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Kindertagesstätten laufen wegen Corona am Limit.
Kindertagesstätten laufen wegen Corona am Limit. Bild: AP

Nicht nur wegen Omikron: Kitas laufen am Limit

23.01.2022, 11:1023.01.2022, 12:56

Eine Umfrage des Schweizerischen Verbands des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) unter Kita-Angestellten zeigt: 80 Prozent der Befragten fühlen sich bei der Arbeit gestresst, 60 Prozent waren schon ungewollt laut oder unfreundlich gegenüber den Kindern. Auch die Gesundheit der überwiegend weiblichen Betreuenden leide unter den prekären Arbeitsbedingungen in der Branche, wie der «SonntagsBlick» berichtet. Verbreitet sind etwa Kopfschmerzen (64 Prozent) und emotionale Erschöpfung (63 Prozent).

«Bedenklich ist auch, dass sich ein Viertel aller Befragten im Zusammenhang mit der Arbeit in ärztlicher oder therapeutischer Behandlung befindet», sagt Natascha Wey (40), stellvertretende Generalsekretärin des VPOD. 40 Prozent planen gar, wegen der gesundheitlichen Belastung den Beruf zu wechseln. Durch die Pandemie hat der Druck aufs Kita-Personal nochmals zugenommen.

Wey sagt:

«Die Arbeit ist komplexer geworden – bei gleichbleibendem Personalbestand.»

Laut der Trotzphase, einer Gruppe Kinderbetreuender, die sich für bessere Arbeitsbedingungen in der Branche einsetzen, fühlen sich viele Angestellte zu wenig geschützt. Zudem würden bis heute keine Daten zum Infektionsgeschehen in den Kitas erhoben. Aktuell fällt wegen Omikron reihenweise Personal aus. Ersatz gibt es kaum. Nach der Pandemie könnte sich gar eine Betreuungskrise anbahnen. Die Fluktuation in der Branche sei zwar schon immer hoch gewesen, aktuell aber würden besonders viele Arbeitskräfte verheizt, wie die Gruppe Trotzphase im «SonntagsBlick» zitiert wird.

(red)

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    52 Kommentare
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    Die beliebtesten Kommentare
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    Aspirin
    23.01.2022 11:22registriert Januar 2015
    Wie bei (fast) allen sozialen Berufen ist auch bei Kita-Angestellten die Bezahlung und Wertschätzung im Vergleich zu den Arbeitsbedingungen in keinem Verhältnis. Es ist halt „leider“ kein Beruf mit einer unmittelbaren Wertschöpfung für die Wirtschaft. Man vergisst/ verdrängt nur zu gerne, dass die Betreuung der Kinder vielen Männern und Frauen erlaubt, berufstätig zu bleiben und eben diese Wertschöpfung zu generieren. Aus meiner Sicht ein Armutszeuggnis. Auch hier könnten wir v.a. von Skandinavien lernen.
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    Unsinkbar 2
    23.01.2022 11:22registriert August 2019
    Und als Eltern zahlt man 100-140 CHF pro Tag und pro Kind, und den Angestellten geht es schlecht; das System Kita in der CH ist wirklich nicht gut, und ich hoffe dass es mal ändert (z.B. Eingliederung in Schulsystem). Und nein, wir sind auf Fremdbetreuung angewiesen, da die Grosseltern keine Kinder hüten wollen (und unsere Arbeitgeber in der Industrie unter 80% nicht gehen wollen). Als Alternative bleibt jemand zuhause, aber viel Spass beim Arbeit suchen als Mann oder Frau nach 2-4 Jahren aussenvor…
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    Evi77
    23.01.2022 12:55registriert Dezember 2020
    Ich habe den Job vor ein paar Jahren an den Nagel gehängt. Als Frau mit eigenen Kindern kaum zu bewältigen mit Früh- und Spätdienst. Kranke Kinder wurden am Morgen mit einem Zäpfchen im Füdli als gesund abgegeben, die Eltern dann erst gegen Feierabend erreichbar. Der Betreuungsschlüssel meist knapp, bei Ausfällen klar zu tief. Erwartungen der Eltern, dass am Abend jede Socke griffbereit ist, die Kinder ja nie einen Kratzer haben. Wir haben uns alle immer sehr für die Kinder eingesetzt und uns über jeden Fortschritt gefreut, nur irgendwann war bei der Hälfte des Teams die Luft raus.
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