DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

CS-Ökonomen erwarten langsamere, aber breitere Wirtschaftserholung

16.03.2021, 09:2016.03.2021, 14:21
Bild: KEYSTONE

Die Schweizer Wirtschaft dürfte sich nach Einschätzung der Ökonomen von Credit Suisse dieses Jahr auf breiter Front erholen. Anders als nach den ersten Lockerungen im letzten Sommer kommt die Besserung diesmal aber langsamer.

Gemäss der Analyse der CS-Ökonomen dürfte die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2021 trotz der erneuten Lockerungen nochmals um 0.5 Prozent sinken. Danach geht es aber graduell bergauf, wie es im am Dienstag veröffentlichten Bericht «Monitor Schweiz» der Grossbank heisst. Für das Gesamtjahr halten die CS-Wirtschaftsexperten an ihrer bisherigen Prognose fest, wonach das BIP 2021 um 3.5 Prozent wachsen dürfte.

Bessere globale Wirtschaftslage

In der zweiten Welle wirkt sich die Pandemie nach der Einschätzung der Experten weniger stark auf die Wirtschaft aus als im letzten Jahr. So ist beispielsweise die weltweite Wirtschaftslage heute besser als während der ersten Welle und mit den Impfbemühungen ist ein Ende der Coronapandemie langsam in Sichtweite.

Zudem haben die asiatischen Länder, die einen grossen Teil der weltweiten Nachfrage abdecken, die Pandemie bereits weitestgehend im Griff. Und weil die Massnahmen zur Bekämpfung des Virus während der zweiten Welle weniger strikt waren als während der ersten Welle, werde auch der Jo-Jo-Effekt des privaten Konsums geringer ausfallen.

Sparbetrag nimmt ab

Dieser war nach den ersten Lockerungen unter anderem darum so stark, weil die Haushalte im ersten Lockdown etwa doppelt so viel gespart haben wie in normalen Zeiten - und zwar etwa 3'000 Franken. Laut dem Bericht sind viele Einkommen dank den Zahlungen des Staates und der Arbeitslosenversicherung weniger stark gesunken als der Konsum, der durch den Lockdown eingeschränkt war. Als die Läden wieder aufgingen, gaben die Konsumenten dann wieder Geld aus - und zwar deutlich mehr als normalerweise.

In der zweiten Welle liegt dieser zusätzliche Sparbetrag laut der Einschätzung der CS-Experten wegen den weniger restriktiven Massnahmen und geringeren Einkommensverlusten noch bei etwa 880 Franken pro Haushalt. Diesmal ist das Polster für den Nachholkonsum also deutlich dünner.

Erholung in Hotellerie am langsamsten

Das führt laut den Experten unter anderem dazu, dass sich die Erholung nun langsamer einstellen wird als im letzten Jahr. Aber auch zwischen den unterschiedlichen Branchen werden grosse Unterschiede erwartet.

Gemäss der Analyse wird die Rückkehr zum Vorkrisenniveau in Branchen wie der interkontinentalen Hotellerie am längsten auf sich warten lassen. Sobald Schweizer ihre Ferien wieder im Ausland verbringen dürfen, bricht hierzulande ausserdem die Unterstützung durch Inlandtouristen wieder weg.

Aber auch beispielsweise die Gastronomie und Freizeitbranche haben wohl noch länger an der Krise zu nagen, weil dort der Konsum nicht einfach nachgeholt werden kann: Obwohl die Konsumenten lange nicht mehr ins Restaurant gehen konnten, werden sie künftig nicht plötzlich täglich auswärts essen.

Vollständige Erholung erst nach 2022

Trotzdem dürfte die Erholung insgesamt laut Einschätzung der Experten aber viel breiter sein als im Sommer 2020 und die Wirtschaftsleistung vor Ende 2021 wieder das Vorkrisenniveau erreichen.

Der Wohlstandsverlust ist laut dem Bericht aber enorm. Die Ökonomen schätzen die BIP-Einbussen aus dieser Zeit auf 36 Milliarden Franken im vergangenen und 21 Milliarden im aktuellen Jahr. Bis diese Wachstumslücke wieder geschlossen ist, dürfte es länger dauern als bis Ende 2022.

(aeg/sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Der Schweizer Aktienindex SMI

1 / 22
Der Schweizer Aktienindex SMI
quelle: x00493 / arnd wiegmann
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Maximaler Profit – auf Kosten der Tiere

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Nach all den Pleiten: Wie die Credit Suisse die Börse elektrisiert
Die Bank will am Donnerstag ihre Quartalszahlen, vor allem aber auch ihre neue Strategie präsentieren - früher als erwartet.

Die Credit-Suisse-Aktien haben sich am Montag mit einem weiten Sprung von fast sechs Prozent über die viel- beachtete Kursmarke von 10 Franken hinweggesetzt. Für Aufsehen sorgte eine kurzfristige Einladung zum diesjährigen Investorentag, der bereits am kommenden Donnerstag in London stattfinden soll. Die Bank überraschte damit nicht nur die eingeladenen Finanzanalysten, sondern vor allem auch die Anleger. Diese warten zunehmend ungeduldig auf gute Neuigkeiten und von dem anstehenden Anlass scheinen sie sich nun einiges zu versprechen.

Zur Story