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Industrie: Sulzer-Chef plant keinen weiteren Stellenabbau in der Schweiz

28.07.2015, 11:36

Schweizer Sulzer-Mitarbeiter können aufatmen: Auch nach dem Gewinneinbruch in der ersten Jahreshälfte plant der Industriekonzern keinen weiteren Stellenabbau in der Schweiz. Anders sieht es dagegen im Ausland aus.

Er werde auch in Zukunft die Kapazitäten den Gegebenheiten anpassen, sagte Sulzer-Chef Klaus Stahlmann. Dies geschehe aber vor allem im Ausland. In der Schweiz seien derzeit über die bereits in der Vergangenheit getroffenen Massnahmen hinaus keine weiteren und weitreichenden Änderungen geplant, sagte Stahlmann am Dienstag im Gespräch mit der Finanznachrichtenagentur AWP.

Nachdem die Nachfrage nach Sulzer-Produkten in den ersten sechs Monaten des Jahres geschrumpft war, hat Sulzer die Produktionskapazitäten weltweit zurückgefahren. In der Schweiz gab Sulzer im Juni die Schliessung einer Produktionsstätte der Division Chemtech in Allschwil BL bekannt. Von der Schliessung waren 20 Mitarbeiter betroffen.

Weltweit baute Sulzer per Ende Juni 635 Arbeitsplätze ab. Zugänge durch Übernahmen und Stellenaufbau in einigen wachsenden Geschäftsbereichen eingerechnet, beschäftigte Sulzer unter dem Strich per Ende Juni mit über 15'000 Mitarbeitenden 335 weniger als noch vor einem Jahr.

Einbruch des Betriebsgewinns

Der Industriekonzern Sulzer blickt insgesamt auf ein schwieriges erstes Halbjahr zurück: Der Betriebsgewinn brach um die Hälfte ein. Auch der Umsatz war rückläufig. Probleme machen dem Unternehmen vor allem der Öl- und Gasmarkt. Ein Grund ist der tiefe Ölpreis.

Sulzer bezeichnet die Situation am Öl- und Gasmarkt in einer Mitteilung als «herausfordernd». Einige Unternehmen hätten Projekte verschoben. Besonders die internationalen Ölunternehmen warteten mit Investitionen weiter zu. Per Juni 2015 seien zuvor eingegangene Bestellungen im Wert von insgesamt 114 Mio. Fr. ausgesetzt worden.

Dies habe sich vor allem im Geschäft mit Pumpen auf den Umsatz ausgewirkt, schreibt Sulzer. Der Gesamtumsatz des Konzerns sank im ersten Halbjahr um 6.6 Prozent auf noch 1.39 Mrd. Franken. Im der Division Pumps Equipment ging er gar um 10.2 Prozent auf noch 727 Mio. Franken zurück.

Der starke Franken habe weiterhin die Rendite geschmälert, schreibt Sulzer. Der Betriebsgewinn brach um 52 Prozent auf noch 47.6 Mio. Franken ein. Einzig der Bestellungseingang konnte stabil gehalten werden. Ohne Währungseffekte hätte er sogar leicht zugelegt.

Das Unternehmen mit Sitz in Winterthur erwartet neu im Gesamtjahr einen leichten oder moderaten Rückgang von Bestellungseingang, Umsatz und operativem Ergebnis. Zuvor war das Unternehmen von einem gleichbleibenden Umsatz und operativen Ergebnis ausgegangen. (sda)

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