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Brady Tkachuk kehrt nach Ottawa zurück – und wird unfreundlich empfangen

Florida Panthers' Brady Tkachuk (8) skates during warmups prior to an NHL hockey game against the Ottawa Senators in Ottawa, on Wednesday, Oct. 21, 2026. (Keito Newman/The Canadian Press via AP)  ...
Nur das Plakat des Kindes auf der rechten Seite ist etwas versöhnlich. Bild: AP The Canadian Press

Ex-Captain Brady Tkachuk zurück in Ottawa – der Empfang ist mehr als unfreundlich

Fünf Jahre lang war Brady Tkachuck Captain des NHL-Teams der Ottawa Senators. Nach seinem Wechsel zu Florida wurde er in der kanadischen Hauptstadt unfreundlich empfangen.
22.10.2026, 10:3822.10.2026, 11:06

Es war der Blockbuster-Trade im vergangenen Sommer: Brady Tkachuk wechselte von den Ottawa Senators zu den Florida Panthers im Tausch für drei Erstrunden- und einen Zweitrunden-Draftpick. In Florida ist Brady nun mit seinem älteren Bruder Matthew Tkachuk vereint.

Der Trade war absehbar. Der Flügelstürmer hatte Teambesitzer Michael Andlauer angekündigt, dass er seinen Vertrag in Ottawa nach dessen Auslaufen im Sommer 2028 nicht mehr verlängern werde. Zudem genoss Tkachuk, der von 2021 bis zum Trade nach Florida Captain der Ottawa Senators war, auch von den eigenen Mitspielern nicht mehr den bedingungslosen Rückhalt. Einer der Gründe: In seinem Podcast, den er mit seinem Bruder Matthew führt, lachte er in einer Folge über die Probleme von Ottawa Goalie Linus Ullmark, statt diesen zu verteidigen. Nach der Olympiapause im letzten Februar soll der Stürmer sich quasi aus dem Team zurückgezogen haben.

Brady Tkachuk ist darum auch bei den Senators-Fans nicht mehr beliebt. Ja, es wäre keine Übertreibung zu sagen, dass er gar verhasst ist. Zumal der letzte Eindruck des US-Olympiasiegers mehr als zweifelhaft war. Beim 0:4-Sweep in der ersten Playoff-Runde gegen die Carolina Hurricanes sammelte er keinen einzigen Skorerpunkt.

Deshalb wurde das erste Auswärtsspiel der Florida Panthers gegen die Senators – Tkachuks Rückkehr nach Ottawa – mit viel Spannung erwartet. In der Nacht auf Donnerstag ging sie über die Bühne und so viel sei schon verraten: Die Stimmung war aufgeheizt und Brady Tkachuk beendete das Spiel vorzeitig.

Vor dem Spiel wurde er gefragt ob sein Bruder und sein Vater etwas damit zu tun hatten, dass er nun in Florida spiele. Tkachuk verneinte: «Ich bin ein grosser Junge und kann meine eigenen Entscheidungen treffen.» Er hätte seine Zeit in Ottawa und die Fans dort geliebt. Die Liebe, sie ist nicht mehr gegenseitig. Schon als sich die Teams vor dem Spiel auf dem Eis aufreihten, schallten ohrenbetäubende «Brady sucks!»-Gesänge durch das Canadian Tire Centre.

Auch bei seinem ersten Einsatz wurde Tkachuk lautstark ausgebuht, und als er dann auch noch auf seinen Hintern fiel, schlugen die Buhrufe in lautstarken Jubel um. Selbst beim Tribut-Video, in dem die Senators ihm für die acht Jahre in Ottawa dankten, hagelte es Buhrufe für den Ex-Spieler.

Brady Tkachuk stürzt in seinem ersten Einsatz – die Ottawa-Fans jubeln.

Über das ganze Spiel liessen die Senators-Fans ihrer Kreativität freien Lauf und erfanden neue Schmähgesänge, um ihrem Ex-Captain unter die Haut zu fahren. Viele davon machten sich das Meme zunutze, wonach Brady Tkachuk nicht gerade der intelligenteste Mensch sei. Andere zielten darauf ab, dass er der jüngere und weniger erfolgreiche von zwei Brüdern ist. Eine nicht vollständige Liste der Sprüche, mit denen Brady eingedeckt wurde:

  • «Fuck you Brady»
  • «Brady sucks»
  • «Brady's balding» – «Brady bekommt eine Glatze»
  • «We don't need you» – «Wir brauchen dich nicht»
  • «Traitor» – «Verräter»
  • «You can't read» – «Du kannst nicht lesen»
  • «You eat crayons» – «Du isst Crayons»
  • «You're a sellout» – «Du bist ein Verräter»
  • «Overrated» – «Überschätzt»
  • «Matthew's better» – «Matthew (Tkachuk) ist besser»
  • «Matthew's bridesmaid» – «Matthews Brautjungfer»
  • «Timmy's better» – «Tim (Stützle) ist besser»
  • «Little brother»
  • «Who's your daddy?»
  • «Fuck your podcast»

Daneben präsentierten die Senators-Fans im Stadion jede Menge Plakate, auf denen die Tkachuks beleidigt und verschmäht wurden – allen voran natürlich Brady. Vor dem Stadion wurde ein Boxsack mit einem Tkachuk-Leibchen aufgestellt, an dem die Anhänger ihren Frust rauslassen konnten.

Auf dem Eis lachte Brady zuerst, die Senators aber zuletzt. Nach exakt zehn Minuten im ersten Drittel traf der jüngere Tkachuk-Bruder zum 1:0 für die Gäste aus Florida – es sollte das einzige Tor der Panthers in diesem Spiel bleiben. Danach drehten die Senators auf und schossen die Panthers mit 5:1 und einem Schussverhältnis von 30:19 aus dem Stadion. Der Schweizer Goalie Akira Schmid bei den Panthers gab eine wenig überzeugende Figur ab und hielt 25 von 30 Abschlüssen auf seinen Kasten.

Und Brady Tkachuk? Nach seinem Tor fiel er nur noch mit seinen üblichen Scharmützeln auf. Seine Bilanz: ein Tor, drei Strafen und eine Minus-2-Bilanz in etwas mehr als 13 Minuten Eiszeit. Als er weniger als zwei Minuten vor dem Ende nach einer Rangelei mit Ridly Greig eine nächste Strafe kassierte, war sein Abend vorzeitig zu Ende. Unter noch mehr Buhrufen marschierte Brady in seiner früheren Heimat zurück in die Garderobe, nicht in der Lage, die Pleite seiner Mannschaft abzuwenden.

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