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WM 2026: Deutschland von Schiedsrichter benachteiligt – sagen Experten

Germany's Joshua Kimmich (6) argues with referee Jalal Jayed from Morocco during the World Cup round of 32 soccer match between Germany and Paraguay in Foxborough, Mass., near Boston, Monday, Jun ...
Schiedsrichter Jalal Jayed stand im WM-Sechzehntelfinal im Mittelpunkt.Bild: keystone

Sorgte Fehlentscheid für Deutschland-Aus? Nagelsmann tobt, Experten haben klare Meinung

30.06.2026, 02:0730.06.2026, 04:14

Deutschland ist an der Weltmeisterschaft im WM-Sechzehntelfinal ausgeschieden. Gegen Paraguay unterlag das Team von Trainer Julian Nagelsmann als haushoher Favorit im Penaltyschiessen. Doch hätte es gar nicht so weit kommen dürfen?

Die Deutschen jubelten in der Verlängerung nämlich bereits über den vermeintlichen Führungstreffer. Jonathan Tah köpfte eine Ecke von Nathaniel Brown in der 102. Minute ins Tor. Der Jubel war riesig – doch er blieb Deutschland im Hals stecken. Denn die Videoschiedsrichterin Tatiana Guzman rief Schiedsrichter Jalal Jayed an den Bildschirm an der Seitenlinie. Dort schaute sich der Marokkaner die Szene noch mal an.

Und er entschied sich dann, das vermeintliche 2:1 zurückzunehmen. Seiner Meinung nach hatte Deutschlands Waldemar Anton den paraguayischen Goalie Orlando Gill gefoult. Eine Sichtweise, die bei Deutschland-Coach Julian Nagelsmann für grossen Ärger sorgt: «Ich habe keine Ahnung, was er da gesehen hat. Das ist nicht mal ansatzweise ein Foulspiel. Ein Witz, ein Voll-Skandal!» Auch die Experten sind diesbezüglich einer Meinung.

Sascha Amhof, Schiedsrichterexperte beim SRF, sagte klar: «Der Deutsche steht einfach da, sie rangeln ein bisschen um den Platz und das ist völlig okay. Aus meiner Sicht ist das kein Foul und sollte das Tor zählen.» Der deutsche Ex-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer wurde beim ZDF gar noch deutlicher: «Für mich ist das kein Foul. Das ist handelsüblich, das kann nie und nimmer ein Foul sein.» Es habe sich um einen normalen Kontakt gehandelt, der Goalie stehe auch sofort wieder auf. «Die Entscheidung ist absolut nicht nachvollziehbar, mir fehlen die Worte», zeigte sich Kinhöfer fassungslos.

Wichtig zu wissen ist hierbei, dass der Goalie im Fünfmeterraum keine Sonderrechte geniesse, wie Lutz Wagner bei der Sportschau erklärte. «Er hat am Spiel teilnehmen können. Für mich wäre Weiterspielen die richtige Entscheidung gewesen. Ein klares Vergehen sehe ich nicht», so der frühere Unparteiische, der anfügt: «Für mich orientieren sich beide zum Ball. Eher macht der Torwart eine Bewegung zu Waldemar Anton.»

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Und sogar ein ehemaliger Weltklasse-Goalie stellte sich auf die Seite Antons. Peter Schmeichel erklärte bei Fox: «Er steht einfach da. Es ist kein Foul, der Goalie rennt in ihn rein.»

Obwohl die Meinungen zu der Szene eindeutig sind, will Christoph Kramer nichts davon wissen, dass Deutschland deshalb ausgeschieden sei. «Du darfst dich gegen Paraguay nicht davon abhängig machen, dass der Schiedsrichter vielleicht eine Fehlentscheidung macht», sagte der Weltmeister von 2014 beim ZDF. «Es darf niemals dazu kommen, dass wir uns am Ende über einen Schiri-Entscheid aufregen.» Deutschland hätte sich den Sieg einfach auf andere Weise erspielen müssen. Dazu kam es jedoch nicht. «Es war in allen Teilen zu wenig», kritisiert Kramer.

Germany's Jonathan Tah (4) reacts after failing to score during a penalty shootout at the end of during the World Cup round of 32 soccer match between Germany and Paraguay in Foxborough, Mass., n ...
Paraguay-Goalie Orlando Gill jubelt, nachdem Jonathan Tah seinen Penalty über die Latte gesetzt hat.Bild: keystone

Tah und Gill standen später noch einmal im Mittelpunkt. Beim Penaltyschiessen schoss der deutsche Verteidiger den sechsten Versuch seines Teams über die Latte, der Paraguay-Goalie wurde mit zwei Paraden zum Helden. Während die Südamerikaner damit eine riesige Sensation geschafft haben und im Achtelfinal nun auf Frankreich oder Schweden treffen, endet die WM für Deutschland zum dritten Mal in Folge mit einer grossen Enttäuschung und schon vor dem Achtelfinal. Nach dem zweimaligen Ausscheiden in der Gruppenphase bedeutet nun der Sechzehntelfinal Endstation. (nih)

Video: watson/hanna dedial
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