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People wear masks with pictures of former NSA contractor Edward Snowden  during the testimonial of Glenn Greenwald, the American journalist who first published the documents leaked by Snowden, before a Brazilian Congressional committee on NSA's surveillance programs, in Brasilia in this August 6, 2013 file photo. Sony Pictures Entertainment has acquired the film rights to journalist Greenwald's book about former Snowden, recruiting producers of the James Bond franchise to bring the story to screen, the studio said on Wednesday.REUTERS/Ueslei Marcelino/Files(BRAZIL - Tags: POLITICS MEDIA ENTERTAINMENT)

Bild: UESLEI MARCELINO/REUTERS

Briefe von der Heimatfront

So kann Edward Snowden doch gerettet werden

Das deutsche Gerangel um den Whistleblower Edward Snowden will einfach nicht enden. Der Untersuchungsausschuss zur NSA-Abhöraffäre wollte ihn erst vorladen, dann wieder nicht, der Generalbundesanwalt erst keine Ermittlungen anstellen, dann plötzlich schon, allerdings in einer anderen Angelegenheit (gestohlenes Fahrrad in Frankfurt, ca. 2012). Der Justizminister macht Auflagen, der amerikanische Botschafter warnt, das Wetter spielt verrückt. Snowden sitzt derweil traurig auf Putins Fussabstreifer und wartet. Vielleicht vergebens.

Was macht den schmächtigen Brillenträger mit dem Fusselbart so attraktiv? Der Grund liegt sicher nicht nur darin, dass man mit der NSA-Affäre so herrlich den Amerikaner ärgern kann, sondern auch in der Person Snowden selbst. Der Fall des greisen Grünen-Politikers Hans-Christian Ströbele (104) gibt Gerüchten Nahrung, dass der amerikanische Ex-Agent über seltsame Wunderkräfte verfügt, dass er heilen, handauflegen und Warzen besprechen kann. 

Vor seinem Besuch bei Snowden war Ströbele politisch und körperlich fast gänzlich erloschen, hockte auf seinem unkündbaren Direktmandat, wurde alle zwei Tage gewendet und setzte Spinnweben an. Doch nach dem Besuch in Russland, nachdem ihm Snowden seine Hand auf die Schulter gelegt und Flüsterworte in die faltigen Ohren gesprochen hatte, erlebte Ströbele einen fünften Frühling, tanzte durch den Plenarsaal und küsste stürmisch junge Dinger (Alexander Dobrindt). Will Deutschland konsequent gegen die Überalterung der Bevölkerung vorgehen, müssen die Kräfte des «Orakels von Moskau» der gesamten Bevölkerung zugänglich gemacht werden, und zwar dauerhaft, und nicht für einen Kaffeebesuch.

Wie aber könnte dies gelingen, wie könnte Snowden nach Deutschland geschafft werden, ohne den Amerikaner zu düpieren? Die einzig gangbare Möglichkeit wäre, den Körper Edward Snowdens zur extraterritorialen Zone zu erklären und damit dem deutschen Staatsgebiet zuzuschlagen. Das juristische Verfahren wäre anspruchsvoll, aber nicht unmöglich: Snowden müsste zunächst die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen, ein unvorstellbar aufwendiges Verfahren, bei dem unter anderem Proben sämtlicher Körperflüssigkeiten abgegeben werden müssen, ausserdem Stammbäume, die bis mindestens ins 17. Jahrhundert reichen, sowie ein polizeiliches Abiturzeugnis, das von zwei noch lebenden Bundespräsidenten unterzeichnet sein muss. 

Der Neu-Deutsche Edward Snowden müsste sich sodann zum souveränen Stadtstaat erklären (Bevölkerungszahl: 1), um dann einen Antrag auf Beitritt zur Bundesrepublik zu stellen. Die Zustimmung des Bundestags vorausgesetzt, könnte das neue Bundesland «Edward-Niedersnowden» als 17. Mitglied anerkannt werden. Die erfreuliche Konsequenz: Snowden könnte auf jeden Fall in Deutschland interviewt werden – egal, wo auf der Welt sich das mobile Bundesland gerade aufhält. Dem Amerikaner wären die Hände gebunden, und für den Fall, dass Snowden plötzlich doch einen Unfall hat, könnte Edward-Niedersnowden vom Mutterland aus neu besiedelt werden. Die deutsche Institution Snowden wäre auf jeden Fall gesichert!

Leo Fischer

Leo Fischer

Der ehemalige Chefredaktor vom Satiremagazin «Titanic» schreibt jede Woche einen «Brief von der Heimatfront». Er liefert den deutschen Invasoren in der Schweiz Schlachtpläne, wie sie die deutsche Dominanz in den Universitäten oder dem Gesundheitswesen noch stärker durchsetzen und festigen können. Er wird aber auch seinen Landsleuten mit ordentlich Humor grob aufs Dach hauen.

Mehr von Leo Fischer gibts bei Titanic



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