Motorfahrzeugsteuer – Warum Elektroautos je nach Kanton mehr kosten
Kürzlich haben wir hier Tipps für den E-Auto-Kauf abgegeben. Ein Thema für sich ist aber die unterschiedliche Motorfahrzeugsteuer, weshalb wir hier gerne separat auf das Thema eingehen.
Die jährliche Motorfahrzeugsteuer wird selten beim (E-)Autokauf beachtet, dabei wird nicht einfach «das Auto» besteuert. Je nach Kanton zählen Fahrzeuggewicht, Motorleistung, Hubraum, CO₂-Ausstoss, Energieeffizienz, Antriebsart oder sogar mehrere Kriterien gleichzeitig. Dadurch entstehen für identische Fahrzeuge von Kanton zu Kanton völlig unterschiedliche Steuerbeträge.
Das Gewicht kann zum Nachteil werden
Elektroautos sind aufgrund der Batterien meist schwerer als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. In Kantonen, welche die Fahrzeugsteuer hauptsächlich nach Gewicht berechnen, kann dies dazu führen, dass ein Elektroauto trotz emissionsfreien Antriebs keine besonders tiefe Steuer verursacht. Teilweise fällt die Steuer sogar höher aus als bei einem vergleichbaren Benzin- oder Dieselfahrzeug. Andere Kantone beziehen die Energieeffizienz oder die CO₂-Emissionen in die Berechnung ein. Davon profitieren Elektrofahrzeuge meist besonders stark.
Von 0 bis 376 Franken
Schauen wir ein konkretes Beispiel an: Für einen Dacia Spring – also ein günstiges Elektroauto – beträgt die Motorfahrzeugsteuer in den Kantonen Zürich, Solothurn, Glarus und Nidwalden 0 Franken, während sie sich im Kanton Neuenburg auf 250 Franken beläuft und in Appenzell Ausserrhoden sogar auf 376 Franken.
Aber Vorsicht: Wer heute ein Elektroauto kauft, sollte nicht davon ausgehen, dass die aktuelle Steuervergünstigung dauerhaft bestehen bleibt. In mehreren Kantonen laufen Fördermodelle bereits in den nächsten Jahren aus oder werden neu gestaltet. Es lohnt sich also, die Entwicklungen im eigenen Kanton im Auge zu behalten.
