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Wo Wohneigentum in der Schweiz noch bezahlbar ist

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Immer weniger Personen in der Schweiz können sich Eigentum leisten.Bild: Shutterstock

Kaufen oder mieten? Wo Wohneigentum in der Schweiz noch bezahlbar ist

Ob Kaufen oder Mieten günstiger ist, hängt stark vom Wohnort ab. In den Städten lohnt sich oftmals das Mieten, während Kaufen in ländlichen Regionen finanziell mehr Sinn ergibt.
10.07.2026, 17:5410.07.2026, 17:54

«Schaffe, schaffe, Häusle baue» – für viele Schweizerinnen und Schweizer bleibt das Eigenheim ein Traum. Und auch wer sich momentan auf Wohnungssuche befindet, hat es nicht leicht. Neben dem Standort ist oftmals der Preis ein Problem, denn bezahlbarer Wohnraum ist teuer. Es stellt sich auch die Frage, ob besser gemietet oder gekauft werden soll. Letzteres hat das Immobilienberatungsunternehmen Iazi für SRF ausgewertet. Von Region zu Region sind die Ergebnisse unterschiedlich.

Das Analysetool stützt sich auf aktuelle Immobilienpreise, Marktmieten, Finanzierungskosten und regionale Marktdaten. Es zeigt, wo und mit welchem Budget sich Wohneigentum oder eine Mietwohnung leisten lässt. Laut Cash berücksichtigt das Tool den finanziellen Spielraum von Haushalten sowie die Unterschiede innerhalb einzelner Gemeinden jedoch nur begrenzt.

So viele Eigenmittel braucht es für den Erwerb von Eigentum
Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises der Immobilie müssen mit Eigenmitteln finanziert werden. Nur die Hälfte davon darf aus der Pensionskasse vorbezogen werden. Im Minimum zehn Prozent des Immobilienpreises müssen somit in Form von liquiden Mitteln, Spargeldern, Wertschriften, Erbvorbezügen oder Guthaben aus der freiwilligen 3. Säule bereitgestellt werden.

Stadt vs. Land

Grundsätzlich gilt: Abseits der Zentren ist es einfacher, mit einem kleineren Budget Wohnraum zu finden. Zudem ist Wohneigentum auf dem Land oft finanziell attraktiver, da die monatlichen Kosten häufig unter der Miete liegen. In den Städten hingegen ist Mieten meist die günstigere Option. In Zürich ist Mieten beispielsweise 20 Prozent günstiger als Kaufen, in der Gemeinde Haute-Ajoie im Kanton Jura ist Kaufen 30 Prozent günstiger als Mieten.

Abgesehen vom Mieten oder Kaufen steigen die Preise, je zentraler Wohnraum liegt. Dies zeigt sich in den Städten Zürich oder Genf. Hier sind die Grundstückspreise inzwischen so hoch, dass sich die wenigsten Leute eine Eigentumswohnung leisten können. Vor allem Neubauwohnungen sind quasi unbezahlbar geworden.

Bislang galt die Regel, dass Besitzerinnen und Besitzer von Wohnraum monatlich tiefere Kosten haben als Mieterinnen und Mieter. Aufgrund der Zinslage der vergangenen Jahre hat sich das jedoch in einigen Regionen geändert.

Stadt Zürich
In Zentren wie der Stadt Zürich ist der Erwerb von Eigentum auch für Gutverdienende schwierig.Bild: shutterstock

Und auch wenn man sich die jeweilige ortsübliche Miete oder den Kaufpreis leisten kann, heisst es noch lange nicht, dass auch etwas Passendes dabei ist, denn das Angebot ist begrenzt. Mehr Eigentumswohnungen sind beispielsweise in der Westschweiz verfügbar, Mietwohnungen dafür im Mittelland oder Jura.

Auch Gutverdienende haben Probleme

Die Auswertung zeigt, dass es auch gutverdienende Personen auf dem Wohnungsmarkt schwer haben. Bei einem Haushalt mit 180'000 Franken Jahreseinkommen und 400'000 Franken Eigenmitteln ist der Erwerb von Eigentum in den Städten Basel, Bern, Genf, Lausanne, Luzern und Zürich nicht möglich. Auch in Teilen des Engadins findet sich kein Kaufobjekt in diesem Spektrum.

Selbst Personen mit einem überdurchschnittlichen Jahreseinkommen von 120'000 Franken und 400'000 Franken Eigenkapital haben laut der Analyse in Zürich und Genf nur geringe Chancen auf eine 3,5-Zimmer-Wohnung – unabhängig davon, ob sie kaufen oder mieten wollen.

Ein Vater umsorgt an seinem freien Tag gemeinsam mit seiner Frau zu Hause seinen vier Montate alten Sohn, fotografiert am 15. Mai 2020 in Aarau. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Der Traum vom Eigenheim liegt für viele junge Familien in weiter Ferne.Bild: KEYSTONE

Von der aktuell schwierigen Lage auf dem Wohnungsmarkt sind vor allem junge Familien betroffen, die ein Haus kaufen möchten. Die hohen Preise erschweren den Erwerb von Wohneigentum. Im Vorteil sind hingegen Menschen, die nicht umziehen müssen. Menschen mit Eigentum profitieren von einer Wertsteigerung der Immobilie, während die Miete von langjährigen Mieterinnen und Mietern stabil bleibt. Wer umzieht, muss dagegen oft deutlich mehr bezahlen.

Die Mehrheit bleibt ohne Eigentum

Laut dem Immobilienexperten und IAZI-Verwaltungsratspräsidenten Donato Scognamiglio werden etwa 60 bis 70 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer Mieter bleiben. Gründe seien ein zu tiefes Einkommen oder zu wenig Eigenkapital, schreibt Cash. Daran dürfte sich auch künftig wenig ändern, da tiefe Zinsen, das Bevölkerungswachstum und die stockende Bautätigkeit den Druck auf den Wohnungsmarkt aufrechterhalten.

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Luxus-Wohnung in Zürich
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Luxus-Wohnung in Zürich

Das Wohnzimmer der Luxus-Wohnung in Zürich.

quelle: screenshot homegate.ch
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46 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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BadlyDrawn
10.07.2026 19:03registriert März 2026
Ich bin momentan auf 3.5-Zimmer Wohnungssuche und habe schon fast aufgegeben. Durchschnittlich gefühlt 1‘000.- mehr kostet eine Wohnung in der Stadt Bern monatlich als noch vor 6 Jahren als ich zuletzt umgezogen bin. Und oft sind dann die qm sogar noch tiefer.

Günstiger sind die Wohnungen wo man dann schnell auf ein Auto angewiesen ist. Mein Lohn hat sich seither aber kaum verändert.
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Weiterdenker
10.07.2026 19:13registriert November 2015
Es ist ein Trauerspiel und die Politik von Links bis Rechts schaut zu. Zürich war schon vor 15 Jahren schlimm, aber was heute abgeht, ist die absolute Höhe. Sowohl ich wie auch meine Freundin verdienen überdurchschnittlich und wir könnten uns kaum eine Familie leisten, wenn wir eine genug grosse Wohnung in Zürich finden wollen, die keine Genossenschaftswohnung ist. Für Stadtwohnungen verdienen wir zu viel, für normale Wohnungen zu wenig. Und es wird von Jahr zu Jahr schlimmer, obwohl immer mehr überteuerte Wohnungen frei stehen. Es braucht dringend eine Leerstandbusse in den Städten.
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accent35
10.07.2026 20:16registriert November 2020
"Menschen mit Eigentum profitieren von einer Wertsteigerung der Immobilie"

Wer selber drin wohnt bis zum Lebensende "profitiert" nur von höheren Vermögenssteuern.
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