Basel
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Unter dem Titel «Deutsche Gründlichkeit» verfasste Klein seinen Gastbeitrag.
screenshot/telezüri

«Basler Zeitung» erklärt, was Merkel von ihrem «Vorgänger» Adolf Hitler lernen könnte

Der wegen Rassismus verurteilte Kolumnist David Klein erklärt, was Angela Merkel von ihrem Vorgänger Adolf Hitler lernen kann. Der habe das «Bewegen» von Menschenmassen mit Bravour und deutscher Gründlichkeit gemeistert. Die «Basler Zeitung» sieht offenbar kein Problem darin und druckt den wirren Schrieb ab.

10.09.15, 15:52 10.09.15, 16:10


Er kann es nicht lassen. David Klein, Musiker und Gastschreiber bei der «Basler Zeitung», vergreift sich in seinem Eifer immer wieder in der Wortwahl. In seinem jüngsten Beitrag in der BaZ vom Dienstag, vergleicht er die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Adolf Hitler. Anlass dazu gab ihm deren Besuch an den Bayreuther Festspielen Ende Juli. In seinem Beitrag schreibt Klein unter anderem: 

Wie es sich anfühlt, wenn «ganz Europa» sich «bewegt», sollte der «Wagner-Kanzlerin» («Bild»), die alljährlich auf den grünen Hügel zu Bayreuth pilgert, um verzückt der Musik des bekennenden Antisemiten Richard Wagner zu lauschen, eigentlich geläufig sein. Denn vor nicht allzu langer Zeit stand Europa schon einmal vor der Herausforderung, Menschenmassen durch den Subkontinent zu «bewegen». Eine Aufgabe, die einer von Merkels Vorgängern, ein gewisser Adolf Hitler (auch er war bei Wagners ein gern gesehener Gast und soll beim Musikgenuss sogar ein Tränchen verdrückt haben) mit Bravour und einem gerüttelten Mass an «deutscher Gründlichkeit» meisterte.

BaZ vom 8. September

Dass der berühmte Komponist Antisemit war, beschäftigt die Forschung seit längerer Zeit. Tatsächlich finden sich in den Schriften von Wagner verschiedene antisemitische Stereotypen, die er, beispielsweise in «Das Judenthum in der Musik» auch selbst weiterentwickelte. Den Bogen aufgrund der aktuellen Flüchtlingskrise zwischen Merkel, die als regelmässige Besucherin der Bayreuther Festspiele gilt, und Hitler zu spannen, geht dennoch vielen Lesern offenbar zu weit. So beklagten sich sowohl gestern als auch heute mehrere Leser in der BaZ über Kleins Betrachtung.

Peer Teuwsen, Leiter publizistische Projekte bei der «NZZ», löste mit seinem Post auf Facebook eine Debatte aus, wie die «Nordwestschweiz» schreibt. Seine Kritik richtet sich unter anderem an «BaZ»-Chefredaktor Markus Somm, der noch vor wenigen Monaten als Anwärter auf den Posten als Chefredaktor der «NZZ» gehandelt worden war. 

Auch beim Schweizerischen Presserat ist eine Anfrage eingegangen, wie Geschäftsführerin Ursina Wey bestätigt. «Dies ist bislang noch keine formelle Beschwerde, es ist aber durchaus möglich, dass das noch kommt», sagt Wey. Beim Presserat ist Klein bereits bekannt. Für einen Eintrag auf Facebook, in dem er Muslime als «Abschaum» und als die «Nazis von heute» bezeichnete, wurde er verurteilt. Inzwischen ist dieser Fall beim Basler Appellationsgericht hängig. 

Dabei wurde er zuerst als Gegner des Antisemitismus gefeiert. Bekannt wurde er unter anderem, weil er den Komiker Massimo Rocchi verklagte, der seinerseits mit antisemitischen Äusserungen in einem Fernsehbeitrag aufgefallen war. Klein wollte gegenüber watson zu den Reaktionen auf seinen jüngsten Gastbeitrag keine Stellung beziehen. Auch Baz-Chefredaktor Markus Somm, der letztlich die Verbreitung des Schriebs zu verantworten hat, war für Watson nicht zu erreichen. Sowohl schriftliche als auch mündliche Anfragen blieben unbeantwortet. (bro)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 03.12.2016 02:19
    Highlight "Markus Somm, der letztlich die Verbreitung des Schriebs zu verantworten hat, war für Watson nicht zu erreichen."

    Es ist schon klar, dass Leute wie Markus Somm, die Klartext reden und eine Angriffsfläche bieten, nicht mit Watson reden wollen. Bei Watson weiss man nicht, woran man ist. Wenn ich auf Watson den Superreichen per Kommentar an den Karren fahre, dann ernte ich Schmäh. Wenn ich auf die verarmten Schweizer aufmerksam mache, dann ernte ich ebenfalls Schmäh. Trotzdem behauptet Watson, links zu sein. Soll noch einer nachkommen!
    2 0 Melden
  • cassio77 10.09.2015 20:02
    Highlight ach, diese inszenierten provokationen laden doch nur noch zum einschlafen ein. wer nicht kreativ genug ist, wer keine wahren argumente hat, muss zu solchen mitteln greifen. wer da empörung an den tag legt, unterstützt solch schwachen journalismus noch.
    12 0 Melden
  • Noach 10.09.2015 18:03
    Highlight Sorry,ich mag David Klein und seine Ehrlichkeit!!
    10 56 Melden
    • tomdance 10.09.2015 19:40
      Highlight ...und Du heisst nicht zufällig David Klein, oder?
      4 1 Melden
    • Moelal 10.09.2015 20:49
      Highlight Geistig beschränkte Ehrlichkeit....
      15 2 Melden
    • _kokolorix 10.09.2015 22:45
      Highlight @hitz
      für einmal bin ich mit dir einig. vollkommen.
      1 0 Melden
  • Gringoooo 10.09.2015 17:27
    Highlight Für mich hat eine Feststellung der Erhöten Beteiligung in einer Branche noch nichts mit Antisemitismus zu tun. Ist es nicht eher das Gegenteil davon wenn man ein Talent einer Gruppe/Rasse/Ethnie zuschreibt? (Ja ich weiss, sehr sehr dünnes Eis).

    Zudem meinte ich dass der Vater von Wagner selbst Jude war und er diesen wegen seinem Aussehen verunglimpfte mit einer Wortwahl welche zu dieser Zeit halt durchaus gang und gäbe war.
    Aber mit Antisemitismus hatte das (meines Wissens) nichts zu tun. Daher ganz ganz schlechter Vergleich und einfach nur dumm und unnötig. Ihn desswegen aber als Antisemit darstellen? (ich will ihn hier in keinster Weise verteidigen) - ich weiss ja nicht. Wie gesagt ... Sehr sehr dünnes Eis.
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  • dracului 10.09.2015 17:19
    Highlight Die BaZ unter der aktuellen Leitung suhlt sich gerne in fifty shades of brown und hat sado-sommistische Tendenzen. Der Schlitzerohr-Chefredator sollte genau hier auf klare Grenzen bestehen und keinen solchen Autor durchlassen!
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