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Erste Flüchtlingskinder aus Calais nach Grossbritannien gebracht



Vor der geplanten Räumung des berüchtigten Flüchtlingslagers von Calais ist gut zwei Dutzend unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen die ersehnte Ausreise nach Grossbritannien genehmigt worden.

«Fünf syrische Minderjährige und ein afghanischer Minderjähriger wurden gerade nach Grossbritannien gebracht», sagte ein Sprecher der Präfektur von Calais am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Am Montag sollten zehn jugendliche Flüchtlinge folgen und am Dienstag etwa zehn weitere.

Die Genehmigung wurde Jugendlichen erteilt, die in Grossbritannien Angehörige haben. Es gebe aber keine Übereinkunft mit Grossbritannien über ein umfassenderes Umsiedlungsprogramm, sagte der Präfektursprecher.

Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve hatte Grossbritannien aufgerufen, seiner «moralischen Pflicht» nachzukommen und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit Verwandten im Vereinigten Königreich aufzunehmen.

1200 unbegleitete Flüchtlingskinder

Das Lager in der nordfranzösischen Küstenstadt Calais ist unter dem Namen «Dschungel» bekannt. Hier leben Schätzungen zufolge bis zu 10'000 Flüchtlinge und Migranten aus Afrika, dem Nahen Osten und Asien unter prekären Umständen. Nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR zählen dazu mehr als 1200 unbegleitete Flüchtlingskinder. Laut britischem Roten Kreuz wurden bereits 178 unbegleitete Minderjährige im «Dschungel» identifiziert, die wegen verwandtschaftlicher Beziehungen nach Grossbritannien dort Asyl beantragen könnten.

Die französische Regierung will das Lager in Calais bald räumen und die Bewohner in ordentlichen Unterkünften in ganz Frankreich unterbringen. Allerdings wollen viele Flüchtlinge genau das nicht. Sie hoffen von Calais aus auf Fähren über den Ärmelkanal oder durch den Eurotunnel heimlich nach Grossbritannien zu gelangen.

Am Samstag wurde mit dem Bau einer Mauer begonnen, die Migranten den Zugang zum Hafen von Calais abschneiden soll. Die ersten der vier Meter hohen Mauerblöcke wurden aufgestellt. Der Bau soll bis Jahresende vollendet sein. (sda/afp)

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