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Diese Wohnung in Dübendorf besteht aus Abfall und kann kompostiert werden

Diese Wohnung in Dübendorf besteht aus Abfall und kann kompostiert werden

08.02.2018, 16:5708.02.2018, 18:24

Das Experimentalgebäude von Empa und Eawag in Dübendorf ZH ist um ein Modul reicher: Die Unit «Urban Mining & Recycling» wurde vollständig aus wiederverwertbaren oder kompostierbaren Materialien konstruiert.

Am Donnerstag wurde der neue Gebäudeteil des Nest (Next Evolution in Sustainable Building Technologies) feierlich eröffnet, wie die beiden Forschungsanstalten mitteilten. Er soll künftig zwei Studierenden als Wohnung dienen und den Wandel der Bauindustrie in Richtung Kreislaufwirtschaft befördern.

A look into the living room area with flexible wall elements during a media tour at the EMPA, Swiss federal laboratories for materials science and technology, at the "Urban Mining & Recycling ...
Das Wohnzimmer.Bild: KEYSTONE

Die Baubranche mache sich in Zeiten von knapper werdenden Ressourcen vermehrt Gedanken, wie Materialien mehrfach genutzt werden könnten. Die neue Nest-Unit setze diese Ideen konsequent um. Das Material des Wohnmoduls kann nach dessen Rückbau dereinst «vollständig und sortenrein wieder- oder weiterverwendet, recycelt oder kompostiert werden», heisst es in der Mitteilung.

Blick in den Schlafzimmerbereich an der Fuehrung der EMPA durch das "Urban Mining & Recycling" Wohnmodul am Donnerstag, 8. Februar 2018, auf dem EMPA Campus in Duebendorf. (KEYSTONE/Mela ...
Schlafzimmer.Bild: KEYSTONE

«Die verwendeten Materialien werden nicht verbraucht und dann entsorgt, sie sind vielmehr für eine bestimmte Zeit aus ihrem Kreislauf entnommen und werden später wieder in diesen zurückgeführt», erklärt Dirk E. Hebel das Konzept. Der Leiter des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hatte die Idee für das Recycling-Haus zusammen mit Felix Heisel vom KIT und Werner Sobek von der Universität Stuttgart entwickelt.

Tischplatte aus recyclebarem Material, an der Fuehrung der EMPA durch das "Urban Mining & Recycling" Wohnmodul am Donnerstag, 8. Februar 2018, auf dem EMPA Campus in Duebendorf. (KEYSTON ...
Pultplatte aus recyceltem Material.Bild: KEYSTONE

«Für die Zukunft ist die Devise: mit weniger Material für mehr Menschen bauen», erläuterte Sobek die Herausforderung in einem SDA-Video. Als «Durchbruch» wertete der Vorreiter des nachhaltigen Bauens, dass in Dübendorf auch Rezyklate verbaut wurden, also Material, das andernorts ausgedient hatte.

Blick in den Wohnzimmerbereich mit flexiblem Wandelement an der Fuehrung der EMPA durch das "Urban Mining & Recycling" Wohnmodul am Donnerstag, 8. Februar 2018, auf dem EMPA Campus in Du ...
Flexibles Wandelement im Wohnzimmer.Bild: KEYSTONE

So enthält das Wohnmodul etwa wiederverwertete Isolationsmaterialien, aber auch neuartige Dämmplatten aus Pilz-Myzelium sowie geleaste Teppichböden. Das Tragwerk und grosse Teile der Fassade bestehen aus unbehandeltem Holz. «Sämtliche Verbindungen können einfach rückgängig gemacht werden, weil die Materialien beispielsweise nicht verklebt, sondern gesteckt, verschränkt oder verschraubt sind», so Heisel.

epa06505650 An exterior view of the building 'Nest' of the 'Urban Mining & Recycling residential module' during a media tour of EMPA, Swiss federal laboratories for materials s ...
So sieht das Gebäude von aussen aus.Bild: EPA/KEYSTONE

Zusätzlich zum Holz besteht die Einfassung der Fassade aus wiederverwendeten Kupferplatten. Diese hatten zuvor das Dach eines Hotels in Österreich gedeckt.

Das Wohnmodul wurde im Werk vorfabriziert und innerhalb eines Tages ins Nest-Forschungsgebäude in Dübendorf eingebaut. In die Dreizimmerwohnung werden zwei Studierende einziehen, die regelmässig über ihre Alltagserfahrungen berichten werden.

Und so wurde das Haus gebaut.Video: YouTube/EmpaChannel

Im 2016 eingeweihten Nest-Haus werden neue Bau- und Energietechnologien erforscht. Es besteht aus einem zentralen Rückgrat und drei offenen Plattformen, die hineingeschoben, umgebaut und wieder herausgenommen werden können. Im Nest arbeiten nationale und internationale Forschungsteams mit Architekten und Firmen aus der Baubranche zusammen. (whr/sda)

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