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Anschlagserie in Syrien fordert fast 50 Tote



Bei einer Anschlagserie überwiegend auf Regimegebiete in Syrien sind fast 50 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Gespräche zwischen den USA und Russland über eine Waffenruhe in Syrien brachten derweil keinen Durchbruch.

Bei den Attentaten in der Regierungshochburg Tartus, in Homs und der mehrheitlich von Kurden kontrollierten Stadt Hassake wurden am Montag mindestens 48 Menschen getötet, wie syrische Staatsmedien berichteten. Die Anschläge wurden alle zwischen 8.00 und 9.00 Uhr Ortszeit verübt.

Bei einem Doppelanschlag in Tartus wurden 35 Menschen getötet. Demnach explodierte auf einer Autobahnbrücke zunächst eine Autobombe, bevor sich ein Attentäter inmitten einer Menge in die Luft sprengte, die den Verletzten zu Hilfe geeilt waren. Tartus ist eine Hochburg der Anhänger von Präsident Baschar al-Assad und war bisher vom Bürgerkrieg weitgehend verschont geblieben.

In Hassake wurden acht Menschen durch einen Attentäter auf einem Velo getötet, darunter sechs kurdische Sicherheitskräfte. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, der Anschlag habe sich gegen einen Kontrollposten der kurdischen Sicherheitskräfte gerichtet. Die Stadt im Nordosten steht praktisch komplett unter Kontrolle der kurdischen Milizen.

Anschläge offenkundig koordiniert

Weitere Anschläge gab es auf Kontrollposten der Regierungstruppen in Homs und bei Damaskus. Die Beobachtungstelle erklärte, die Angriffe seien offenkundig koordiniert gewesen.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich laut seinem Sprachrohr Amak zu der Anschlagserie. Die Miliz, die am Sonntag die Kontrolle über den letzten Abschnitt an der türkisch-syrischen Grenze an die türkische Armee verloren hatte, ist zwar auf dem Rückzug, doch verübt sie immer wieder blutige Anschläge.

Treffen am Rande des G20-Gipfels

Im chinesischen Hangzhou kamen am Rande des Treffens der G20-Staaten zunächst US-Aussenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow zusammen, um über eine Waffenruhe für die belagerte syrische Grossstadt Aleppo zu beraten. Später trafen sich auch Russlands Staatschef Wladimir Putin und US-Präsident Barack Obama. Auch hier war der Syrien-Konflikt ein wichtiges Thema.

Die Gespräche brachten jedoch keine Fortschritte, am Wochenende aufgekeimte Hoffnungen auf eine baldige Feuerpause erlitten einen Dämpfer. Ein US-Präsidentensprecher sagte, Obama und Putin hätten darüber gesprochen, wie die Gewalt reduziert, die Hilfen erhöht und der Kampf auf die Dschihadisten konzentriert werden könne. Es blieben aber «technische» Meinungsverschiedenheiten, die in den kommenden Tagen von Kerry und Lawrow geklärt würden.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bereits am Sonntagabend in China unter vier Augen mit Putin über die Lage in Aleppo gesprochen. Sie sagte am Montag in Hangzhou, Putin habe «einen grossen Einfluss» bei einer Einigung auf eine temporäre Waffenruhe in Syrien.

«Ich hoffe, dass diese Verhandlungen bald zu einem Ergebnis kommen», sagte die Kanzlerin. «Es ist klar, dass die Zeit drängt, wenn man sich das Leid der Menschen anschaut», sagte sie mit Blick auf die eingeschlossene Bevölkerung in Aleppo. (sda/afp/dpa/reu)

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