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«Das ist eine Schande!» Holocaust-Überlebender reagiert auf Hasskommentare im Netz. screenshot: facebook/«deutschland3000»

«Mir macht das Angst» – so reagieren Holocaust-Überlebende auf Juden-Hass im Netz



Alexander, Justin und Sara sind über 90. Sie haben den Holocaust überlebt. In einem bewegenden Video reagieren die drei nun auf Hasskommentare im Netz. «Mir macht das Angst», sagt der 93-jährige Justin.

Gedreht wurde das Video von «Deutschland 3000», einem Webvideo-Format des jungen ARD- und ZDF-Angebots Funk. Am Freitag wurde das Video veröffentlicht. Seitdem haben es schon über eine Million Menschen gesehen.

Die Botschaft des Videos lautet:

«Wir dürfen niemals aufhören, über den Holocaust zu sprechen! #ausderGeschichtelernen»

Im Video lesen die drei Holocaust-Überlebenden Onlinekommentare vor, in denen der Holocaust geleugnet und antisemitisch und rassistisch gehetzt wird. «Hitler wollte keinen Krieg. Der Holocaust hat nie existiert», heisst es in einem Kommentar. «Das ist eine Schande, wenn ich sowas höre», sagt der 93-jährige Alexander darauf. Er hat das Konzentrationslager Sachsenhausen überlebt.

«Natürlich hat der Holocaust existiert», ergänzt Justin. «Da muss man bloss in die Konzentrationslager fahren.» Justin hat das Vernichtungslager Auschwitz überlebt. Im Video erklärt er, wie er sich vor der «Selektion» gerettet hat, vor dem Aussortieren für die direkte Ermordung.

Die junge Generation trägt die Verantwortung

Augenzeugenberichte vom Grauen der Konzentrationslager wechseln sich im Video mit aktuellen Hasskommentaren ab. Aus der Geschichte zu lernen, das ist die Aufforderung des Videos. Der 93-jährige Justin erklärt: «Wie schnell das umkippen kann. Wenn heute wieder vor dem jüdischen Restaurant Schalom in Chemnitz Nazis auftreten und sagen 'Juden raus!', dann trifft mich das ganz besonders hart.»

«Natürlich hat der Holocaust existiert. Da muss man bloss in die Konzentrationslager fahren.»

Justin

Die drei Holocaust-Überlebenden richten sich mit einer Aufforderung an die junge Generation: Die Jungen sollen den «Staffelstab» übernehmen, das weitermachen, was sie nicht mehr können – und dafür sorgen, dass sich die Geschichte niemals wiederholt.

(fh/watson.de)

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