch. Beim gegenseitigen Begehren ist der Körper und seine Haut nur ein kleiner Aspekt des grossen Ganzen. Viel mehr geht es darum, wie man den Anderen betrachtet, wie er sich anfühlt, was es mit einem macht, mit ihm zusammen zu sein. All dies hat nichts mit einem gestählten Körper zu tun, sondern vielmehr mit der Kunst des Besitzers, diesen einzubringen. Sex ist keine Bühne für einen Schönheitswettbewerb, sondern vielmehr ein geschützter Rahmen für Intimität. Ich habe darüber jüngst schon einmal geschrieben.

Ihr Freund hat diesen geschützten Rahmen verletzt, indem er Sie bewertet hat. Ich kann nicht beurteilen, wie Sie damit umgehen können. Für mich wäre die Sache mit ziemlicher Sicherheit gelaufen. Sie brauchen keinen Mann, der versucht, mit Ihrem Körper klarzukommen! Sie brauchen einen, der davon nicht genug bekommt. Ich verlange von einem Partner nicht, dass er meinen ebenfalls gänzlich untrainierten Bauch schön findet oder mich mehr mag mit meinen seit 11 Jahren anhänglichen 5 Schwangerschaftsrestkilos, als ohne. Aber ich verlange, dass er mich so akzeptiert, wie ich bin. Auch mit diesen Facetten meines Seins. Dass er mir das Gefühl gibt, dass er mich nackt gerne ansieht und Freude daran hat, mich zu berühren. Sie mögen nun vielleicht einwenden, dass man dazu gar nicht imstande ist, wenn man sein Gegenüber nicht von Kopf bis Fuss perfekt findet. Aber ich bin da entschieden anderer Meinung: In der Liebe muss man lernen, mit dem Herzen zu sehen. Wer dazu nicht bereit ist, sollte lieber vor dem eigenen Spiegelbild wixen.

Ganz herzlich. Ihre Kafi.

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.



Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.



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Liebe Kafi, wir haben Vermieter aus der Hölle. Die machen uns das Leben so richtig schwer, sind fies wie Anton und geiziger als man sich das vorstellen kann und drohen uns jetzt auch mit der Kündigung. 
Da der aktuelle Wohnungsmarkt im Moment nicht erquickt und ich mir jeden Monat ins Bein beissen könnte, wenn ich die Mietsumme an die reichen Sticker überweise und mich so richtig hilflos fühle, habe ich schon an Voodoo gedacht. Was meinen Sie dazu? Hoch- und erwartungsvoll. Ihr Fan Zora, 39
Liebe Zora

Vielen Dank für Ihre Frage und die lieben Worte. Ein Fan! Und dann noch hochvoll! Wow! So will ich mir aber mal besonders Mühe geben. Also dann! 

Natürlich wäre Voodoo eine Möglichkeit. So eine Puppe haben Sie schnell genäht und wenn Sie mit rostfreien Nadeln und Nägeln arbeiten, wird sie lange halten. Aber ich muss Sie warnen. Bei Voodoo und ähnlichen Praktiken ist es nämlich so, dass sie wirken. Und ich fänd's dann schon chli doof, wenn der Vermieter morgen unters Auto kommen würde und ich dann bis ans Ende meiner Tage Ihre Fragen bezüglich der Verarbeitung von Schuld beantworten müsste.

Ich bin zwar nicht abergläubisch, an die Macht der Gedanken und energetische Übertragungen glaube ich hingegen sehr! Wenn Sie Ihrem Vermieter jeden Tag ein paar negative Gedanken widmen, dann wird sich das in irgendeiner Weise manifestieren. Wenn Sie also schon bald auf der Strasse stehen wollen, dann würde ich zu diesem Vorgehen raten.

Aber warum versuchen Sie es nicht einmal andersrum? Vielleicht wissen Sie, dass es nicht nur die schwarze Magie gibt, sondern auch eine weisse! Diese wendet man an, wenn man Positives im Sinn hat. Was im negativen wirkt, wirkt immer auch im bejahenden. Das habe ich bereits vermutet, als ich mit 9 Jahren herausgefunden habe, dass ich innerhalb von 20 Minuten und Kraft der Gedanken meine Körpertemperatur von 36,8 auf stolze 38 Grad erhöhen kann. Heute weiss ich es. Ich habe es sogar gelernt und ich werde Ihnen kurz erklären, wie es geht. Es ist ganz einfach.

Voraussetzung ist, dass Sie bereit sind, diesem Menschen gute Gedanken zu schicken. Wenn Sie nur Hass für ihn übrig haben, wird es schwierig. Aber auch dann ist es möglich. Sie müssen es aber wollen! Nehmen Sie sich jeden Tag ein paar Minuten Zeit und stellen Sie sich Ihren Vermieter bildlich vor. Dann überlegen Sie sich, welche Farbe ihm wohl guttun würde. Mag sein, dass er in Pink mit grünen Punkten freundlicher wirken würde. Dann also Pink, grün gepunktet. Schauen Sie mal, wo bei Ihnen selber diese Farben "wohnen". Das ist natürlich eine rein imaginäre Angelegenheit, aber meistens wenn man sich eine solche Frage stellt, dann reagiert irgendein Körperteil darauf. Das reicht schon. Sie müssen bei dieser Aufgabe nichts begreifen und nichts verstehen. Einfach nur machen. Diese Farben "schicken" Sie ihm, indem Sie sich vorstellen, dass Sie vom Ort in Ihrem Körper, der auf Pink mit Grün resoniert hat, (dieses Wort gibt es zwar nicht, aber ich finde schon, dass man von Resonanz ein Verb müsste ableiten können und werde es darum künftig öfter tun, in der Hoffnung, dass es sich irgendwann etabliert und ich mit dieser Kreation in die Geschichte eingehen werde. Weil mit meiner intuitiven Kommasetzung und Orthografie allein werde ich es vermutlich nicht schaffen.) eine gedankliche Verbindung zum vorgestellten Vermieter bauen. Vielleicht fällt es am Anfang leichter, ihm die Farbe ins Gesicht zu werfen. Sie werden selber merken, was passt und was nicht. Es gibt hier kein falsch und kein richtig. Es muss sich nur für Sie passend anfühlen.

Gut möglich, dass Ihre Begeisterung für mich zwischenzeitlich etwas abkühlt ist, ob dieser Anleitung. Aber seien Sie unbesorgt; ich bin keine Esoterikerin und ich rühre nicht mit Silberlöffeln in der Badewanne. (Das könnte aber auch einfach daran liegen, dass ich keine Silberlöffel besitze. Ich werde mal versuchen, an Uriellas Nachlass zu kommen. Was bei mir allerdings die Frage weckt, ob die überhaupt schon gestorben ist. Wenn das jemand weiss, bitte Mail an mich. Es wäre drum schon bitzli pietätlos, sich um den Nachlass einer noch lebenden Person zu bemühen.) Ich glaube einfach nur an die Energie, die zwischen zwei Menschen fliesst, oder eben nicht fliesst. Und daran, dass es manchmal genügt, seine eigene Einstellung zu einem Menschen zu verändern, um eine Veränderung innerhalb dieser Beziehung zu erreichen. Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass damit alle Probleme mit dem guten Mann aus der Welt geschaffen werden. Aber es wird sich etwas verändern, soviel verspreche ich Ihnen!  Sie beschäftigen sich mit positiver Energie, anstatt mit negativer. Und das wirkt sich überall in Ihrem Leben aus. Vielleicht gerade dort, wo Sie es am wenigsten erwarten.

Viel Spass mit Ihrem bunten Vermieter! Und alles Gute. Ihre Kafi.
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