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Emmi-Chef Riedener kritisiert Protektionismus der Agrarwirtschaft



Der Konzernchef des Milchverarbeiters Emmi, Urs Riedener, hat vor einer weiteren Abschottung der Schweizer Landwirtschaft gewarnt. In einem Interview mit der «Schweiz am Sonntag» sagte der Manager, dies biete keine Perspektiven.

«In der Schweiz wird mehr Milch produziert als konsumiert. Da muss sich jeder selber fragen, ob es Sinn macht, den Absatzmarkt künstlich zu verkleinern.» Der langfristige Trend der Marktöffnung sei für die Agrarwirtschaft nicht aufzuhalten, auch wenn es derzeit einige gegenteilige Entwicklungen gebe.

Zwar befürworte Riedener gewisse Anliegen wie die Ernährungssicherheit, allerdings brauche es dafür keine neuen Verfassungsartikel.

Druck von vielen Seiten

Laut dem Emmi-Chef haben Schweizer Anbieter auch ohne Abschottungstendenzen genügend Herausforderungen im Ausland zu bewältigen. Bei Milch waren zum Beispiel im vergangenen Jahr die Preisdifferenzen zum Ausland ausgesprochen hoch und ein Liter kostet hierzulande etwa doppelt so viel wie in der Europäischen Union.

Als Folge der Frankenstärke könne der Milchverarbeiter ohnehin nur sehr spezifische Premium-Produkte jenseits der Landesgrenzen anbieten. «Auf den internationalen Grossmärkten können Sie ein Kilo Gouda für 2 Euro kaufen», mahnte der seit 2008 als Emmi-Konzernchef amtierende Manager eindrücklich.

Doch nicht nur ausserhalb des Landes ist die Lage für den Milchverarbeiter verzwickt. Selbst im Inland steht das Unternehmen unter Druck. «Der Schweizer Heimmarkt ist sehr schwierig geworden», sagte Riedener in dem Interview mit der «Schweiz am Sonntag». Hauptgründe dafür seien der Einkaufstourismus sowie die Discounter, die den Preiskampf anheizten und immer öfter importierte Billigprodukte anböten. (sda)

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