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Wann genau ist es altmodisch geworden, andere Menschen zu betrachten und dabei zu denken «ich bin ok – du bist ok»? Bild: Kafi Freitag

FRAGFRAUFREITAG

FragFrauFreitag

Liebe Kafi. Ich weiss nicht weiter.

Ich habe seit fast 5 Jahren eine Freundin und wir verstehen uns supergut und teilen viele Interessen und fahren auch zusammen in Urlaub. Alles wäre prima, wenn sie nicht so neidisch wäre. Nichts mag sie mir gönnen. Jetzt habe ich mich vor 2 Wochen verliebt und seither es ist kaum noch auszuhalten mit ihr. Sie macht ihn mir madig. Was soll ich tun? Ich bin sicher, Sie wissen einen Rat. Danke im Voraus und lieben Gruss! Alexandra, 23



Liebe Alexandra

Herzlichen Glückwunsch zur neuen Liebe, wie schön!

Schade nur, dass Ihre Freundin das nicht auch so sieht und sich mit Ihnen freut. Ich habe mir eine ganze Weile Gedanken gemacht zu Ihrer Frage, weil ich grundsätzliche der Meinung bin, dass es für jede noch so schwierige Lebenssituation eine versöhnliche Lösung gibt. Aber leider weiss ich hier keinen besseren Rat, als sich von solchen Menschen zu trennen.

Neid ist ein weitverbreitetes Problem und ich kenne keine gütliche Antwort darauf. Ich selber wurde oft mit Missgunst konfrontiert, und wenn es von einer nahen Freundin kam, dann habe ich diese auch darauf angesprochen und offen gesagt, dass es mir grosse Mühe bereitet. Aber leider haben diese Aussprachen nie viel gebracht, der Neid scheint tief zu sitzen bei gewissen Menschen und freundschaftliche Gespräche nicht in diese Tiefen vordringen zu können, leider. Ich musste geschäftliche Projekte und auch Freundschaften künden, weil ich mit neidischen Menschen nicht umgehen kann und auch nicht will. Früher habe ich versucht, Verständnis aufzubringen für diese Schwäche, aber heute bin ich diesbezüglich radikaler und mache einen grossen Bogen, sobald ich diesen höchst unsympathischen Zug an einem Menschen erkenne. Missgünstige Menschen sind verlorene Liebesmüh und ich räume solchen keinen Platz mehr ein in meinem Leben.

Neid ist die nach aussen getragene Manifestation eines Minderwertigkeitskomplexes. Daran können Sie nichts verändern. Dieses Gefühl des Nicht-Genügens kann nur der Mensch bearbeiten, der es in sich trägt. Gottseidank habe ich eine Handvoll enge Freundinnen, denen diese Eigenschaft ebenso fehlt wie mir selber. Mit diesen kann ich mich über deren Erfolge und Glück freuen und sie gönnen mir ­gleichermassen mein Gedeihen.

Umgeben Sie sich mit Menschen, die Ihnen wohlgesinnt sind, und lassen Sie es nicht zu, dass Ihnen irgendjemand irgendetwas madig macht, denn dafür ist das Leben nun wirklich viel zu kurz!

Und wenn ich mir auch vollkommen bewusst bin, dass «ich bin ok – du bist ok» ein extrem angestaubter und abgelutschter Ansatz ist, so finde ich ihn dennoch viel lebenswerter, als meine Energie im Negativen zu tränken.

Ganz herzlich, Ihre Kafi.

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Kafi Freitag (39) beantwortet auf ihrem Blog www.FragFrauFreitag.ch Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben hat sie zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin eine neue Plattform für Frauen gegründet: Tribute.ch. Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (www.FreitagCoaching.ch) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie ist verheiratet und Mutter eines neunjährigen Sohnes.

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Bild: Kafi Freitag

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