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A demonstrator holds up a poster and pamphlets during a protest against the use of hazardous chemicals in the production of Apple's iPhones outside an Apple Store in New York April 25, 2014. According to the protesters, Apple has been using chemicals such as benzene and n-hexane in the production of its iPhones at its overseas manufacturing facilities. REUTERS/Lucas Jackson (UNITED STATES - Tags: BUSINESS CIVIL UNREST ENVIRONMENT SCIENCE TECHNOLOGY)

Denkt Apple nur ans Geld? Bild: LUCAS JACKSON/REUTERS

Geplante Obsoleszenz

Warum googeln jeden Herbst Tausende nach «iPhone langsam»?



Im Herbst veröffentlicht Apple jeweils die neue Version seines Betriebssystems iOS für das iPhone. Just dann steigen jedes Jahr bei Google die Suchanfragen nach «iPhone slow». Dies zeigt die untenstehende Grafik, die eine Doktorandin an der Harvard-Universität erstellt hat. Ihr Professor hatte in seiner Kolumne in der «New York Times» einen oft gehörten Verdacht aufgegriffen: Immer wenn ein neues iPhone auf den Markt komme, habe er das Gefühl, sein altes Gerät werde langsamer.

Anfragen, iphone slow, grafik, http://www.nytimes.com/2014/07/27/upshot/hold-the-phone-a-big-data-conundrum.html?_r=0

Suchanfragen nach «iPhone langsam» schnellen in die Höhe, sobald ein neues iPhone auf dem Markt ist. Bild: google Trends, Laura Trucco

Die These der Doktorandin: iPhone-Besitzer, die sich über das Tempo ihres Gerätes nerven, suchen im Internet nach Unterstützung, googeln also zum Beispiel nach «iPhone langsam». Um ihre Vermutung zu erhärten, prüfte sie, ob Käufer eines Galaxy-Smartphones von Samsung nach dem Erscheinen eines neuen Modells nach «Samsung Galaxy slow» suchen. Wie die untenstehende Grafik zeigt, gibt es bei Samsung kein eindeutiges Muster. 

Anfragen, galaxy slow, grafik, http://www.nytimes.com/2014/07/27/upshot/hold-the-phone-a-big-data-conundrum.html?_r=0

Auch bei Samsung steigen die Suchanfragen nach «Galaxy langsam», anders als beim iPhone ist aber kein eindeutiges Muster erkennbar. Bild:  google trends, laura trucco

In Medienberichten wird nun (einmal mehr) spekuliert, ob Apple seine alten iPhones mit Software-Updates bewusst verlangsame, damit die Kunden zum neusten Modell greifen. Diese sogenannte geplante Obsoleszenz ist ein schwerwiegender und schwierig zu beweisender Vorwurf. In der Wirtschaft sind solche Fälle allerdings belegt, wie der «Tagesanzeiger» schreibt: «Das berühmteste und am meisten zitierte Beispiel sind die Glühbirnen, bei denen vor über 100 Jahren ein Kartell eine ungefähre Lebensdauer absprach.»

Der Test der Doktorandin kann eine geplante Obsoleszenz beim iPhone weder beweisen noch widerlegen, was die Wissenschaftler der Harvard Universität auch selbst einräumen. Die Grafiken lassen lediglich vermuten, dass viele iPhone-Kunden nach der Installation einer neuen Betriebssystem-Version unzufrieden mit der Geschwindigkeit sind. Auch dafür gibt es eine einfache und längst bekannte Theorie: Die neuste iOS-Version ist jeweils für den schnelleren Prozessor und Arbeitsspeicher im neusten iPhone-Modell optimiert. Ältere iPhones können daher mit einer neuen iOS-Version langsamer als zuvor laufen. Ein Problem, das auch bei anderen Betriebssystemen auftauchen kann. Denkbar ist, dass Apple iOS jeweils mit kleineren Updates im Nachhinein auch für ältere Modelle optimiert. Apple selbst wolle sich zu der Diskussion um die geplante Obsoleszenz nicht äussern, schreibt der «Tagesanzeiger». (oli)

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