DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Prozess beendet

16 Jahre Freiheitsstrafe für McDonald's-Schützen von Biel



Mitarbeiter der Polizei sichern Spuren nach einer Schussabgabe in einem Mc Donalds Restaurant, am Montag, 28. November 2011 in Biel. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Montag, 28. November 2011, Biel: Die Polizei sichert nach der Schiesserei die Spuren in der McDonald's-Filiale. Bild: KEYSTONE

Der Mann, der im November 2011 in Biel ein McDonald's-Restaurant überfiel und mit Schüssen zwei Menschen schwer verletzte, ist zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren verurteilt worden. Sie wird zugunsten einer stationären Massnahme aufgeschoben.

Das Regionalgericht Biel sprach den heute 45-jährigen Syrer unter anderem des versuchten, mehrfachen Mordes schuldig. Der Täter habe aus Habgier gehandelt. Doch für das Gericht viel wichtiger sei die extreme Geringschätzung des Lebens anderer, die der Mann an den Tag gelegt habe, führte der Gerichtspräsident zur Begründung des Urteils aus. 

Beide Opfer hätten massive Beeinträchtigungen zu gewärtigen. Eines von ihnen ist gelähmt und wird zeitlebens auf umfassende Hilfe angewiesen sein. «Über die Opfer ist ein schweres Unheil hereingebrochen», führte der Gerichtspräsident aus.

Mitarbeiter der Polizei sichern Spuren nach einer Schussabgabe in einem Mc Donalds Restaurant, am Montag, 28. November 2011 in Biel. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Beide Opfer der Schiesserei haben mit massiven Beeinträchtigungen zu kämpfen.  Bild: KEYSTONE

Mit seinem Urteil liegt das Gericht tendenziell eher auf der Linie der Staatsanwaltschaft, die auf versuchten Mord plädierte und eine Freiheitsstrafe von 19 Jahren mit vorgängiger stationärer Massnahme gefordert hatte. 

Die Verteidigung hatte auf einen Schuldspruch wegen qualifizierten Raubs plädiert und eine Freiheitsstrafe von acht Jahren mit ambulanter Therapie gefordert.

Mord aus Frustration? 

Der Syrer kam vor gut zehn Jahren in die Schweiz. Er arbeitete in verschiedensten Jobs, so etwa auch bei der Fastfood-Kette McDonald's. Es gelang ihm aber nicht, beruflich wirklich Fuss zu fassen.

Zudem litt der Mann unter psychischen Problemen und hatte Tötungsphantasien. 2011 habe er keine Arbeit, dafür aber überall Schulden gehabt, erzählte der Angeklagte vor Gericht. Von McDonald's habe er gewusst, dass dort Geld aufbewahrt werde. 

Mitarbeiter der Polizei sichern Spuren nach einer Schussabgabe in einem Mc Donalds Restaurant, am Montag, 28. November 2011 in Biel. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Der Täter wird zu 16 Jahren Haft und einer stationären Massnahme verurteilt. Bild: KEYSTONE

In dieser Zeit sei er sehr frustriert, wütend und nervös gewesen. Er habe stets eine Waffe bei sich getragen und nur darauf gewartet, von jemandem provoziert zu werden, um abzudrücken. 

Am 28. November 2011 überfiel der Syrer das McDonald's-Lokal an der Bieler Nidaugasse. Der Chef des Lokals habe versucht, Zeit zu schinden und ihn bis zum Eintreffen der Polizei hinzuhalten, erzählte der Täter vor Gericht. 

Da habe er aus Wut auf ihn geschossen. Dass er dann auch noch auf eine andere Angestellte schoss, stellte der Mann als «Reflex» dar. Nach den Schüssen floh der Täter ohne Beute. Einige Stunden später wurde er von der Polizei gestellt. Er gestand die Tat. 

Erhöhte Rückfallgefahr

Neben der Freiheitsstrafe sprach das Gericht eine stationäre Massnahme aus. Psychiatrische Gutachten kamen zum Schluss, dass bei dem Mann eine bedeutende Gefahr für neue Straftaten besteht. Der Mann leidet laut Gutachten an einer Psychose und war zur Tatzeit mittelgradig in seiner Steuerungsfähigkeit beeinträchtigt. (rar/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter