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Down by Law

Covid-19: Schule zu! Ich betreue die Kinder zuhause – welche Rechte habe ich?

Vera Beutler / lex4you by TCS
Vera Beutler / lex4you by TCS



Nachträgliche Ergänzungen

Der Bundesrat hat die Verordnung auf seiner Website weiter angepasst. Wir haben den Artikel entsprechend ergänzt (Stand: 20.04.20, 15 Uhr). (red)

Du hast Anspruch auf Entschädigung, falls du deshalb unbezahlten Urlaub nehmen musst, sofern du kein Home Office machen kannst, obligatorisch bei der AHV versichert bist und deine Kinder jünger als 12 Jahre alt sind. Besucht dein Kind eine Sonderschule, besteht der Anspruch bis zu dessen vollendetem 20. Altersjahr.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Betreuungs-Notsituation ausschliesslich auf die Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie zurückzuführen ist. Während der Schulferien hast du keinen Anspruch auf eine Entschädigung. Ausser wenn du besonders gefährdete Personen wie beispielsweise die Grosseltern für die Betreuung eingeplant hast oder Du mit einer Ferienbetreuung durch die Schule rechnen durftest – dann wiederum besteht ein Entschädigungsanspruch.

Sind alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt, kannst du bei deiner AHV-Ausgleichskasse eine Erwerbsersatzentschädigung beantragen. Deine Arbeitgeberin muss dir dafür den ausfallenden Lohn bescheinigen. Zahlt dir deine Arbeitgeberin den Lohn während dieser Zeit aus, kann sie sich selbst an die AHV-Ausgleichskasse wenden und die Entschädigung beantragen. Die Entschädigung umfasst 80 Prozent des durchschnittlichen AHV-pflichtigen Einkommens, welches du vor Beginn des Anspruches erzielt hast.

Dabei gilt für die Entschädigung ein Höchstbetrag von 196 Franken / Tag, dies entspricht einem durchschnittlichen Monatslohn von 7‘350 Franken. Die Kasse zahlt die Entschädigung rückwirkend aus. Für die Betreuung der Kinder hat jeweils pro Arbeitstag nur ein Elternteil Anspruch auf eine Entschädigung.

Contentpartnerschaft mit TCS / lex4you.ch

Dieser Blog ist eine Contentpartnerschaft mit TCS Rechtsschutz und seiner interaktiven Rechtsauskunftsplattform lex4you.ch. Die Fragen stammen direkt aus dem Alltag von Rechtsschutzversicherten – kompetent beantwortet von der Juristin und Leiterin von lex4you.ch, Vera Beutler. Es handelt sich nicht um bezahlten Inhalt.

Der Anspruch beginnt am 4. Tag, nachdem alle Voraussetzungen erfüllt sind. Der Anspruch endet, sobald du eine Betreuungslösung gefunden hast oder die Schule wieder geöffnet ist. Die Kasse zahlt die Leistungen rückwirkend aus. Überweist dir deine Arbeitgeberin weiterhin den Lohn, zahlt die AHV-Ausgleichskasse die Entschädigung direkt an die Arbeitgeberin. Der Anspruch auf nicht bezogene Entschädigungen verjährt 5 Jahre nach Aufhebung der Massnahmen.

Achtung: Wenn du eine Kurzarbeitsentschädigung erhältst, hast du keinen zusätzlichen Anspruch auf eine Erwerbsersatzentschädigung. Dasselbe gilt, wenn du aus einer anderen Sozialversicherung entschädigt wirst.

Weitere Informationen unter Covid-19 FAQ

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    Alle Leser-Kommentare
  • what's on? 21.04.2020 14:29
    Highlight Highlight Du darfst deine Kinder neuerdings aus zwei Gründen nicht schlagen: Erstens durftest du das vorher schon nicht, weil du sonst einen Besuch der KESB riskiert hast. Und als Lehrer kannst du nun auch verklagt werden. Da wo ich wohne, gibt's viele Tamilen - und bei denen ist das Kinderschlagen - v.a. um ihnen Wissen einzuprügeln - eine uralte Tradition. Man ist hilflos.
  • Benjamin Goodreign 20.04.2020 20:01
    Highlight Highlight Bitte hört auf mit Kinder betreuen und Home Office - das funktioniert nicht. Das FAQ des BSV wurde daher geändert - ich hatte einen Brief an das Departement Berset geschrieben - herzlichen Dank an den flinken Juristen des BSV, der sich darum gekümmert hat.

    Sofern das Pensum tatsächlich gesenkt wird und ein Lohnausfall entsteht, hat man Anspruch auf Erwerbsersatz für Kinderbetreuung, selbst dann, wenn man im Home Office arbeiten könnte.

    Einen Antrag kann man online bei der kantonalen SVA stellen. Hebed d Ohre schtiif!
    • VeraCorinne 20.04.2020 21:48
      Highlight Highlight Dass HomeOffice in Kombination mit HomeSchooling eine Herausforderung ist, weiss ich aus eigener Erfahrung... Allerdings schliessen die aktuellen FAQ einen Anspruch bei HomeOffice aus; dasselbe tun die Erläuterungen: "Kann die Erwerbsarbeit von zuhause aus verrichtet werden (Homeoffice), gilt dies nicht als Erwerbsunterbruch und es besteht kein Anspruch." Sofern und sobald sich hier etwas offiziell ändert, werden wir den Blog natürlich aktualisieren!
    • Benjamin Goodreign 20.04.2020 22:41
      Highlight Highlight Wenn man im Home Office arbeitet, ist ja auch der Lohn gleich hoch, ergo: kein Anspruch. Wenn aber das Pensum reduziert wird, um Kinder zu betreuen, dann schon. So haben wir es gemacht.
    • Benjamin Goodreign 20.04.2020 22:49
      Highlight Highlight Deshalb wurde folgender Satz eingeschoben:

      Wenn die Arbeit von zuhause aus erfolgen kann (Homeoffice) und kein Erwerbsausfall vorliegt, besteht kein Anspruch auf Entschädigung. Der Erwerbsausfall muss belegt werden, von Arbeitnehmenden beispielsweise durch eine schriftliche Bestätigung des Arbeitgebers.

      https://www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/sozialversicherungen/eo-msv/grundlagen-und-gesetze/eo-corona.html
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