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WhatsApp führt Benutzernamen ein – Handynummer bleibt privat

FILE - A WhatsApp icon is displayed on an iPhone, Nov. 15, 2018, in Gelsenkirchen, Germany. (AP Photo/Martin Meissner, File)
WhatsApp Usernames
Bislang war die mit dem WhatsApp-Konto verknüpfte Telefonnummer für jeden Chatpartner sichtbar.Bild: keystone

WhatsApp führt Benutzernamen ein – Handynummer soll privat bleiben

30.06.2026, 02:3830.06.2026, 07:35

Der weltweit populärste Messenger-Dienst WhatsApp ändert ein grundlegendes Funktionsprinzip: Künftig müssen Nutzer ihre private Handynummer nicht mehr preisgeben, um mit neuen Kontakten zu chatten. Stattdessen führt der Messenger-Dienst individuelle Benutzernamen ein, über die Anwender miteinander in Verbindung treten können.

Die weltweite Phase zur Reservierung der Wunschnamen startet «Ende Juni», bevor die eigentliche Funktion im Laufe des Jahres schrittweise für alle Nutzer freigeschaltet wird.

Angeblich Datenschutz als Kern der neuen Funktion

Bislang war die mit dem WhatsApp-Konto verknüpfte Handynummer für jeden Chatpartner sichtbar. Alice Newton-Rex, Vizepräsidentin für Produktentwicklung bei WhatsApp, bezeichnet die Neuerung als das «nächste grosse Datenschutz-Upgrade» des Unternehmens. Da die persönliche Telefonnummer oft mit sensiblen Lebensbereichen verknüpft sei, sollten die Nutzer nun selbst entscheiden können, wem sie diese überhaupt noch zeigen – etwa beim Beitritt in neue Gruppenchats oder beim Kennenlernen neuer Menschen.

Wer künftig über den Benutzernamen kontaktiert wird oder selbst jemanden anschreibt, gibt seine Nummer nicht mehr preis, es sei denn, die andere Person hat diese bereits in ihrem Telefonbuch gespeichert. Auch bei Anrufen über die App wird anstelle der Telefonnummer der Benutzername eingeblendet. Für die generelle Erstellung eines WhatsApp-Kontos bleibt die Handynummer indes weiterhin zwingend erforderlich.

Weltweite Reservierung und Instagram-Verknüpfung

Da WhatsApp eine hohe Nachfrage nach beliebten Namen erwartet, wird die Reservierung weltweit gleichzeitig geöffnet, um jedem die gleiche Chance auf seinen Wunschnamen zu geben. Jeder Benutzername muss dabei eindeutig sein und kann später auch wieder geändert oder gelöscht werden.

Für Unentschlossene bietet die App einen Namens-Generator zur Inspiration an. Unternehmen, Influencer oder Organisationen erhalten zudem eine Sonderfunktion: Durch eine Verknüpfung mit ihrem Meta-Konto können sie ihre bereits etablierten Facebook- oder Instagram-Nutzernamen direkt für WhatsApp beanspruchen und so ihre Online-Identität wahren.

Kein öffentliches Verzeichnis

Um Spam und unerwünschte Kontaktanfragen zu verhindern, wird es kein öffentliches Verzeichnis zum Durchsuchen und keine Namensvorschläge (Autocomplete) geben. Man muss den exakten Namen einer Person kennen, um sie kontaktieren zu können.

Als zusätzliche Schutzmassnahme führt WhatsApp einen optionalen «Username Key» (Benutzernamen-Schlüssel) ein. Haben Nutzer diesen aktiviert, müssen Fremde diesen zusätzlichen Code kennen, um überhaupt die allererste Nachricht an den Benutzernamen senden zu können.

WhatsApp versucht zur Konkurrenz aufzuschliessen

Mit dem Verbergen der Handynummer erfüllt WhatsApp einen der am häufigsten geäusserten Wünsche seiner weltweiten Nutzerschaft und zieht technologisch mit der Konkurrenz gleich.

Der Messenger Signal ermöglicht bereits seit Anfang 2024, die eigene Nummer hinter einem Benutzernamen zu verstecken. Bei Telegram gehört die Kommunikation über öffentliche Benutzernamen ebenfalls zum Standard.

Wer im Netz absolute Anonymität sucht, findet diese bei Alternativen wie Threema oder Session: Diese Apps verzichten sogar bei der Registrierung komplett auf persönliche Daten wie die Telefonnummer und funktionieren rein über zufällig generierte IDs.

Marktführer WhatsApp

WhatsApp gehört zum Facebook-Konzern Meta und dominiert den weltweiten Markt der Messenger-Dienste mit rund 3 Milliarden Anwendern. Telegram ist mit rund einer Milliarde Usern mit Abstand die grösste Alternative zu WhatsApp. Signal wächst mit seinem Fokus auf Datenschutz kontinuierlich und kommt auf schätzungsweise 70 bis 100 Millionen Anwender.

Threema hat mit knapp 10 Millionen Anwendern eine vergleichsweise kleine Nutzerbasis – geniesst aber insbesondere in der Schweiz und in Deutschland sowie bei datenschutzbewussten Unternehmen und Behörden einen guten Ruf.

(sda/awp/dpa)

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15 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Linda Diaz
30.06.2026 02:41registriert Januar 2020
Also dass die anderen WhatsApp - Jünger deine Telephonnummer nicht mehr sehen, ist ja wohl das kleinste Problem von WhatsApp!
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Linda Diaz
30.06.2026 03:08registriert Januar 2020
"WhatsApp, bezeichnet die Neuerung als das «nächste grosse Datenschutz-Upgrade»

Tja nur leider gibts bei WhatsApp kein Datenschutz, wenn die App auf dem Telophon ist wird alles abgeschnorchelt!
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Darkside
30.06.2026 03:35registriert April 2014
Seit Jahren gelöscht. Zuckerberg- und Apple-freie Zone hier. Zum Glück konnte ich den Grossteil meiner Kontakte zu Threema überreden. Und die, die nicht wollten, können mich immer noch via SMS erreichen, das haben ja alle.
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