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Was gibt es Besseres, als sich seinen Träumen entgegenzustrecken und sich zu trauen!  Bild: Kafi Freitag

FRAGFRAUFREITAG

FragFrauFreitag

Liebe Kafi. Ich, 25-jährige gelernte Köchin und Alleinerziehende eines Erstklässlers, stürze mich in das Wagnis einer höheren Berufsausbildung als Sozialpädagogin. 



Viele Kritiker aus meinem Privatleben haben Bedenken und trotzdem hege ich keine nennenswerten Zweifel daran, 1. die richtige Berufswahl getroffen zu haben, 2. im sozialen Bereich zu bestehen und 3. eine Ausbildung auf diesem Niveau trotz (wegen!!) Kind zu bestehen. Läuft da was schief? Müsste ich (so wie es alle erwarten) von Zweifeln zerfressen werden ob der Belastung (Weiterentwicklung!!), die ich mir mit dem Studium aufhalse (annehme!!) und es mir nochmal überlegen? Ich suche niemanden, der mir einfach gut zuredet, da wäre ich bei dir an der falschen Adresse, :-) aber ich möchte eine ehrliche, nicht voreingenommene Meinung von jemandem mit einer gesunden Einstellung zum Leben (dir). Nun meine Frage: Darf ich mir das zutrauen? Melanie, 25

Liebe Melanie 

Die letzten Tage war ich sehr faul und konnte mich nicht durchringen, an den Computer zu sitzen und auch nur einen Buchstaben zu schreiben. Aber als ich vorhin Ihre Frage erhielt, war ich sofort Feuer und Flamme und nun sitze ich hier und mein Herz schlägt wild und ich will Ihnen laut und deutlich sagen: Sie dürfen sich das nicht nur zutrauen, sondern Sie sollen. Ja, Sie müssen sogar!

Unsere Welt wird getragen von Menschen, die sich etwas zutrauen und die Dinge tun, welche andere nicht zu denken wagen. Wenn Sie in einer Buchhandlung vor dem Biografie-Gestell stehen, dann haben Sie die geballte Kraft von Menschen vor sich, die etwas wahr gemacht haben, was vorher höchstens als Traum existiert hatte. Menschen, die trotz widrigster Umstände ihren Visionen gefolgt sind und als Inspiration dienen sollen.

Auch ich habe mich mit Zweiflern herumschlagen müssen, ob sich ein so offenherziger Blog mit meiner Tätigkeit als Coach vereinbaren lässt. «Du kannst kein seriöses Coaching anbieten und gleichzeitig auf Facebook so aktiv sein und deine Meinung auf einem Blog äussern. Das widerspricht allen Gesetzen der Vertraulichkeit, die eine solche Tätigkeit nun mal voraussetzt», hat mir eine Psychologen-Freundin unablässig eingetrichtert. Und mich damit zu verunsichern versucht. Ich habe es dennoch getan und bin meinem eigenen Kopf und meinem Herzen gefolgt. Und es funktioniert grossartig und bereichert sich gegenseitig.

Folgen auch Sie Ihren eigenen Träumen und Ihrer Überzeugung und seien Sie damit Ihrem Kind ein starkes Vorbild. Denn ich bin überzeugt, dass die innere Sicherheit, sich Dinge zuzutrauen, auch in der Erziehung und im Vorleben von Werten vermittelt wird. Ein Kind, das immer nur hört, was alles nicht geht, wird es später bedeutend schwieriger haben, sich zu verwirklichen als eines, das ermutigt wird. Ermutigen Sie Ihr inneres Kind und Ihr Erstklässler wird für sein ganzes Leben lang belohnt.

Es ist ein grosses Privileg, wenn man den Mut zu Wagnissen in sich trägt. Und auch eine Verantwortung. Denn wenn es etwas Positives gibt, was ich aus all den traurigen Nachrichten aus dem vergangenen Jahr ziehen kann, dann Folgendes: Wir leben auf dem sichersten und reichsten Flecken dieser Erde und um uns herum scheint alles aus den Fugen zu sein. In vielen Teilen der Welt herrscht Krieg und riesige Menschenströme sind auf der Flucht vor Armut und Tod. Natürlich können wir Geld spenden und damit Solidarität zeigen. Aber mindestens so wichtig scheint mir, dass wir das Bewusstsein erlangen, wie verdammt gut es uns geht. Und dass wir das Beste aus diesen unglaublichen Startchancen, die wir nun mal haben, machen! Es ist unsere heilige Pflicht, dass wir unser Potenzial leben und Dinge wagen, die uns weiter bringen und uns entwickeln. Wir sind nicht daran schuld, dass wir hier geboren worden sind. Aber wir machen uns zu Schuldigen, wenn wir Däumchen drehend stillstehen, anstatt uns zu bewegen.

Ihre Pläne sind umsetzbar und realistisch. Sie wollen schliesslich nicht NASA-Astronautin werden. Lassen Sie sich nicht von Anderen sagen, was geht und was nicht. Was Sie denken und sich vorstellen können, können Sie auch erreichen. Lassen Sie sich drum nicht von der beschränkten Vorstellungskraft Ihrer Umgebung kastrieren. Wenn Sie Ihren Weg nicht gehen, wird nie jemand dafür dankbar sein. Weder Sie selber noch Ihre Freunde und zu allerletzt Ihr Kind. Etwas wagen und scheitern dürfen sind enorm wertvolle Kompetenzen. Es ist schade, dass diese nicht weiter verbreitet sind. Daran orientieren dürfen wir uns aber nicht!

Ich hoffe sehr, dass Sie mein pochendes Herz gespürt haben und dass Sie Ihren Zielen folgen werden. Oder um es einmal mehr mit mit meinem geistigen Mentor Udo Jürgens zu sagen:

Folgst du mir zum Regenbogen,
den ander'n Träumern nach,
die vor uns zu den Sternen zogen?
Folgst du mir auf all den Wegen,
wer immer auch versucht,
uns Fesseln anzulegen?
Folgst du mir zu meinen Zielen,
dorthin, wo so viele schon aus allen Wolken fielen?

Auf ein inspirierendes 2015! Ihre Kafi.

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Kafi Freitag (39) beantwortet auf ihrem Blog www.FragFrauFreitag.ch Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.ch.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (www.FreitagCoaching.ch) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie ist verheiratet und Mutter eines zehnjährigen Sohnes.

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Bild: Kafi Freitag

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4 Kommentare
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FragFrauFreitag

Liebe Frau Freitag. Wie geht man damit um, wenn das eigene Glück Menschen verletzt, die von ihm ausgeschlossen sind? Darf man glücklich sein, wenn andere leiden? Sarah, 35.

Liebe SarahIm ersten Moment, wenn man Ihre Frage liest, ist man gewillt laut und deutlich NEIN zu sagen! Natürlich nicht!Aber dann, wenn man etwas länger darüber nachdenkt, dann muss man leider einsehen, dass die halbe Welt genau so funktioniert. Wenn nicht die ganze. Wir Industrienationen der Ersten Welt bauen unser Glück zu einem grossen Teil auf dem Rücken von Drittweltländern. Wir lassen andere für unsere Befriedigung bluten und sind uns dessen noch nicht einmal wirklich bewusst. …

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